Mittwoch, 21. September 2016

Seltener Gast

Wenn wir mit der Totsanierung unserer städtischen Grünflächen so weiter machen wie bisher, werden wir ihn nicht wiedersehen!



Photos mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Möbius

Vergessenes Gendergedöns

Als ich heute morgen die Zeitung las, habe ich mir gleich gedacht: Hingehen und spenden!

Dann fragte ich mich: Habe ich da was zu spenden?

Aber: Ich, Mann, bin doch angesprochen!

Verwirrung.


Nicht der Rede wert

Gestern verlief die Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur irgendwie. Gegen Ende gab es den Tagesordnungspunkt "Informationen der Verwaltung". Vom Kulturamt kam nicht viel.

Heute morgen las ich dann in der OZ:

Stadtverwaltung wird neu geordnet

[...]
Das Kulturamt und das Amt für Bildung, Sport und Wohngeld werden zum Amt für Bildung, Sport und Kultur zusammengelegt. In diesem Amt werden laut Fassbinder wichtige, sogenannte „weiche“
Standortfaktoren gebündelt, die entscheidend für die Lebensqualität der Bürger sind.
[...]
Pardon: Hätte das nicht unter "Unformationen der Verwaltung" zumindest Erwähnung fionden müssen? Nein?
Okay.

Aufatmen...


Bitte um Unterstützung!

Auf "klarschiff.de", der Greifswalder Bürger_innenbeteiligungsseite, ist eine Aktion für einen barrierefreien Zugang zur Stadtbibliothek gestartet worden.

Dies halten wir natürlich für unterstützenswert - niemand soll durch die baulichen Voraussetzungen daran gehindert werdedn, die Stadtbibliothek zu besuchen!

Deswegen bitten wir um Unterstützung der Aktion!

Geht ganz einfach:


Es ist ganz einfach und selbsterklärend. Zwei Klicks für Sie - eine Riesenmögliuchkeit für alle!


Dienstag, 20. September 2016

Das in Greifswald!

Und dann noch nur ein Lastenfahrrad für alle die sieben Paketdienste, die momentan die Fußgängerzone unsicher machen... ein Traum!



Warnung

Das Eschensterben greift um sich, es hat Greifswald längst schon erreicht.

Deswegen sei hier gewarnt vor Spaziergängen, Geocaching oder dem Pilzesammeln in vorwiegend mit Eschen bewachsenen Waldgebieten - die Bäume sehen gesund aus, die nicht sichtbare Wurzel ist aber bis auf einen kleinen Stumpf verfault. Sichtbares Kennzeichen sind die spärlichen Triebe. Die Eschen können bei dem kleinsten Windhauch umstürzen.

Insofern: Obacht! Vor allem in der Nähe von Eschen!

Weiter unten sind einige Fotos von Ulrich Möbius zu diesem Thema.



Hier geht es zu den Fotos aus dem "Eichwald" bei Greifswald:


Montag, 19. September 2016

Tristesse pure

Wir hatten so unsere Befürchtungen.

Ja, ja, ich weiß: Das Gras muss noch wachsen, die Büsche höher werden, die Kunst noch kommen.

Aber dafür sind viele, gesunde, wunderschöne, individuelle, alte Bäume abgeholzt worden.

Für eine Fläche, deren einziger Sinn in der Pflegeleichtigkeit besteht.

Es gibt noch nicht einmal Mülleimer - vermutlich, weil die jemand leeren müsste.









 Hier geht es weiter:

In welchem Lande leben wir?



Samstag, 17. September 2016

Einfach umblättern

Zu den OZ-fb-Posts der Autofahrenden in der heutigen Lokalausgabe kann ich nur eines sagen: Blättern Sie bitte ein paar Seiten weiter in derselben OZ. Dort, im Sonntags-Teil auf S. XII, finden Sie:


Unser Vorschlag wäre: Statt sich darüber zu streiten, ob die Parkausweisvergabe an Greifswalder Erstwohnsitzler Ähnlichkeiten habe mit der Kampagne "Deutsche, kauft nur bei Deutschen!", sollte man sich über intelligente Lösungen für die Überfrachtung der Innenstadt mit geparktem Blech Gedanken machen.

Es gibt kein Menschenrecht auf das Auto vor dem Küchenfenster. Autos, das sollten wir nicht vergessen, sind für das wenigste eine Lösung, aber für das meiste das Problem. Wenn das Auto weiter weg steht als die nächste Bushaltestelle zu finden oder das Fahrrad abgestellt ist, tun wir etwas für die körperliche Bewegung der Autofahrenden, außerdem hätten wir eine Lösung für die leidigen, jedweder Ästhetik widersprechenden Blechhaufen in der Innenstadt. Und so weit entfernt ist der Parkplatz nördlich des Rycks nicht...



Also: Parken die Autos am Rand, haben wir auch einen Baustein zur Schaffung bezahlbaren Wohraums geschaffen. Und das sollte es uns wert sein!

Berlin hat das Problem bis zum Ende durchdacht und kommt zu folgendem Schluss, den ich der Stadt Greifswald ebenfalle empfehle:

 

Erwartungen





Mehr hier.

Freitag, 16. September 2016

Wir hätten es wissen können +update+

Die Katastrophe auf dem Greifswalder Karl-Marx-Platz nähert sich ihrem Kulminationspunkt (um es sprachlich spannend und für die hiesige, an Krawall-Berichterstattung gewohnte Bevölkerung schmackhaft zu machen): Bald sind die Wege-Arbeiten abgeschlossen, man kann schon sehen, was passieren wird.

Nachdem zugunsten einer Spar-Grünpflege sämtliches "Altholz" gnadenlos weggeräumt wurde - mit zweifelhaften Begründungen: Aus den Parkbäumen wurden plötzlich "einseitige Chausseebäume", für die der Kreis zuständig war, gegen dessen Fällgenehmigung man weniger tun kann... -, ist jetzt Platz für einen aufgeräumten Park.

Dabei hätten wir es alle schon vorher wissen und protestieren können: Welcher Mensch geht davon aus, dass Spazierengehende im rechten Winkel laufen? Unsere Vertreter vom städtischen Tiefbau- und Grünflächenamt sowie das von ihnen beauftragte Planungsbüro! Zwischen beiden stimmt offenbar die Chemie insofern, als beide ihren Auftrag dahingehend verstehen, DIN-Normen und Verwaltungsvorschriften in öffentliche Grünanlagen umzusetzen. Kein Gedanke wird an die Bedürfnisse und Vorlieben derjenigen verschwendet, die das öffentliche Grün nutzen sollen (oder wollen, oder müssen...).

An aller erster Stelle der Planung steht: Wie schaffe ich es, öffentliches Grün so nah an die Komplettpflasterung heranzuführen, dass ein einzelner Mensch auf einer Kehrmaschine künftig die Grünpflege betreiben kann?

Bürger_innen? Nutzer_innen? Egal. Menschen mit Rollator oder Rollstuhl? Egal. Spielende Kinder? Interessieren uns doch nicht. Hauptsache: pflegeleicht!

Auch die AG Westend (?), deren Namen und Zusammensetzung ein Geheimnis ist, die geheim tagte und deren Arbeitsergebnisse ebenfalls geheim blieben, scheint davon auszugehen, dass unsere Zukunft die Roboter sind - immer scharf rechts!

Dabei hätten wir es seit dem 10. März 2015 wissen können, was uns da droht. Vielleicht haben wir uns von dem Wort "Entwurf" einlullen lassen; so schlimm kann und wird es nicht werden.

Es wird.

Man kann es schon sehen.










Update:




Karl-Marx-Platz und Carl-Paepke-Platz erstrahlen in neuem Glanz

Gleich zwei bedeutende Plätze werden in diesen Tagen im westlichen Altstadtviertel fertig gestellt. Sowohl der Carl-Paepke-Platz als auch der Karl-Marx-Platz sind nach mehrmonatiger Bauzeit saniert. Heute wurde der Karl-Marx-Platz freigegeben, die Abnahme des Carl-Paepke-Platzes erfolgt am Montag.


Donnerstag, 15. September 2016

Für die Zukunft "unserer" Autos

Die Ostsee-Zeitung berichtet heute über den jüngsten Vorstoß von SPD und Grünen zum Anwohnerparkausweis, der in der Ortsteilvertretung Innenstadt diskutiert wurde. "Konkrekt fordern die beiden Fraktionen der Greifswalder Bürgerschaft, dass die Parkausweise für Anwohner nur noch von Personen beantragt werden dürfen, die ihren Hauptwohnsitz in der Hansestadt haben."

Wir haben einen weitergehenden Vorschlag, der deutlich mehr Entlastung bringen und keinen Sozialneid unter Deutschen hervorrufen würde. Danach bekommen nur Bio-Deutsche mit Wohnsitz in Greifswald einen Anwohnerparkausweis. Bei einem gefühlten Ausländer- und Geflüchtetenanteil von 50% an der Greifswalder Gesamtbevölkerung würde dies die Parkplatznot in der Innenstadt auf einen Schlag beenden. Sollte das wider Erwarten nicht zum Ziel führen, könnte nach einer zweijährigen Erprobungsphase die Beschränkung dergestalt erweitert werden, dass nur noch BesitzerInnen deutscher Autos einen Anwohnerparkausweis erhalten.

Offen will man sich zwar nicht zum Vorschlag einer linksversifften Liste äußern, hinter vorgehaltener Hand ist aber zu hören, dass dieser Vorschlag von unserer Provinz-Pegida "FFDG" mit ihrem Motto "Für die Zukunft unserer Kinder" und von der AfD Vorpommern-Greifswald unterstützt wird. Ein Greifswalder AfD-Mandatsträger, der seinen Namen nicht nennen möchte, kommentierte: "Wir haben immer gesagt, dass wir nicht gegen vernünftige Vorschläge stimmen würden, egal woher sie kommen. Es kann nicht sein, dass Ausländer den Greifswaldern die Parkplätze rauben. Gerade durch meinen Beruf sind mir die Probleme und Konflikte, die dann wieder auf dem Rücken der Polizei ausgetragen werden, bekannt." Dabei sei es unerheblich, ob es sich um Syrer oder Franzosen handele. Der Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern bekundete indirekt seine Sympathie für das Vorhaben. Er stellte die Frage in den Raum, was ein Franzose in Greifswald eigentlich zu suchen habe.

In der Erprobungsphase sollte jedoch noch untersucht werden, ob das unmittelbare Parken vor der eigenen Haustür und die damit verbundene fehlende Bewegung nicht der "Volksgesundheit" abträglich sein könnte.

Und wieder fällt MV unangenehm auf

In MV gibt es, obwohl es das Land mit den wenigsten Einwohneren ist, relativ und absolut die meisten Nachweise dafür, dass es mit dem Verbalen nicht so weit her ist:
Die meisten Straftaten im Wahlkampf – insgesamt 552 – passierten dabei im dünn besiedelten Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 1,6 Millionen Einwohnern.
Danke dafür! Das Ergebnis war ja auch auf entsprechendem Niveau.

 Zum Bericht bei "report" geht es hier entlang.



Mittwoch, 14. September 2016

Unkrautdreck muss weg!

Heute morgen überraschte mich der Hochleitungsjournalist in der Greifswalder OZ-Redaktion mit meiner Forderung:


Jau, dachte ich. Hundekot, Einmalverpackungen, Reste von Mac-Doof-Mahlzeiten, Coffee-to-go-Becher, Glasscherben und Noch-nicht-Glasscherben, unter die Scheibenwischer geklemmte Visitenkarten von Altautohändlern und Knöllchenbenachrichtigungen, Hansa-Schmierereien in Farbe und Schrift ("ACAB"), durch den Wind auf 100 Meter zerstreute Anzeigenblättchen, Eisbecher, Würstchenpappen - alle diese Dinge und noch viel mehr stören das Stadtbild, vor allem, wenn eine Masse konsumierender Einkaufsnachtbesucher_innen das Stadtzentrum stundenlang belagert hat.

Falsch gedacht!

Grün ist Dreck. Pflanzen sind zu vernichten. Es stört nicht der von Menschen produzierte Dreck, sondern es ist das Grün, das sich gegen den Asphalt durchsetzt - das muss weg! Es stört die von Menschen gewollte Ordnung. Alles, was quer, nicht Mainstream und gegen die Ordnung ist, ist Dreck und unterliegt dem Sauberkeitsgebot.


Schön ist, was ordentlich ist. Wann wird es das Drecksgrün endlich begreifen, dass es in einer ordentlichen Stadt nicht zu wachsen hat?

Im Ernst: Man kann sich dafür einsetzen, dass es Grünpflege gibt. Das städtischeTiefbau- und Grünflächenamt kastriert ja bereits seit geraumer Zeit alle städtischen Grünflächen zu maschinenpflegbaren Spießervorgärten - siehe Karl-Marx-Platz. Die dadurch eingesparte Arbeitszeit könnte ja theoretisch zur Grünpflege verwendet werden. Die Grünpflege in landesalimentierten Beton-, Asphalt- und Verbundsteinanlagen, genannt öffentlicher Raum, darf nicht nach Verbrauch der Landesfördermittel aufhören, dann fängt kommunale Zuständigkeit nämlich erst an!

Aber ich bitte darum, Grünpflege nicht mit dem Begriff "Sauberkeit" zusammenzubringen. Das gemahnt an ganz üble, hoffentlich längst abgelegte Zeiten. Sauberkeit betrifft in erster Linie das, was die Greifswalder_innen unter sich fallen lassen - bewusst oder in ihrer Leck-mich-am-...-Einstellung.

Pflanzen, auch Unkraut, sind etwas anderes: Unter dem Pflaster liegt der Strand!







Lokalkompetenz

Vor wenigen Tagen verlegte die OZ als unsere Lokalzeitung den Fußmattenstreit nach Stralsund. Wir befürchteten schon, dass der berühmte Poller nun in Wolgast die Autos schrottet, aber die OZ hat es auf andere Weise geschafft, weder Qualitätsjournalismus einer Wochenzeitung noch Lokalkompetenz zu erweisen, indem sie Eva-Maria Kröger ein bereits im Sommer abgelegtes Amt zuspricht:



Ich benutze einmal die höchst nervige, aber ständig verwendete Redewendung in unserer Lokalzeitung: "(die OZ berichtete)", nämlich am 7. 5. 2016:

Sybille Bachmann leitet Aufsichtsrat

Nicht Eva-Maria Kröger ist Vorsitzende des Aufsichtsrates des Rostocker Volkstheaters, sondern Dr. Sybille Bachmann. Die Fussmattenaffaire fand in Greifswald statt, und der Poller steht in Wieck.

Oder in Eldena?





Montag, 12. September 2016

Öffentliche ISEK-StadtKonferenz



Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Sie gern – in Erinnerung und Konkretisierung meiner Mail vom 12. August – zur öffentlichen ISEK-StadtKonferenz einladen.

Datum: Mittwoch, 21.09.2016, 17:00 bis 20:00 Uhr
Ort: Aula der Käthe-Kollwitz-Schule, - Eingang Brüggstraße

Ablauf:

17:00 Uhr – Begrüßung
§  Ute Prochnow, Schulleiterin Käthe-Kollwitz-Schule
§  Dr. Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister
§  Jörg Hochheim, 1. Stellvertretender Oberbürgermeister und Baudezernent

17:15 Uhr – ISEK Greifswald 2030plus
Einblick in den Arbeitsprozess – Zentrale Ergebnisse – Strategien und räumliches Leitbild
§  Andreas Paul und Christiane Kornhaß, Büro für urbane Projekte

17:45 Uhr – Pause für Imbiss, Getränke, erste Gespräche

18:00 Uhr – Fragen, Beiträge und Diskussion
Moderation durch Maik Wittenbecher, freier Journalist
Auf dem Podium:
§  Dr. Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister
§  Jörg Hochheim, 1. Stellvertretender Oberbürgermeister und Baudezernent
§  Thilo Kaiser, Leiter Stadtbauamt
§  Birgit Socher, Bürgerschaftspräsidentin (angefragt)
§  Heino Förste, Ortsteilvertretung Wieck-Ladebow
§  Jörn Roth, Vorstand WGG eG.
§  Klaus-Peter Adomeit, Geschäftsführer WVG mbH
§  Waldemar Okon, Universität Greifswald, Referat Bau und Raumplanung
§  Christiane Falck-Steffens, Amt für Raumordnung und Landesplanung Greifswald
§  Andreas Paul, Büro für urbane Projekte

19:00 Uhr – Fazit und Ausblick
§  Jörg Hochheim, 1. Stellvertretender Oberbürgermeister und Baudezernent sowie Andreas Paul, Büro für urbane Projekte - moderiert von Maik Wittenbecher

19:15 Uhr – Dank und Einladung für Anschlussgespräche
§  Dr. Stefan Fassbinder
Besuch der Ausstellung zum ISEK - Gespräche bei Getränken und Imbiss

20:00 Uhr – Ende der Veranstaltung

Sie dürfen diese Einladung gerne weiteren Interessierten an der Greifswalder Stadtentwicklung weiterleiten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, - wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Michael Heinz


Universitäts- und Hansestadt Greifswald
Der Oberbürgermeister

Stadtbauamt
Abteilung Stadtentwicklung/Untere Denkmalschutzbehörde






Es geht um 300 Euro... +update+

Einerseits sollte ein Verein in der Lage sein, jährlich 300 Euro aufzutreiben. Schwieriger wird es schon, wenn er zusätzlich 300 Euro auftreiben muss. Lächerlich wird es, wenn ein Kreis aus "Sparsamkeit" die Förderung eines funktionierenden Vereins einstellt - um die Wahnsinnssumme von 300 Euro pro Jahr zu sparen...

Welche Partei war noch die große Gewinnerin der kaum eine Woche zurückliegnden Wahlen? Weshalb wurde sie nochmal gewählt? Wohl kaum wegen der Flüchtlinge, eher wegen des Gefühls des Abgehängtseins und der Unterversorgung.

Und jetzt das!


Update:






Bitte nachdenken!

Güllner schrieb in einem Gastkommentar für die „Frankfurter Neue Presse“. Jetzt werde allein Angela Merkel verantwortlich gemacht, weil ihre Flüchtlingspolitik angeblich zum einzigen Wahlkampfthema wurde und die Bundespolitik somit die Landespolitik überlagert habe. Das sei eine falsche Interpretation, meint Güllner. Es handele sich um ein willkommenes Erklärungsmuster, weil man damit davon entbunden werde, über die eigenen Schwächen nachzudenken. (Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstitutes Forsa)


Freitag, 9. September 2016

Nichts Neues

Heute hat der Hochleistungsjournalist eob mal wieder tief in die Mottenkiste seiner Textbausteine gegriffen, nichts gelesen und nicht nachgedacht und ist daher auch zu einem nur mäßigen Ergebnis (vermutlich würde er selbst es "Artikel" nennen) gelangt. Zudem noch feige - er versteckt seine Invektive hinter dem unpersönlichen "man" und dem Konjunktiv und eifert darin einem Vorbild (das gerade zum Mitglied eines Fraktionsvorsitzes in Schwerin aufgestiegen ist) nach, das sich mit dem äußersten Rand des gerade noch Legalen exzellent auskennt und juristisch nicht angreifbar ist. Allerdings reicht er diesem Vorbild bestenfalls bis zum Knie.

Hier das, was der Hochleistungsjournalist zum Anlass seines "Artikels" genommen hat, nämlich die Pressemitteilung von Gregor Kochhan, Michael Steiger und mir. Wir verweisen besonders auf den letzten Satz, auf den wir ziemlichen Wert legen (ob so viel Wertschätzung und Rücksichtnahme auch von den Grünen zu erwarten ist?):



Austritt
Wir, Gregor Kochhan, Ulrich Rose und Michael Steiger, sind aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen ausgetreten.
Zu den Gründen:
Dass der grüne Kreisverband Vorpommern-Greifswald Menschen nicht aufgenommen und verdrängt hat, deren Nasen ihm nicht passten und dabei Falschbehauptungen und Lügen benutzte, deren Verwendung ihm gerichtlich untersagt wurde, ist nebensächlich.
Politisch sind wir enttäuscht, weil der Kreisverband nicht mehr in Erscheinung tritt. Er zeigt sich als kostenlose Hilfstruppe zum Aufhängen von Kopfplakaten. Seinen Auftrag, zur politischen Willensbildung beizutragen, nimmt der Kreisverband nicht wahr. Als politische Größe ist auch der Landesverband nicht existent. Inhalte und Programme in der grünen Arbeit vor Ort sind nicht mehr auszumachen. Wir werden uns daher an einzelnen Initiativen orientieren; ein Vorgehen, mit dem wir in der jüngsten Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Die letzten Monate haben uns gezeigt, dass es in Greifswald und Umgebung viele Menschen gibt, die aktiv unsere Region verändern wollen. Wir möchten mit diesen Menschen diskutieren und streiten. Wir werden in Zukunft diese Gruppen mit unserer Kraft und unserem Wissen unterstützen. Wir werden weiterhin ein unbequemer, lebensfroher Teil unserer Gesellschaft sein. Dafür brauchen wir kein Parteibuch.
Die Entwicklung auf der grünen Bundesebene machte uns die Entscheidung leicht. Es ist einfacher, mit aktiven Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen, ohne sich für Fehlgriffe grüner Prominenz rechtfertigen zu müssen. Wir stehen nach wie vor für eine soziale, pazifistische, basisdemokratische und ökologische Politik.
Andere Konstellationen, z.B. die Alternative Liste (AL), und Bündnisse mit politisch wirklich wachen und aktiven Menschen, z. B. das Bündnis "Greifswald für alle" und das Aktionsbündnis "Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!", bieten weitaus bessere Möglichkeiten politischer Aktivität auf kommunaler Ebene als der schweigende, funktionärsbestimmte Kreisverband Vorpommern-Greifswald von Bündnis 90/Die Grünen.
Unser Entschluss zum Austritt stand schon geraume Zeit fest. Wir haben damit aber bis nach den Landtagswahlen in MV gewartet, um keine ungewollten Turbulenzen auszulösen.


Um eobs Stil aufzugreifen: "Man vergleiche dies mit dem "Artikel" des Hochleistungsjournalisten".

Im "Artikel" von eob wird Tobias Linke mit der Bemerkung erwähnt, die Kritik an der - formulieren wir es wertschätzend - Zurückhaltung des Kreisverbandes in politischen Dingen sei „Herabwürdigung von Menschen“. Bevor er diese Worte anderen, z. B. uns gegenüber verwendet, sollte er zunächst in Gedenken seines Umgangs mit seinen Mitmenschen in den Spiegel schauen. Die ebenfalls erwähnte Beschwerde von Timo Pfarr, das Parteiausschlussverfahren sei so viel Arbeit gewesen, dass sie gar nicht mehr zur Politik gekommen seien, läßt tief blicken, was die Qualität der Grünen Vorstandsarbeit im KV betrifft. Ich erinnere daran: Der Kreisvorstand und einige Mitglieder sind innerparteilicher Diskussion aus dem Wege gegangen, indem sie ein Ausschlussverfahren angezettelt haben unter Verwendung von Behauptungen, die ihnen gerichtlich untersagt wurden. Wenn sich Timo Pfarr jetzt über die viele Arbeit beschwert, die das selbst initiierte Verfahren erzeugt hat und damit dann auch noch begründet, warum sie politisch über Jahre hinweg inaktiv gewesen seien, entbehrt dies nicht einer gewissen Komik.

Aber so sind sie halt.

Deswegen sind wir ja auch ausgetreten.