Dienstag, 8. August 2017

Meinungsmache im Nordkurier

Der Nordkurier macht heute auf einer (redaktionellen) Seite in seiner Vorpommern-Ausgabe kostenlos Werbung für die AfD.

Während der eine Artikel "Hohe Rechnung für Anklams Gummi-Traum" noch ohne Vermischung von redaktionellem Text und Kommentar (ein Kommentar ist beigefügt und als solcher gekennzeichnet) auskommt, verwischt diese Trennung beim zweiten Artikel "Jung-Sozialist: Wolgaster Kritiker sollen die Linke verlassen!" völlig. Beide Artikel sind nicht online verfügbar.

In besagtem zweiten Artikel spricht der Nordkurier von "AfD-Hysterie" bei den Linken im Kreis. In einem redaktionellen Artikel wohlgemerkt, nicht in einem Kommentar. Und merkt süffisant an, für die Linken sei "die AfD sozusagen die Ausgeburt der Hölle". Sie sei für die Linken nur deshalb rassistisch, weil "sie den ungebremsten Flüchtlingsstrom nach Deutschland" ablehne. Das ist Meinungsmache, die in einem solchen Artikel nichts zu suchen hat. Und es ist gefährlich, wie verharmlosend angesichts der Webers, Höckes und Co. in der AfD über diese geschrieben wird.

Der Nordkurier geht auch nicht ansatzweise einem Hinweis des Landessprechers der Jugendverbandes "Solid" der Linkspartei, Benjamin Schwarz, nach, dass unabhängig von dem gemeinsamen Foto eines der beiden in die Kritik geratenen Linkspolitikers mit einem AfD-Sympathisanten "schon genug vorgefallen" sei. Ein Journalist hätte hier nachgefragt.

Vielleicht können wir aushelfen. Die in die Kritik geratenen Linkspolitiker sind auch sehr aktiv bei der Bürgerinitiative für den Erhalt des Kreiskrankenhauses Wolgast. Über deren "Gemeinsam sind wir stark"-Aussagen und ihre Querfrontbildung mit AfD-Politikern und der Greifswalder Provinz-Pegida "FFDG" hatten wir hier und hier berichtet. Das Greifswalder Bündnis "Greifswald für alle" hatte sich im November mit einem offenen Brief an die Bürgerinitiative gewandt. Darin hieß es zur Zusammenarbeit: "Wir befürchten, dass Fremdenfeindlichkeit und offener Rassismus durch solche gemeinsame Veranstaltungen in die Mitte der Gesellschaft gelangen. Glaubwürdiges Eintreten für ein weltoffenes und demokratisches Vorpommern wird dadurch zumindest erschwert."

Genug Möglichkeiten also, über seltsame Aktivitäten in Wolgast zu recherchieren.

                                                          Screenshot des NK-Artikels von heute

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