Montag, 19. Mai 2014

Scheinheilig, verlogen, höhnisch

Eigentlich wollte ich aus diesem kleinen Beitrag eine Satire machen, aber dafür ist es erstens zu ernst und zweitens werde ich mit satirischen Äußerungen öfter nicht verstanden (z.B. hier).
Folgende Zeilen sollten wir uns auf der Zunge zergehen lassen:

"...schwarze Schafe, für die nur der eigene Vorteil zählt. Sie spekulieren auf steigende Grundstückspreise und lassen dabei wertvolle Baudenkmäler verfallen. Eine solche rücksichtslose Profitgier ist widerlich."
"... verbindet das Eigentum mit einer großen Verantwortung und diese Verpflichtung müssen wir im Interesse unserer Stadt auch einfordern."
"... dass sanierungsunwillige Eigentümer zur Rechenschaft gezogen werden."
"... werden wir auch über Enteignungsverfahren nachdenken."

Wer meint, hier hätten die Linken oder eine dröge-moralisierende Verbots- und Bevormundungspartei verbal um sich geschlagen, irrt. Zur Rechenschaft ziehen und ggf. enteignen, hätte zwar gut gepasst.
Die Auflösung, wer diese Zitate von sich gab, findet sich hier. Ich empfinde dies, angesichts der von der CDU verantworteten Bausünden in Greifswald (erinnert sei u.a. an das Petruswerk, das die Stralsunder Straße 10 ohne CDU-Gegenwehr verkommen ließ, erinnert sei an die Dompassagen, erinnert sei an die Brinke16/17 usw., usf.) schlicht als Frechheit.

Kommentare:

  1. Unter der Überschrift „Scheinheilig, verlogen, höhnisch“ hat sich Gregor Kochan mit einem Aufruf des CDU-Stadtverbandes auseinandergesetzt, der für den 21. Mai 2014 zu einer Mahnwache aufgerufen hat um auf vorhandene Missstände an Baudenkmälern in der Greifswalder Innenstadt hinzuweisen, die sich im privaten Eigentum befinden.

    Ich kenne Herrn Kochan aus dem Kreistag als einen sicher streitbaren aber eigentlich recht kompetenten Kollegen. In dieser Sache aber schießt er mit seiner Kritik erheblich über das Ziel hinaus, wenn er versucht, der CDU die Verantwortung für alle Bausünden der Vergangenheit zuzuweisen.

    Es ist ein Gebot der Fairness darauf hinzuweisen, dass es die CDU war, die in der Ortsteilvertretung Innenstadt die bestehenden Missstände kritisiert hat. Der Vorsitzende der OTV hatte daraufhin sogar versucht, mit den sanierungsunwilligen Eigentümern Kontakt aufzunehmen. Das gleiche Ziel verfolgte eine von mir im September 2013 durchgeführten Informationsveranstaltung, in der ich die Möglichkeiten der Förderung privater Modernisierung aufgezeigt habe.

    Es entspricht auch nicht den Tatsachen, dass die CDU die Stralsunder Straße 10 ohne Gegenwehr verkommen ließ. In einem schlechten Zustand befand sich das Gebäude bereits, als es das Petruswerk in 2007 von der Universität erwarb. Dennoch habe ich dem vom Eigentümer gestellten Antrag auf Abbruch des maroden Gebäudeensembles nie zugestimmt. Und wenn ich mich richtig erinnere, dann war es nicht zuletzt auch meinen Bemühungen zu verdanken, dass am Ende der Verkauf der Gebäude und Freiflächen vom Petruswerk an die Stralsunder Straße 10 GmbH stattfinden konnte.

    Auch die von Herrn Kochan in diesem Zusammenhang erwähnte Darstellung zur Brinkstraße 16/17 ist unvollständig. Richtig ist zunächst, dass auch hier keine Abbruchgenehmigung erteilt wurde. Der Abbruch eines solchen Objektes ist nämlich verfahrensfrei, d.h. der Eigentümer muss den Abbruch lediglich anzeigen und für die Standsicherheit der benachbarten Gebäude Sorge tragen.

    Grundsätzlich ist jeder Abbruch eines historischen Gebäudes zu bedauern. Und zweifellos ist die Brinkstraße 16/17 ein Zeugnis des historischen Bauens. Dies sind andere historische Gebäude auch, aber nicht alle sind Denkmale. Die Denkmalschutzbehörde hatte bei ihrer Untersuchung des Gebäudes einen möglichen Denkmalwert nicht feststellen können. Die Verwaltung ist in ihrem Handeln an Recht und Gesetz gebunden. Dies sollte auch dem Juristen Gregor Kochan bekannt sein. Der Abbruch des Gebäudes Brinkstraße 16/17 wäre deshalb nur privatrechtlich durch eine Einigung zwischen dem Eigentümer und der Initiative zu verhindern gewesen. Auch hier habe ich versucht, quasi in letzter Sekunde zu vermitteln und dem Investor mehrere städtische Tauschgrundstücke innerhalb und auch außerhalb des Sanierungsgebietes angeboten.

    Herr Kochan empfindet den Aufruf der CDU zur Mahnwache „schlicht als Frechheit“. Ich bitte um Verständnis, dass ich seinen Kommentar keiner Bewertung unterziehen möchte.

    Jörg Hochheim

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  2. Gerade kochhan macht die Klappe auf! Wie lächerlich. Was ist denn mit der Diakonie in der Rakower STraße? Selten so etwas häßliches gesehen.

    Erst denken, dann schreiben, lieber Gregori!

    Prost! (wie man so schön bei euch auf Arbeit sagt ;) )

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