Dienstag, 27. Februar 2018

Finde den Fehler


Tja, warum hat das laut OZ mit den Abschiebungen per Flugzeug wohl nicht geklappt?

Der Pro-Arndt-Kampagne der OZ...

...gehen die Argumente und Unterstützer aus. Deswegen musste sie, um ihrem Kampagnenziel ein Stück naher zu kommen, denselben Leserbrief zweimal abdrucken; offenbar gibt es zu wenig pro Arndt zu sagen...

Am 15. 2. 2018 fand sich folgender Leserbrief in der OZ:

Heute, am 27. 2. 2018, nochmal:


So viel zur Ausgewogenheit unserer Lokalzeitung.


Lange nachgedacht und dann zur falschen Entscheidung gekommen

Ist das der dynamische Aufbruch der zusammenhaltenden CDU? Sie lehnt einen AfD-Antrag nicht ab, und zwar aus Angst, am rechten Rand Wähler_innen zu verlieren. Weia! Da kommt jetzt mit Ott (Konservativer Kreis), Liskow (nachdenklicher AfD-Befürworter) und Amthor (Burka-Verbot) einiges auf uns zu!
„Ich habe lange überlegt, ob ich mich enthalte“, sagt Liskow auf OZ-Anfrage. Doch er habe seiner Fraktion nicht in den Rücken fallen wollen. 
Also hat die ganze CDU-Fraktion den AfD-Antrag nicht abgelehnt... Aber auch die anderen CDU-nahen Großkopferten haben sich nicht mit Ruhm bekleckert - weder Raulin noch Weigelt!

Zuhause habe ich einen Kalenderspruch:"Das kannste zwar machen, aber dann isses halt Sch..." (auf dem Kalenderblatt ist das Fäkalwort ausgeschrieben).

Gibt es noch Hoffnung, dass die AfD die politische Kultur in Deutschland nicht noch weiter schleichend zerstört?


Um es einmal mit ganz einfachen Worten zu sagen

... schreibt Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des ADFC, in der heutigen OZ:
Verpestete Luft und starre Zwangsmaßnahmen, wie Fahrverbote, hätten vermieden werden können, wenn die deutsche Politik früh die Alternativen zum Auto gefördert hätte. Während Dänemark und die Niederlande ab den 1980er-Jahren auf den Ausbau des Radverkehrs gesetzt haben, huldigt man in Deutschland noch heute dem Auto als Verkehrsmittel für alle Lebenslagen.
Predigen wir in Greifswald schon seit Jahren. Aber es gibt ja immer noch die Fraktion, die die Sorgen der Bürger ernst nimmt, dass sie ihren täglichen Wocheneinkauf nicht vom Auto bis zur Wohnung bekommen.
Mit fatalen Folgen: Weil es so bequem und günstig ist, nutzen die Deutschen das Auto nicht in erster Linie für die unvermeidlichen Fahrten über größere Distanzen und mit viel Gepäck, sondern in geradezu absurdem Ausmaß für Trips um die nächste Ecke. Die Hälfte aller Autofahrten ist weniger als fünf Kilometer lang, ein Viertel sogar unter zwei Kilometer! Wir fahren morgens für sechs Brötchen mit dem Auto zum Bäcker – und abends zum Spinning ins Fitness-Studio – ein Wahnsinn!  
Davon kenne ich auch eine Menge: Fitness erreiche ich durch mehr oder weniger regelmäßigen Besuch im gleichnamigen Center, nicht durch Alltagsradeln...
Die Menschen steigen vermehrt um auf das Fahrrad und den öffentlichen Nahverkehr, wenn man ihnen dafür einladende Verhältnisse bietet. Attraktive Angebote für die Mobilität ohne Auto sind der Halm, nach dem Politik und Verwaltung jetzt endlich greifen müssen! Wir brauchen in allen Städten und Gemeinden durchgängige, top ausgestattete Radverkehrsnetze, Radschnellwege für den Überlandverkehr, großzügige Fahrradparkhäuser an ÖPNV-Schnittstellen und öffentlichen Einrichtungen, Bürgermeisterinnen auf dem Rad und vieles mehr. Und, ja: Für die Alternativen zum Auto wird der Autoverkehr Platz abgeben müssen.
Tja, wäre schön, wenn das in die Autofahrendenbetonköpfe gelangen könnte!

Montag, 26. Februar 2018

Es wird Frühling!

Die heutige OZ meldet:


Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass

Der heutigen OZ ist zu entnehmen, dass die Wildschweingeplagten Ladebower natürlich die Plage gerne los wären, aber dann bitte über nacht und geräuschlos:
OZ-Leser Jan Düsterhöft ist besorgt, weil im Ortsteil Ladebow auf Wildschweine geschossen wird. „Die Einwohner wurden nicht vorab öffentlich informiert. Es hätte doch sein können, dass dort jemand spazieren geht“, sagt Jan Düsterhöft.
Natürlich müssen die Wildschweine trotzdem weg. Wo kämen wir hin, wenn wir es zuließen, dass es außer unseren totgepflegten und unkrautfreien Vorgärten in unserer Umgebung noch Natur gibt!

Ich plädiere dafür, Schalldämpfer an Jagende zu verteilen, dann muss sich niemand mehr fürchten.




"Markenzeichen"

online ist der Verfasser leider nicht genannt. Macht man sich dann aber die Mühe, zusätzlich noch das e-Paper aufzurufen, so erfährt man, dass es Axel Büssem war, der recht kluge Worte zum Grünen-Parteitag, wie es immer häufiger unwidersprochen heißt, sagt:
Es ist ein merkwürdiges Phänomen: In Sachen Umweltschutz ist in den letzten Jahren kaum etwas besser geworden, im Gegenteil: Die dramatische Meldung vom Verschwinden der Insekten im vergangenen Jahr zeigte, in welch verheerendem Ausmaß der Mensch die Natur nach wie vor zerstört. Dennoch hat man das Gefühl, dass sich kaum noch jemand dafür interessiert.
So ist es. Wichtiger waren die Pöstchen. Aber damit ist ja nun Schluss: Die Landtagsfraktion gibt es nicht mehr, die daran hängenden Pöstchen sind nicht mehr zu vergeben. Claudia Müller ist, wie sie das eigentlich immer schon wollte, im Bundestag versorgt. In Greifswald kann ein Grüner OB werden und den Satz "Wir sind nicht zuständig" zum Standard erheben und ist damit für die nächsten Jahre ebenfalls versorgt, zumal seine Gattin weiterhin Geschäftsführerin der Grünen Bürgerschaftsfraktion ist. Also: Alle sind entweder versorgt oder endgültig von den Trögen so weit entfernt, dass sie kein Thema mehr sind (die Landtagskandidatur von Ulrike Berger ist ungefähr so ernst zu nehmen wie die seinerzeitige OB-Kandidatur des Verfassers). Die Pöstchenjäger sind nach oben wegbefördert - jetzt besteht wieder eine Chance auf Grüne Politik.
Die Grünen in MV haben nun ein Zeichen gegen diesen Trend gesetzt: Sie wollen sich endlich wieder auf das Kernthema grüner Politik konzentrieren. Nachdem von den geplatzten Jamaika-Verhandlungen in Berlin auf grüner Seite vor allem hängengeblieben war, dass Cem Özdemir wohl gerne Außenminister geworden wäre, bekennt sich die Partei nun wieder zu ihrer eigenen Farbe. Fast hätte man schon denken können, die Ökos hätten vergessen, woher ihr Name stammt.
Leider ist das Ergebnis von 71 % ohne Gegenkandidat_in für die neugewählte Landesvorsitzende nicht gerade berauschend; dass sie Rostockerin ist neben dem zweiten Vorsitzenden, einem Rostocker, macht die Sache nicht besser, und dass zukünftig alle Landesdelegiertenkonferenzen (LDK) in Güstrow stattfinden sollen, wohin alle Rostocker gut kommen, das aber von Vorpommern aus vor allem mit Öffis nur schwer erreichbar ist, liegt vermutlich daran, dass der Grüne Kreisverband Vorpommern in der letzten Zeit so unpolitisch geworden ist, dass er häufiger Probleme hatte, alle LDK-Delegiertenplätze zu besetzen.
MV bietet genügend Themen für grüne Politik, schließlich ist hier die großflächige Landwirtschaft, die kaum Platz für Natur lässt, prägend für die Landschaft. Nun müssen die Grünen im Land nur noch den Wähler wieder davon überzeugen, dass Naturschutz jeden angeht und dass wir uns mit der Zerstörung unserer Umwelt die eigenen Lebensgrundlagen entziehen.
Genau, das ist der Punkt. Das Kernthema, das "Grüne Markenzeichen" betonen: Das sind weder Klos in Eldena noch Hausboote auf dem Ryck (selbst wenn man als Grüne Fraktion in der Greifswalder Bürgerschaft es natürlich wie der Teufel das Weihwasser scheut, etwas zur "Wir sind nicht zuständig"-Politik des "grünen" OB zu sagen). Denn:

Mit der Losung "Grüne = FDP + Mülltrennung" bleibt man gerade einmal eine Legislatur im Landtag, und Außenminister wird man damit schon mal gar nicht, bestenfalls OB in einer der konservativsten Städte der Republik.

Eine erste Maßnahme zur Wiederbeatmung der Grünen hat die Kreistagsfraktion im Schlepptau des Nabu gemacht mit der Forderung, Feldwege mit ihren Randstreifen wiederherzustellen - da die gutsherrliche Großlandwirtschaft für alle Klarsichtigen ebenso abgewirtschaftet hat wie die ölorientierte Autoindustrie, ist es jetzt vermutlich ein guter Zeitpunkt, wieder eine menschen- und nicht profitorientierte Landwirtschaftspolitik zu fordern. In der heutigen "Speakers' Corner" unserer Lokalzeitung war ein weiterer Hinweis, der auf hoffentlich glyphosatfreien, also fruchtbaren Boden fällt. Torsten Reinwald (er heißt wirklich so), stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Jagdverbandes, führt zur "Bekämpfung der Schweinepest" durch vermehrtes Abschießen von Wildschweinen aus:





Stoff genug zum Nachdenken. Jäger_innen wie Imker_innen sind gute Gesprächspartner_innen, um wiederbeatmet zum grünen "Markenkern" zurück zu finden.



Sonntag, 25. Februar 2018

Frisch(ling) aufgenommen

... und tauglich zur Versachlichung der wildschweinisch gipfligen Diskussion in Greifswald:

Ein offenbar bereits 1987 bekanntes Phänomen - also bitte: die Diskussion etwas weniger mordlustig auf Normalmaß herabkühlen.

(Brehm 579 - Klausnitzer, Bernhard. Verstädterung von Tieren (Die Neue Brehm-Bücherei 579). 1. Aufl. mit 118 Abbildungen und 87 Tabellen, Wittenberg, Ziemsen 1987. 315 S., 8°, Kt.)

Donnerstag, 22. Februar 2018

Aktivistisch das Pferd von hinten aufgezäumt

Dass man mit dem Abschießen von Wildschweinen das Eindringen der Schweinepest nicht verhindert, wissen eigentlich alle. Denn es sind nicht die Wildschweine, die die Verbreitung bedingen und unterstützen, sondern die Menschen. Und wenn man an deren Verhalten nichts ändern will, nimmt man halt als Ersatzbefriedigung das Töten von Wildschweinen.

Grundsätzlich:
Vor allem aber brauchen wir eine Trendwende in der industriellen Tierhaltung: ohne Riesenställe, ohne globalen Futtermittelhandel, ohne grenzüberschreitenden Schlachttier-Tourismus.
Als Zweites dann erst:
Darüber hinaus aber wird die Tierseuche hauptsächlich von Menschen verbreitet – über die illegale Einfuhr von infizierten Schweinen oder tierischen Nebenprodukten aus Osteuropa. Auch Fahrzeuge, kontaminierte Gegenstände wie Jagdausrüstung, landwirtschaftliche Geräte oder Kleidung sind ein Risiko. Wichtig wären also konsequente Überwachung, lückenlose Desinfektion, Einfuhrverbote, die Vernichtung kritischer Lebensmittelabfälle.
Und danach, erst danach können wir darüber nachdenken, wie hoch denn nun wirklich der Anteil der Wildschweine an der Ausbreitung der Schweinepest ist.

Aber nicht als Erstes!


Mittwoch, 21. Februar 2018

Lust auf mehr

Ein Artikel in der FR beginnt so:
erstaunlich, dass kaum einer sich über Zigtausende SUV beschwert, wohl aber über bunte Fahrrädchen
Das macht doch Lust, den Artikel weiter zu lesen! Was kommt noch?
Doch man bedenke, was dieser Veloschwemme vorausgegangen sein muss. Riesige kapitalkräftige Unternehmen sondierten den Markt und mithin die Bedürfnisse der Menschen. Das Ergebnis: Der Bürger ruft nach Rad. Also witterte man ein Geschäft und begab sich zu Werke. Uns sagt das: Da hat eine gewaltige Veränderung in der Gesellschaft stattgefunden, weg vom Automobil. Sie muss nun nur noch in die richtige Richtung gelenkt werden.
Stutz. War das so? Und wie weiter?
Es wurde salonfähig, ein Wort namens „Fahrverbote“ überhaupt in den Mund zu nehmen. Noch vor wenigen Jahren wäre man dafür als verschrobener Ökospinner gescholten und von alten, zahnlosen ADAC-Veteranen mit „Geh doch rüber“-Rufen überhäuft und mit Peter-Stuyvesant-Schachteln beworfen worden. Ebenfalls ein gigantisches Umdenken binnen kürzester Zeit – weg vom Automobil.
Aber damit noch nicht genug:
Keine Ahnung, wie lange ich schon an dieser Stelle und anderswo gleichsam als einsamer Rufer in der Wüste nach einem kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr krähe. Es sind mindestens vier Jahrzehnte. Und nun diskutieren alle darüber. Sogar über die Einführung meiner so geliebten Bürgerabgabe zur Finanzierung des Ganzen wird ernsthaft gesprochen, ganz konkret in Tübingen. Ein klarer Schritt weg vom Automobil.
Schließlich:
Tja, und zu guter Letzt, und das ist Mirakel Nummer vier, scheint die Deutsche Bahn über Nacht zur Vernunft gekommen zu sein. Sie besinnt sich nämlich öffentlich ihrer ureigensten Aufgabe, nämlich des flächendeckenden, preiswerten Transports von Mensch und Material.
Sie überlegt sogar, ohne Rücksicht auf Gewinnmaximierung stillgelegte Nebenstrecken wiederaufzuforsten und Güter wieder mehr auf die Schiene zu bringen – weg vom Automobil. Und ich, ich bin nun gespannt, ob ich das alles nur geträumt habe.
Ich auch. Vor allem das Bekenntnis zur Bahn hier im abgehängten Nordosten ("Ihr habt doch schon die A 20 in die Wüste gelegt bekommen. Wieso wollt ihr auch noch Züge?", so der abgelegte Bahn-Chef Mehdorn) lässt mich weiter träumen...


Das Peter-Prinzip im Kreis Vorpommern-Greifswald

Die OZ meldet heute:
Die Verwaltung erarbeite gerade für die Kreisstraßensanierung eine Prioritätenliste, „die sich aus den drei Prioritätenlisten der ehemaligen Landkreise ergibt“, so Hasselmann. Ab März soll sie den Fachgremien des Kreistages vorgestellt werden. „Das ist spät“, räumt der Dezernent ein. Die Kreisgebietsreform liegt immerhin über sechs Jahre zurück.
Der Kernsatz des Peter-Prinzips lautet:
Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen.
Sechs Jahre scheinen mir ein angemessener Zeitrahmen für "nach einer gewissen Zeit". Vor allem in der Verwaltung des Kreises Vorpommern-Greifswald...


Montag, 19. Februar 2018

Unmenschlich - oder gerade das Gegenteil?

Im Krieg, so heißt es, ist das allererste Todesopfer die Wahrheit. Fortschritte, Rückschritte, Gefallene, Erfolge, Kriegsgräuel, Misserfolge - alle Nachrichten stehen unter dem Vorbehalt, in ihrem Wahrheitsgehalt noch mehr als sonst im Leben den jeweiligen Interessen untergeordnet zu sein. Die Situation in Syrien wird selbst von den Fachleuten nur mit Mühe überblickt, viel zu viele Interessenten "spielen" dort mit. Trotzdem hält man manche Dinge für wahrscheinlich. Wie z. B. das Folgende.

Die Frankfurter Rundschau berichtet:
In der umkämpften kurdischen Region Afrin in Nordsyrien sollen die türkische Armee und ihre Verbündeten Giftgas eingesetzt haben. [...] Der mutmaßliche Angriff habe sich am Freitag in dem Ort Scheich Hadid westlich der Stadt Afrin ereignet, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Der Leiter des Krankenhauses in Afrin, Joan Schitika, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Verletzten mit Atembeschwerden nach türkischem Beschuss eingeliefert worden seien. Die staatliche Syrische Nachrichtenagentur Sana warf der türkischen Armee vor, Granaten mit Giftgas bei dem Beschuss einer Ortschaft eingesetzt zu haben.
Ein verlässlicher Nachrichtenpartner ist gerade Sana natürlich nicht. Assad vs. Erdogan - ist Ihnen Pest oder Cholera lieber?
„Fotos zeigen ganz klar, dass Assad weiter Chemiewaffen einsetzt“, sagte der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Herbert Raymond McMaster, am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Auch Trump und seine Trumpisten sind als Wahrheits-Gewährsleute eher von zweifelhafter Natur, immerhin ist die Trump-Truppe die Erfinderin der "alternative facts".

Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass sowohl Assad als auch Erdogan Chemiewaffen nutzen.

Allerdings ist es fast schon egal, ob Assad Giftgas auf seine Landleute loslässt oder Erdogan auf die Kurden - leiden muss gerade die Zivilbevölkerung immer, und verdienen tun einige wenige andere (Rheinmetall, Heckler & Koch u. a.; zwar nicht am Giftgas, aber am Krieg).


Sonntag, 18. Februar 2018

Verkehrswende

Wir müssen den Hebel umlegen: Weg vom Auto, hin zum ÖPNV und zum Rad. Weg vom Flugzeug, hin zur Bahn! Aus einem Artikel des BUND:


Samstag, 17. Februar 2018

Nachdenklich

Rostock ist überzeugt, als Stadt davon profitieren zu können, sagt zumindest die dortige SPD:
„Ein kostenloser Nahverkehr würde uns zum sozialen, touristischen und ökologischen Leuchtturm machen“, sagt SPD-Kreischef Julian Barlen. [...] Rostock will dabei sein – und vorangehen: „Was wäre schöner als ein kostenfreier Nahverkehr?“, so Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne).
In der Stadt Schwerin steht man der Sache ebenfalls recht aufgeschlossen gegenüber, mit Tendenz zur Begeisterung:
Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) sieht einen umlagefinanzierten öffentlichen Nahverkehr sehr positiv: „Ein solches Projekt wäre umweltfreundlich, wirtschaftlich und sozial und würde unsere Straßen und Parkplätze entlasten.“
 Das Land ist fast schon norddeutsch-enthusiastisch:
„Wir begrüßen die Debatte über eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs“, sagt eine Sprecherin von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD).
Natürlich wollen es auch die Landkreise:
Für Kerstin Weiss (SPD), Landrätin Nordwestmecklenburgs, würde die Inanspruchnahme des Nahverkehrs sicherlich steigen. [...] Auch Ralf Drescher (CDU), Landrat von Vorpommern-Rügen, würde es begrüßen, wenn mehr Geld für den Nahverkehr bereitstehen würde. Und im Landkreis Rostock könnte mit mehr Bussen und Bahnen ein noch enger verknüpftes und getaktetes System in der Regiopolregion Rostock geschaffen werden, sagt Romuald Bittl, Dezernent für Wirtschaft und Bau.
Und der Grüne OB von Greifswald? Gegen vorschnellen Enthusiasmus und blinden Aktionismus setzt er Nachdenken und die "ruhige Hand":
„Ich überlege, wie wir das in Greifswald – oder noch besser in Vorpommern – umsetzen können“, sagt Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne).
Ich hoffe, er meint das im Sinne das Kommentars:
Das macht auch Sinn. Allerdings nur, wenn der Nahverkehr zum Nulltarif nicht an Stadtgrenzen endet. [...] Das „Problem“ sind die Pendler: Wohnraum in der Stadt ist knapp, Familien weichen ins Umland aus. Zur Arbeit, zur Schule, zum (Fach-)Arzt oder in der Freizeit müssen sie aber in die Stadt. [...] Landkreis und Hansestadt könnten mit Hilfe des Bundes Verkehrsangebote entwickeln und bieten, die Stadt und Land wirklich zusammenbringen – von der Menschen und Natur profitieren. Die Region könnte damit Vorbild für viele andere Städte (und ihr Umland) in Europa sein.





Bernd Wussek, die heute-show und die Intelligenz der Arndt-Befürwortenden

Es ist alles nur geklaut... Die heute-show arbeitet seit langer Zeit daran, Björn Höcke in Bernd Höcke umzutaufen - mit nicht geringem Erfolg, wie man hier und hier sehen kann. Es handelt sich, falls jemand die heute-show nicht kennt, um eine Satire-Sendung des ZDF; es gereicht Höcke nicht gerade zum Vorteil, running gag dieser Sendung zu sein.

Die OZ-Lokalredaktion Greifswald hat das geklaut, allerdings ohne ein gewollt satirisches Medium zu sein. Dass sie sich häufig lächerlich macht, steht auf einem anderen Blatt und ist sicherlich nicht beabsichtigt.

Auch die Lokalredaktion bastelt nämlich an einer Umbenennung: Die Föhrerin der Anti-Uni-Umbenennungs-Kampagne "Penetranten Greifswaldern ihr deutscher Arndt" (PEGIDA), hinter der außer ihr noch ein paar (teils farbig lackierte) Nazis stehen und ein paar Ewiggestrige, heißt Grit Wuschek. Die OZ, die Teil der Kampagne gegen die Umbenennung ist, kennt offenbar weder Feind noch, in diesem Falle, Freund(in): Der Hochleistungsjournalist aus der Greifswalder Redaktion, der bekanntermaßen gerne mit Jahre alten Textbausteinen arbeitet, um auf eine ersprießliche Zeilenzahl zu kommen, beherrscht sein Textverarbeitungsprogramm so wenig, dass er konsequent "Bernd" "Wussek" statt Wuschek schreibt.

Beispiele? Hier:











Ist sicherlich keine Satire, sowas beherrscht "Oberdörfer Eckhard", wie er jetzt zeichnet, nicht, sondern einfach schlecht recherchiert.




Freitag, 16. Februar 2018

Neuer Tiefpunkt in der Arndt-Debatte

"Lichterkette" meint die OZ, Fackelmarsch sagen andere Beobachter zur heutigen Veranstaltung der BI "Ernst Moritz Arndt bleibt". Vereinzelt sah man tatsächlich die im Aufruf erbetenen Lampions, überwiegend jedoch schlicht und ergreifend Fackeln.


Oder hier:

                                          Bild: strassentalk

Damit aber nicht genug. Selten sah man eine Demo, die links und rechts so "friedlich" vereinte. Bekannte Linke aus Stadt und Kreis über CDU bis hin zu Anhängern des rechtsextremen Vereins “Deutschland muss leben [Dml] e.V.” (u.a. Maik S.), einer Organisation, die ein bundesweites Unterstützungsnetzwerk für Neonazis schaffen möchte.

Entsprechende Logos und ein Banner waren selbstverständlich auch zu sehen.


                                          Bild: strassentalk

Mir fehlen die Begriffe, um dies zu beschreiben. Gruselig trifft es, ist aber schon zu oft benutzt worden. Jedenfalls ist mir jetzt klar, warum meine Frage an die BI, ob sie sich davon distanziert, dass u.a. auch der Dml e.V. zum Fackelmarsch mobilisiert, seit vier Tagen unbeantwortet blieb. Lassen wir eine Anwohnerin zu Wort kommen, die das Geschehen auf der fb-Seite der BI wie folgt kommentiert:

"Der heutige Protestmarsch führte an meiner Wohnung vorbei. Interessiert schaute ich aus dem Fenster, ob ich Studierende, Lehrende oder Verwaltende sehe, Menschen, die sich mit der Greifswalder Kultur auseinander setzen, ich entdeckte einen Fackelumzug (wirklich!?! Zu viel Ironie für mich), Menschen, die grölend „der Hahn muss laufen, ich will saufen“ sangen, ich entdeckte alle Klischees von saufenden Vorpommern.
Heute kann ich sagen, dass ich froh bin, dass es die Universität Greifswald gibt."

DAS LAND LÄSST UNSER THEATER HÄNGEN!



Was sagen die Kommunen dazu?

Ohne Erhöhung der Zuschüsse durch das Land und Dynamisierung durch Land und Kommunen hat das Theater Vorpommern keine Zukunft – egal ob Fusion, Kooperation oder selbständig wie bisher!
Der Theatergipfel Ende Januar hat gezeigt, dass das Land auch bei Erhöhung der Mittel durch die Kommunen dazu nicht ausreichend bereit ist. Im März findet der nächste Theatergipfel statt.

Sagen wir den Landespolitikern unsere Meinung!
Bestärken wir die Kommunen in ihrer Bereitschaft zur Unterstützung ihres Theaters!

Der Förderverein Hebebühne e.V. und die Bürgerinitiative „TheaterLeben“ rufen auf zu einer

Demonstration
am Donnerstag 22.2. um 16 Uhr vor der Greifswalder Stadthalle.

Anschließend um 17 Uhr kann man der Bürgerschaftssitzung beiwohnen mit einer Aktuellen Stunde zum Thema „Zukunft des Theaters Vorpommern“.
Eingeladen sind auch Vertreter der Landesregierung sowie Vertreter der anderen Gesellschafter (Stralsund und Vorpommern-Rügen). Für den Betriebsrat wird ebenfalls Rederecht beantragt.

Die Demonstration ist von der Hebebühne bereits angemeldet worden.



Leute, werdet Betrüger!

Lügt! Betrügt! Schadet dem Ansehen Eurer Berufsgruppe und der Republik! Ergaunert Gewinne auf Kosten der Verbrauchenden! Schadet der Umwelt!


Die Expertenkommission desVerkehrsministeriums empfiehlt, ein solches Verhalten durch Steuervergünstigungen zu fördern:

Bei Vermeidung von Fahrverboten kann das Ziel eines möglichst großen Anteils nachgerüsteter Fahrzeuge wesentlich dadurch verfolgt werden, dass die Kosten für die Nachrüstung durch eine externe Förderung abgedeckt werden. Eine solche Förderung könnte sich neben öffentlichen Mitteln auch aus finanziellen Beiträgen der Automobilhersteller speisen.

Also nix wie los! Hinterher kriegt ihr wieder nix...