Donnerstag, 17. Juli 2014

Nachgetreten

Nun bin wahrlich kein Fußballgucker, geschweige denn -experte, aber Nachtreten, auch verbal, das ist selbst mir klar, ist verpönt.
Nun hat sich Fußball- und Boxexperte Axel Hochschild (CDU Greifswald) mit einem Leserbrief in der OZ zum Gaucho-Tanz der Nationalmannschaft zu Wort gemeldet. Er sieht in diesem Fremdschämtanz, der ihm ein Spaß ist und anscheinend große Freude bereitet hat, eine "Antwort auf Argentiniens Brutalo-Spiel", gar eine "gelungene".
Von Völkerverständigung hält er nichts und sieht auch nicht den Sport bei dieser Aufgabe. Zu guter Letzt vergreift er sich (zum wiederholten Male) in der Wortwahl, wenn er Kritiker dieses peinlichen Auftritts einiger Spieler der Nationalmannschaft als Gutmenschen bezeichnet.
Ich empfehle Herrn Hochschild einen Blick auf die Begriffserklärung bei Wikipedia, das von der CDU Greifswald bekanntlich gerne gelesen wird, auch wenn Zitate daraus nicht immer als solche gekennzeichnet werden. Gutmensch, dieser Kampfbegriff  aus dem "konservativen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Bereich" (Wikipedia), war als Unwort des Jahres 2011 nominiert und belegte Platz zwei. In der Begründung zur Nominierung heißt es: "Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des „guten Menschen“ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren."
Ich geh´ jetzt in den Keller, wo diese "Späßchen" nach Hochschilds Geschmack besser aufgehoben wären.

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