Freitag, 9. Februar 2018

Unkritisch I

„Made in Germany“ überall gefragt

Deutsche Exporte stiegen auf Rekordwert
titelt die OZ heute. Ist es nicht toll? Ist es nicht großartig? Da schon die Legende vom deutschen Weltmeister-Ingenieurswesen leider ein bißchen lahmt wegen versunkener U-Boote in Südamerika, BER, Stuttgart 21, A20-Loch, Abgas-Betrug etc. etc., da schon der Sport versagt, siehe die Fußballbundesligamannschaften auf internationaler Ebene und der Handball, so soll wenigstens der Export weltmeisterlich sein und die geschundene deutsche Seele trösten.

Aber was ist die Kehrseite des weltmeisterlichen Exports? In derselben Zeitung ist sie zu finden, ohne dass irgendjemand, z. B. in einem Extra-Kommentarkästchen, darauf hinwiese:
Bei mutmaßlichen Giftgas-Angriffen in Syrien soll auch Material einer Firma aus Baden-Württemberg benutzt worden sein. Die Firma Krempel aus Vaihingen zeigte sich „entsetzt“ über Bilder von angeblichen Giftgas-Raketen der syrischen Armee, die mit Material des Unternehmens gebaut wurden. Man könne sich nicht erklären, wie das Produkt nach Syrien gelangt sei, erklärte ein Firmensprecher.
Es ist kein Wunder, dass Material, das man in Zeiten globalisierten Wirtschaftens über jeden gut organisierten Baumarkt bestellen und erhalten kann, auch in Waffen, zumal umgebauten, präsent ist. Trotzdem gehört dies zur ersten Meldung dazu!

Die Zeit der Unschuld ist lange vorbei. Ungefähr seit dem Zeitpunkt, an dem sich die Paradiestore hinter Adam und Eva mit lautem Krachen schlossen...





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