Freitag, 4. November 2016

"Gemeinsam sind wir stark": Querfront-Demo in Wolgast

Zitat der BI-Sprecherin im NDR

Wir hatten bereits im Vorfeld über die BI Wolgast auf Abwegen berichtet. Wir können nur feststellen, dass sich die Befürchtungen nach dem gestrigen Abend leider bestätigt haben. Die ganz große Querfront traf sich. Ich bin zutiefst erschüttert, wer alles dem Greifswalder Pegida-Ableger "FFDG" hinterherläuft. Die Demo in Wolgast gegen die Teilschließungen der Kinder- und Geburtsstation im KKH Wolgast bot ein "buntes" Bild. Die Provinz-Pegida, bekannt durch Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, hat nicht nur die Demo angemeldet, sondern auch durchgeführt und von ihrem Hauptredner moderieren lassen. Dem Vernehmen nach hat auch die BI etwas angemeldet, allerdings erst gestern Vormittag. Wollte sie den Schein wahren, um weiter behaupten zu können, sie sei eigenständig?

Von der BI in Wolgast war wenig bis nichts zu sehen. Auf der Bühne waren PolitikerInnen von Linken, Grünen, CDU und AfD. Nacheinander ließen sich Silke Gajek (Grüne), die einen Hauch von Kritk übte (man solle bitte besser darauf achten, mit wem man demonstriert), Jeannine Rösler (Linke), der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion MV (Name entfallen) und der Wolgaster BM Stefan Weigler von Norbert Kühl, FFDG-Aushängeschild und Frontmann, das Mikro reichen. Jetzt hätte ich fast Karl-Heinz Schröder (CDU) vergessen, der einige wenige Worte vor Weigler sprechen durfte.

Als letzter und damit Hauptredner durfte Ralph Weber (AfD) auf die Bühne. Zwar vermied er es diesmal, von Umvolkung o.ä. zu sprechen. Die übliche Opferrolle der AfD übernahm er aber gerne. An die Linke gewandt, meinte er: "Ich weiß ja, dass man bei Ihnen schon aus der Partei fliegt, wenn man nur mit mir reden will." Zwischendurch gab es einen Überraschungsgast: Thomas Putensen, der mit einem FFDG-Mädel "Wozu sind Kriege da?" anstimmte. Ein weiteres linkes Feigenblatt oder auch ein Querfrontler?

Die Querfront funktionierte an diesem denkwürdigen Abend in Wolgast nach dem Muster "Der Feind meines Feindes ist mein Freund". Ihr liegt eine Vorstellung zugrunde, wonach die Gegensätze links/rechts zu Gunsten eines imaginierten Gegensatzes oben/unten zurückzutreten hätten. Selbst ist man in dieser Vorstellung immer "unten", fühlt sich unterdrückt und nimmt eine Opferrolle ein. Passt...

THW und Freiwillige Feuerwehr reihten sich (selbstverständlich) in die Querfront ein. "Gemeinsam sind wir stark", so die Sprecherin der Bürgerinitiative, Anke Kieser, im NDR. Zum NDR-Beitrag geht es hier lang.

                                                   Dekoration am Kundgebungsort

Kommentare:

  1. Werter Herr Kochhan,
    wie immer versuchen Sie, selbst bei einer so wichtigen Sache wie die medizinische Versorgung von Frauen und Kindern, zu spalten. An der Vorbereitung dieser Veranstaltung waren alle möglichen politischen Menschen beteiligt und haben ihre "Gesinnung" für den Erfolg dieser Demonstration hinten angestellt. Alle. Auch die bösen Nasis von der FFDG. Die meiste Arbeit haben dabei die Leute der FFDG geleistet, unter denen sich auch einige AfD-Mitglieder befinden. Es war ja auch eine Veranstaltung der FFDG in Zusammenarbeit mit der BI. Und jetzt frage ich Sie als toleranten und weltoffenen Menschenfreund mal etwas: Dürfen sich Eltern Sorgen um die medizinische Versorgung ihrer Kinder machen? Dürfen sich Väter sorgen um die medizinische Versorgung ihrer Frauen machen? Mütter um die ihrer Töchter? Darf ein Mensch es nicht wollen, dass sein Kind auf der B 111 auf die Welt kommt? Wenn sie diese Fragen mit "Ja" beantworten können, denn muss ich Sie weiter fragen: Was hat die politische Einstellung der Mütter und Väter, Eltern und Großeltern damit zu tun? Ist das Kind eines "Linken" besser als das eines AfD-Mitglieds? Hat das Kind eines "Grünen" mehr Rechte auf medizinische Versorgung, als das eines FFDG-Mitstreiters? Betreiben Sie, als angeblich toleranter, weltoffener, politisch gefestigter Menschenfreund eine Art Gesinnungs-Rassismus? Mir ist es egal, welches Kind die Hilfe bekommt die es benötigt. Egal welcher Partei oder Organisationen die Eltern angeschlossen sind, ob das ein deutsches oder ausländisches Kind ist. Es geht um alle Kinder der Stadt Wolgast und der Umgebung sowie der Insel Usedom! Und wenn es doch egal ist, ob das ein (politisch gesehen) rechtes, linkes, grünes, blaues, schwarzes, rotes oder gelbes Kind ist und es auch egal ist, wo die Kinder oder Eltern herkommen, wieso sollten dann nicht alle Eltern an einem Strick ziehen dürfen? Die Ärzte haben auch einen hippokratischen Eid geschworen und kümmern sich auch nicht um Herkunft, Religion oder Einstellung ihrer Patienten. Sind das dann auch Querfront-Ärzte? Sollten also Ihrer Meinung nach, Kinder von NPD, AfD oder Pegida und FFDG nicht behandelt werden, wenn der Arzt ein AL-Mitglied ist? Denken Sie manchmal auch noch darüber nach, wieso Sie gegen etwas sind? Hat die Alternative Liste oder die Linke schon einen Handschlag für den Erhalt des KKH Wolgast gemacht? Wurden von dieser Seite schon einmal Proteste organisiert? Oder interessiert sich die AL einfach nicht für die Mütter und Kinder der Insel Usedom und der Stadt Wolgast? Denn die Linke hat mit mind. einem Mitglied an der Demonstration teil genommen.

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  2. Das ist doch dusselig. Kritisiert wird, dass man einen offenen Antisemiten wie Norbert Kühl diese Bühne bietet. Ich gehe davon aus, dass Kochhan und der Rest der AL-Crew die letzten wären, die einem Kind, ganz gleich welchen biographischen Hintergrund es hat, eine medizinische Behandlung verweigern würden. Ihre suggestiven Behauptungen sind Ablenkungsmanöver und Ausweis ihres eigenen moralischen Kompasses, bei dem offenbar die Nadel öfter mal durchdreht. Wer z.B. Homosexuelle als "krank" bezeichnet, sollte sich in allen Bereichen, die mit Medizin und Krankenversorgung zu tun haben, ganz gepflegt zurückhalten!

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