Sonntag, 13. Oktober 2019

Der 'Flügel' der AfD (mit Höcke und Kalbitz) trifft sich in Binz auf Rügen

Save the date: 23.11.2019 Ostseebad Binz - Treffen wir uns auf Rügen...

Erstes Flügelfest Mecklenburg-Vorpommern, heißt es in einer Einladung, die u.a. beim Rechtsausleger Weber bei facebook zu finden ist.

Am 23.11.2019 um 12:30 Uhr (Einlass 11:30) will sich die AfD-MV zu einem "Königsstuhltreffen" im Arkona-Strandhotel, Strandpromenade 59, 18609 Ostseebad Binz versammeln. Als Redner sind neben Weber und Komning u.a. Björn Höcke und Andreas Kalbitz angekündigt.

Dass sich ein angesehenes Hotel wie das Strandhotel nicht zu schade ist, diesen Hetzern eine Heimstatt zu bieten, verblüfft auf den ersten Blick. Beim zweiten Blick wird deutlich, dass die Direktorin des Hotels anscheinend eine gewisse Nähe zur AfD und dessen Rechtsaußenflügel verspürt, tritt sie doch mit einem Grußwort in Erscheinung.

Die gelegentliche Einschätzung, der hiesige Landesverband gelte als gemäßigt, kann wohl nicht mehr aufrecht erhalten werden, wenn sie denn jemals richtig gewesen sein sollte. So ist/sind die/der Landesvorsitzende ebenfalls laut Einladung mit Grußworten vertreten.

Wir glauben, ein Ausflug nach Rügen ist mal wieder angesagt, soll ja schön sein dort. Es geht das ganze Land etwas an, wenn sich radikalisierte Menschenfeinde hier versammeln.

Vielleicht hat auch jemand Lust, dem Arkona-Strandhotel seine Meinung kund zu tun. Hier geht's zur fb-Seite des Hotels inkl. der Möglichkeit einer Bewertung: https://www.facebook.com/pg/arkonastrandhotel/reviews/?ref=page_internal


Montag, 30. September 2019

Über Arndt und die Franzosen

In der heutigen Ostsee-Zeitung (Printausgabe) war eine ganze Seite über den einerseits als Antisemiten und Franzosenfresser erkannten und andererseits für die Abschaffung der Leibeigenschaft und Einsatz für die Pressefreiheit verherrlichten Ernst Moritz Arndt zu finden.

Eine Überschrift lautete:


Holla, sollte es sich doch bestätigen, dass Arndt mit seinem Franzosenhass und seinem Wunsch, alle Franzosen ans Messer zu liefern, insofern recht gehabt hat, als die französischen Besatzer Arndts intensiven Einsatz für die Bauernbefreiung nicht nur be-, sondern sogar verhinderten?

Der Artikel listet dann auf:

- Gustav IV. Adolf von Schweden erhoffte sich durch die Bauernbefreiung keine liebenden und lebensfrohen Untertanen, sondern eine Erhöhung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und damit höhere Steuereinnahmen aus seiner Provinz. Zunächst erhöhte er schon einmal die jetzt zu leistenden Steuern um 50 %. Die Steuern "wurden übrigens nicht auf der Basis der beispielhaften schwedischen Landesaufnahme und damit einer genauen Vermessung erhoben. „Stattdessen gab es eine fiktive Hufensteuer.“"

- "Für die Schaffung dieser Bauernstellen sollte Land staatlicher Domänen genutzt werden. Die Gutsherren behielten ihr Land, aber es fielen die den Gutsherren zu leistenden Dienste weg, was für diese natürlich ein großes Problem war."

- "Nach 1815 gelang es der nunmehr zuständigen preußischen Regierung nicht, die preußische Reformgesetzgebung gegen den Widerstand der Stände einzuführen. In der neuen Provinz Neuvorpommern galt weiter eine [...] rigorose Gesindeordnung. Diese führte die schwedische Regierung 1810 ein. Sie zwang die nunmehr freien Bauern häufig auf die alten Höfe zurück. Zwar waren sie den Grundherren nunmehr keine Dienste mehr schuldig, aber zugleich fiel die Absicherung fort. So mussten Gutsherren ihre Leibeigenen im Alter versorgen, freie Leute aber nicht."

Soweit also zur Bauernbefreiung durch den revolutionären Arndt, die fortschrittlichen Schweden und die befreienden Preußen. 

Aber wie ist das nun mit den Franzosen, die der Titel des Artikels doch so deutlich hervorhebt, als scheiterte die Bauernbefreiung, ganz im Sinne des Franzosenhassers Arndt, eben an diesen Franzosen? Im Artikel unter dieser Überschrift steht dann dazu nur noch, dass der oben erwähnte schwedische Plan, mehr Steuern von den "freien" Bauern einzunehmen, scheiterte, "denn die Umsetzung in den kriegerischen Wirren jener Zeit erwies sich als sehr schwierig. Napoleon, dessen Truppen 1807 bis 1810 und 1812/13 Schwedisch-Pommern besetzten, verschenkte großzügig Land an seine Offiziere. Und 1809 wurde Gustav IV. Adolf gestürzt. Er hatte Finnland an Russland verloren."

Okay, ich verstehe: dass die von Arndt persönlich befreiten Baueren nicht 50 % mehr Steuern als vorher an die Schweden bezahlen mussten, verdanken sie den Franzosen, sagt der Artikel.

Vive la France! 



Gustav IV. Adolf
Gustav IV. Adolf




Freitag, 27. September 2019

Bloß keine heiligen Kühe melken!

Die taz schreibt:
Auch nach der von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) angekündigten Novellierung der Straßenverkehrsordnung wird das Halten oder Parken von AutofahrerInnen auf Radstreifen nur zögerlich [Kotz, Der Säzzer] bestraft. Das geht aus dem Entwurf für die entsprechende Verordnung hervor, den der Fachverband Fußverkehr FUSS geleakt hat. Die geplante Novellierung sei enttäuschend und wenig hilfreich, sagte Roland Stimpel von FUSS.
[...]
Künftig solle das Halten und Parken auf Radstreifen bis zu 100 Euro kosten, hatte Scheuer angekündigt. Nach dem geleakten Entwurf der Verordnung soll das Halten auf Schutzstreifen für RadfahrerInnen und in der zweiten Reihe sowie das Parken auf Geh- und Radwegen künftig nur 55 Euro kosten. [... Ne, iss' klar, weil:] Erst bei Bußen ab 60 Euro gibt es für das Vergehen automatisch einen Punkt in der Flensburger VerkehrssünderInnenkartei. „Nach sechsmal Falschparken wäre bei einem höheren Bußgeld der Führerschein weg“, sagte er. Doch diese entscheidende Abschreckung fehlt jetzt.
[...]
Nur wenn es zu einer Sachbeschädigung kommt, sollen 100 Euro fällig werden [...] „Wie kann ein Auto beim Parken eine Sachbeschädigung verursachen? Das war mal wieder mehr Show als Tat“, sagte er.
[...]
Als Schikane gegen FußgängerInnen wertet der Verband die neue Vorgabe „Fahrräder sind außerhalb von Seitenstreifen und Fahrbahnen abzustellen“ in der Straßenverkehrsordnung. Damit soll der knappe Parkraum für Autos frei werden. Angesichts des Booms von Lastenrädern, Rädern mit Kinderanhängern und Rikschas dürfte es auf den Gehwegen eng werden, kritisierte Stimpel. Manche Lastenräder sind länger als vier Meter.

Aber zunächst pushen wir mal solche zusätzlichen, blödsinnigen Spaßgeräte für den standesgemäßen Coffee-to-go-Verzehr wie Elektro-Tretroller. Welch eine Verkehrspolitik! Schickt niemand den kleinen Andy ins Bälleland?

 

Dienstag, 17. September 2019

Für eine nachhaltige Landwirtschaft!


Seit einigen Monaten ist nun das Bündnis Unser-Land-schafft-Wandel aktiv um sich für ökologische und soziale Pachtkriterien auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Greifswald einzusetzen. Jetzt wir es ernst:
Am 4. November 2019 entscheidet die Bürgerschaft über die zukünftige Ausrichtung der Agrarpoltik. Wir fordern von der Bürgerschaft Greifswalds:
Ökologische und soziale Pachtkriterien bei jeder Landvergabe!
Die Bürgerschaft soll ökologische und soziale Kriterien einführen, die bei jeder Vergabe von Landwirtschaftsflächen angewendet werden. Alle auslaufenden Pachtverträge sollen öffentlich ausgeschrieben werden, damit alle Landwirtinnen und Landwirte eine Chance bekommen städtische Flächen zu bewirtschaften. Betriebe, die besondere ökologische und gesellschaftliche Leistungen erbringen, sollen bei der Verpachtung bevorzugt werden.
Bitte unterzeichnet die Petition unter:
Dort gibt es auch eine ausführliche Erklärung und weitere Infos.


Donnerstag, 5. September 2019

Man ist ja von Autofahrenden so einiges gewöhnt...

... aber das ist dann doch dreist:


... vor allem, wo gegenüber genauso ordnungwidrig geparkt werden kann, ohne den Fußweg zu blockieren!

Samstag, 31. August 2019

Nein, nein und nochmals: nein!

In der OZ von heute heißt es:

Der Kampf um die Kastanien ist zu Ende

„Die großen Kastanien bei Neuenkirchen werden gefällt“, kündigte Bluhm an. Dagegen liefen Naturschützer vergeblich Sturm. Ein zweites Baumgutachten habe das erste bestätigt. Die Kastanien seien bereits geschädigt und ihre Lebenszeit begrenzt.
Erstaunlicherweise kamen die Gutachten erst, als es gesetzter Wille wsar, die Kastanien zu fällen. Vorher hat sich niemand um die ach so geschädigten Kastanien gekümmert. Jetzt gibt es gleich zwei Gutachten, die so geschrieben sind, dass umgesetzt werden kann, was vorher bereits beschlossen war... Nachtigall, ick hör dir poltern!

Wenn die Bäume geschädigt sind, dann wodurch? Durch die Asphaltstraße, durch das Salzen im Winter durch die Abgase.

Der Ostseeküstenradweg will Raum haben für eine Verkehrsart, die es dort vorher nicht gegeben hat: für Radfahrende. Im Moment gibt es dort die Bäume und die Autostraße.

Wenn es eine neue Verkehrsart geben soll, die im Moment nicht passt, so muss von den alten "Bewohnern" etwas abgegeben werden.

Aber sind das automatisch die Bäume? Nein! Es ist eine neue Verkehrsart, die da intalliert werden soll, also müssen nicht die Bäume weg, sondern die Straße (die ja längst keine sakrosankte Bundesstraße mehr ist) muss abgeben.

Die Bäume leiden unter dem Autoverkehr und sollen jetzt gefällt werden, damit dort ein Radweg angelegt werden kann, auf dem die Menhschen wegen der Bäume fahren. Merkt keiner, was dort für ein widrvernünftiger Unsinn gemacht wird? Und alles nur, damit weiter einzelne Menschen in riesigen Autos mit überhöhter Geschwindigkeit durchbrettern können?

Die Bäume müssen bleiben.

Müssen wir den alle Fehler der Verganenheit wiederholen, als zugunsten des Autoverkehrs die eine Seite der Allee bereits gefällt wurde? Haben wir jeden Respekt vor der Natur und jedes Erinnerungsvermögen verloren?

Dreimal nein zu dieser Radwegplanung!




Freitag, 30. August 2019

Der alte weiße Nordkurier und seine Leser (ungegendert)

Manchmal fragte ich mich, warum die Kommentarspalten des Nordkuriers (NK) bei facebook von Wutbürgerausfällen nur so überquellen. Bei der Ostsee-Zeitung sieht es doch (zumindest ein wenig) besser aus. Nun, vielleicht liegt es ja an den Moderator*innen, könnte man meinen.

Das denke ich nicht mehr. Der Nordkurier bedient nämlich, manchmal unterschwellig, manchmal mehr als deutlich, genau das Klientel, das sich dann in den Kommentarspalten austoben darf. Zwei Beispiele aus jüngster Zeit verdeutlichen das. Ältere Beispiele finden sich hier und hier. Und das sind nur einige Beispiele von vielen.

Vor kurzem (am 15.08.2019) berichtete der NK über die Vorwürfe gegen Placido Domingo, der Frauen sexuell belästigt haben soll, und schaffte es, daraus "Schmuddelgerüchte" zu machen.

                                                           Titelseite des NK vom 15.08.2019

Im Innern hieß es dann noch, es gebe "Sex-Vorwürfe" gegen den Sänger. Mensch Nordkurier, die Vorwürfe sind, selbst wenn sie nicht bewiesen oder rechtskräftig festgestellt wurden, keine Gerüchte. Sie beinhalten strafrechtlich relevante Sachverhalte, die auch nichts mit "Schmuddel" zu tun haben. Es geht nicht um Sex, sondern um kriminelles Verhalten. Alte weiße Männer wissen aber, wie sie den NK zu verstehen haben und dürfen sich auf die Schenkel klopfen.

Heute hat der NK dann noch einmal eins drauf gesetzt.

                                          Screenshot Nordkurier-online vom 30.08.2019

Es geht um einen womöglich psychisch kranken Menschen und nicht um seine "Psycho-Akte". Im Übrigen, wie steht es um den Pressekodex, die Unschuldsvermutung und um die Rechte des Verdächtigen? Der "Usedom-Killer" ist für den NK bereits verurteilt, heißt es doch auch "zum 19-jährigen Mörder". Warum steht der Mann noch vor Gericht? Für den Nordkurier und seine Wutleser*innen ist doch eigentlich alles klar.

So bedient man die Leserschaft, die man möchte. Mal sehen, wie der Artikel auf facebook aufgenommen wird. Auf die meisten Kommentare dürfen wir uns sicherlich "freuen".

Freitag, 23. August 2019

Wo landet der Inhalt der Biotonne?

Probleme für Öko-Betriebe und Kommunen
Hinzu kommt, dass die Kompostproduktion in den Städten und Gemeinden durch die Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zur weitgehend stofflichen Nutzung aller Biomasseressourcen weiter steigen wird. Die damit erheblich zunehmenden Kompostmengen finden ihre sinnvolle Verwendung nur im landwirtschaftlichen Ackerbau, für den sie zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit am besten geeignet sind. Andere Verwertungswege, wie die Produktion von Gartenerden, haben im Vergleich dazu eine deutlich geringere Bedeutung. Alle diese Argumente sprechen klar dafür, die praxisfremde Anrechnung von Kompost-Stickstoff in der Novelle der DüV zu korrigieren.
Der ganze Artikel hier.