Montag, 21. Januar 2019

Besserer Vorschlag!

Asozial

Nach Ansicht des CDU-Politikers ist es offensichtlich, „dass Manuela Schwesig als Ministerpräsidentin um Längen noch nicht das Format ihres Vorgängers Erwin Sellering erreicht“. [...] Amthor monierte, dass die Regierungschefin den Fokus inhaltlich auf soziale Themen legt. „Sie verkennt dabei, dass es den Menschen nicht nur um soziale Wohltaten geht. Bei anderen wichtigen Themen wie etwa der inneren Sicherheit braucht sie die CDU als Treiber. Spätestens 2021 wollen wir in die Staatskanzlei zurück.“ (Hervorhebung durch den Verfasser)
Philipp Amthor über Manuela Schwesig. Der Zeitungsartikel sagt wenig über Schwesig, aber alles über Amthor!


Dienstag, 15. Januar 2019

Hochleistungsregionalhistoriker

Tja, bei seinem Artikel über die "Neuland"-App über die Kirche in Levenhagen kam der gute eob mal wieder nicht aus seiner heidnisch-norddeutsch-protestantischen Haut heraus, als er über die mittelalterliche Grundlegung für die Marienverehrung in der Wallfahrtskirche Levenhagen spricht:
Auf jeden Fall wird es je eine Station und vor der Kapelle geben. Sie soll, so heißt es, für ein Hostienwunder gestiftet worden sein. Eine Version: Der Pfarrer verlor die geweihte Hostie, also das für das Abendmahl bestimmte Brot. 
"Wunder", "Wallfahrt" und "Marienverehrung" hätten eob, unseren Hochleistungsregional-, -kirchen- -universitäts- und allgemeinen Historiker schon einmal stutzig machen können - Begriffe, die die katholische Kirche und, in diesem Zusammenhang, die Zeit vor der Reformation betreffen, das so genannte "Mittelalter". Eine kleine Recherche bei Wikipedia (die auch einem Hochleistungsregionalhistoriker etc. zuzumuten ist) hätte z. B. ergeben, dass das "Abendmahl" eine rein protestantische Einrichtung ist. Vorher und bei allen Nichtprotestanten heißt es "Eucharistiefeier" oder "Kommunion". War also nix mit dem für das Abendmahl bestimmten Brot!

Wirklich interessant wird es übrigens neben den liturgischen Unterschieden zwischen Eucharistiefeier, Kommunion und Abendmahl, wenn der Abendmahlstreit in der protestantischen, evangelischen und reformierten Kirche weitergeht mit der auch linguistisch nicht ganz uninteressanten Unterscheidung: "Dies Brot ist der Leib Christi" vs. "Dies Brot sei der Leib Christi".

Aber das nur nebenbei.




Montag, 14. Januar 2019

Lesenswert



Stephan Hebel: Merkel. Bilanz und Erbe einer Kanzlerschaft. Westend Verlag, Frankfurt am Main 2019, 128 Seiten, 14 Euro

Eine ausführliche Vorstellung des Buches durch den Autor selbst findet sich hier.

Donnerstag, 3. Januar 2019

Doch noch etwas zu Weber (AfD)

Es ist eigentlich müßig, zu den zahlreichen Ausfällen der Landes-AfD noch weitere Dokumentationen hinzu zu fügen. Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, Ralph Weber, soll aber doch noch mal genannt sein. Die Terrorfahrt von Bottrop und Essen kommentiert er durch Verlinkung eines Artikels des islamfeindlichen Blogs PI-News und nennt die Berichterstattung zu den Ereignissen "unglaublich und deutschenfeindlich" (für facebook-Nutzer: hier geht's zum entsprechenden Eintrag auf der fb-Seite von Weber).                            

Seine fb-Seite zu moderieren bzw. moderieren zu lassen, scheint er, wenn man es wohlwollend betrachtet, für überflüssig zu halten. Oder aber er teilt die Ansichten der dort Kommentierenden, in dem er ihre Kommentare stehen lässt. Seit mehr als einem Tag befindet sich dieser menschenverachtende Kommentar unter dem zuvor zitierten Eintrag.

                                           (screenshot der fb-Seite von Ralph Weber)

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Und täglich grüßt der Weihnachtsmann

Abgesehen davon, dass uns, wie in jedem Jahr, versichert wird, dass genug Salz gebunkert sei und viele Menschen im Frostfalle zum Ausbringen der weißen Berge zur Verfügung stünden; abgesehen davon, dass man in jedem Jahr aus dem "Katastrophenwinter" 78/79 zwei volle Zeitungsseiten schinden kann; abgesehen davon, dass in jedem Jahr der beste Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt gesucht wird (inklusive eines Lageplans der Glühweinbuden auf Fisch- und großem Markt) und dass es Menschen gibt, die, verkleidet oder nicht, zu dieser Jahreszeit baden gehen (habe ich noch einen der nervigen Standards vergessen?),

macht unser lokaler Schweinepreisanzeiger, vor allem der Hochleistungsjournalist in der Greifswalder Lokalredaktion, weiter wie gewohnt.

Ein bißchen Stimmung machen von wegen "Frauen können nicht autofahren und Männer nicht zuhören" und was dergleichen Dummbolzereien mehr sind, auch darin erweist der Greifswalder Hochleistungsjournalist seine Hochleistung mit der Überschrift

bleibt uns aber im Artikel die dazugehörenden Zahlen schuldig - eob bramarbasiert von allem möglichen Statistikkram, aber Frauen und Männer kommen nicht vor. Also - wie musterhaft von der AfD vorgegeben: Erst mal dicke Backen machen, aber den Beleg schuldig bleiben.

Selbiges gilt auch für folgende Schlagzeile (viel Schaum, nix dahinter):

Der eigentliche Skandal steht, so en passant, im Artikel:
In einer Statistik des Sozialministeriums wurden im vergangenen Jahr neben 3850 Frauen 332 Männer erfasst [...].

Ich bitte um Vergebung, Euer Ehren - aber es sind immernoch mehr als zehn Mal so viele Frauen wie Männer, die Opfer häuslicher, oft sexualisierter Gewalt werden! Was soll diese Überschrift?

eob soll endlich sein Handwerk lernen:

heißt es vielversprechend durch den selbsternannten "Historiker" in der Greifswalder Lokalredaktion. Sabine Bock habe dieses "in einem Aufsatz in einem Sammelband über die Residenzen der Pommernherzöge" geschrieben. Danke für diese Andeutung, eob! Die allergeringste Anforderung an einen ernstzunehmenden Historiker ist die Quellenangabe, die ich hiermit für die durch die handwerklichen Fehler der OZ frustrierten Leser_innen ausführlich nachliefere:

Unbekannte Wege. Residenzen der Pommernherzöge und der verwandten Dynastien als Kunstzentren und Stationen künstlerischer Migration zwischen Reformation zwischen Reformation und Dreißigjährigem Krieg. Herausgegeben von Rafał Makała, Schwerin: Thomas Helms Verlag 2018, ISBN: 978-3-944033-58-7, EUR 20,-

Cover

Hätte eob eigentlich selber sagen müssen.

Es wird nicht besser, die Hoffnung auf 2019 habe ich fahren lassen!

Freitag, 7. Dezember 2018

Und immer wieder: Schummelei beim Glyphosat

Gleich über mehrere Seiten hinweg hatte das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bei seiner Beurteilung von Glyphosat wortwörtlich aus dem Zulassungsantrag von Monsanto abgeschrieben – ohne die Passagen entsprechend zu kennzeichnen. Als dies vor rund einem Jahr aufflog, war die öffentliche Empörung groß. 
Aktuelle Recherchen des Bayerischen Rundfunks (BR) haben nun ergeben, dass dieses Vorgehen kein Einzelfall ist: Auch Behörden aus anderen EU-Mitgliedstaaten haben bei der Bewertung von Pestiziden seitenweise Texte aus den Zulassungsanträgen der Herstellerkonzerne übernommen. Besonders problematisch ist das, weil auch Passagen von der Industrie kopiert wurden, in denen die Gefahr von Pestiziden für die Gesundheit beurteilt wird. Ob die Behörden die Aussagen der Hersteller überhaupt nachgeprüft haben, ist völlig unklar. Die Rechercheergebnisse des BR stellen die Zuverlässigkeit des europäischen Zulassungssystems für Pestizide einmal mehr infrage
schreibt das Umweltinstitut in München

"Schummelsoftware" - diesen Euphemismus kann man jetzt von dem Verhältnis Bundesregierung und Autoindustrie auf große Teile der Beziehungen zwischen Verwaltung und Industrie übertragen...


Donnerstag, 6. Dezember 2018

eMobilität ist (bei unserem Strommix) auch nicht besser

Am besten: laufen, Rad fahren, Öffis...
Das heißt, eigentlich fangen die Probleme bei dem Betrug der Autohersteller an. Aus deren betrügerischen Werten wurden die Grenzwerte abgeleitet, die nun so hoch/niedrig sind, dass nur die allerneuesten Modelle künftig noch in Städte fahren dürfen.
Das ist an sich ja auch gut so. Ich unterstütze die Energiewende und den Klimaschutz. Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ja, ich habe damals den (gebrauchten) Diesel gekauft, obwohl ich zwar nicht so viel fahre, dass sich der Mehrpreis gelohnt hätte, aber ich dachte: Mach was für die Umwelt, unternimm was gegen den Klimawandel. Schließlich stößt der Diesel weniger als zwei Drittel des CO2 aus, die jeder halbwegs vergleichbare Benziner in die geschädigte Atmosphäre bläst
kommentiert heute Arnd Festerling in der FR. Eine Alternative bietet Berlins Verkehrssenatorin:
Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) schließt nicht aus, Autos weitgehend aus der Innenstadt zu verbannen. Mit Blick auf derartige Pläne in Paris sagte Günther am Mittwoch im rbb-Inforadio, man werde sich ansehen,  welche Erfahrungen dort gemacht werden und wie der Verkehr umgeleitet werden kann. [...] "Es kann nicht sein, dass immer mehr Autos in die Stadt kommen, dann haben wir das Gegenteil von fließendem Verkehr, dann stehen alle im Stau. Das will ja auch keiner." Nötig seien intelligentere Lösungen. Die Mobilität der Zukunft müsse aber auch von den Menschen angenommen werden. [...] Laut Günther soll demnächst in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden, ob die Straße Unter den Linden vom privaten Autoverkehr freigehalten werden kann. Das Vorhaben steht im Koalitionsvertrag. Wenn es funktioniere, werde es umgesetzt, so die Senatorin.

Die FDP wähnt Berlin im selben Artikel gleich als Exklave des "diktatorischen China":

Die Berliner FDP hält nicht viel davon, Autos aus den Innenstädten zu verbannen. "Eine autofreie Stadt politisch vorzugeben, wie Frau Senatorin Günther es für möglich hält, lehnen wir ausdrücklich ab", erklärte der infrastrukturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Henner Schmidt. Berlin sollte sich nicht an Peking und seinen diktatorischen Vorgaben für den Verkehr orientieren.
So kommen wir voran.