Samstag, 22. Oktober 2016

Bürgerinitiative Wolgast auf Abwegen

Die Bürgerinitiative für den Erhalt des Kreiskrankenhauses Wolgast e.V. (BI), die sich gegen Schließungen von Abteilungen des Kreiskrankenhauses Wolgast wendet, genießt durchaus Sympathien über Parteigrenzen hinweg. Schaut man sich die Facebook-Seite der BI an, sieht man viele Likes von Linken-, SPD- und Grünen-PolitikerInnen.

Als es Anfang des Jahres zu einer Zusammenarbeit mit der Greifswalder Provinz-Pegida namens FFDG kam, blieb die Kritik innerhalb und außerhalb der BI nicht aus. Gleichwohl bedurfte es mehrere Anläufe, bis der BI anscheinend klar wurde, welcher Bündnispartner da im Boot war. Im Februar 2016 distanzierte sich die BI von der FFDG.

                                         Screenshot der Homepage der BI

Wegen der Flüchtlingshetze auf Seiten der FFDG werde es "eine weitere Zusammenarbeit [...] nicht geben".

Das alles ist Schnee von gestern. Die FFDG, die in Greifswald kein Bein mehr auf die Erde bekommt und kleinlaut eine Sommerpause verkündete, hat sich ein neues Spielfeld gesucht und wohl auch gefunden. Seit dem 07.10.16 bewirbt unsere Provinz-Pegida die Ankündigung einer Demo gegen die Schließungen am KKH Wolgast mit diesem Satz: "Euer Team von FFDG und BI KKH Wolgast". Eine Distanzierung der BI erfolgte nicht, trotz der oben erwähnten Aufkündigung der Zusammenarbeit, die wohl Geschichte ist. Mit welchem Bündnispartner sich die BI hier einlässt, ist hinreichend beschrieben. Wer, wie der Hauptredner der FFDG, Norbert Kühl, von der Reinhaltung von Blutlinien und von Illuminaten schwafelt oder die Protokolle der "Weisen von Zion" zitiert, scheidet für mich als Partner aus. Eine gute Zusammenfassung der Ansichten des "Völkchens von Greifswald" und des dort vertretenen Rassismus findet sich hier.

Dass sich die BI anscheinend auch inhaltlich den "besorgten Bürgern" anschließt, dürfte spätestens seit heute deutlich sein. Die Ostsee-Zeitung von heute meldet (hier geht es zum Bezahl-Artikel) ein Treffen der BI mit Ralph Weber, Jura-Professor und AfD-Landtagsmitglied (Hintergrund zu Weber). Auch hier scheint es keine Berührungsängste mehr zu geben, mit wem sie es zu tun haben, muss der BI bewusst sein. Im Artikel heißt es: "Die OSTSEE-ZEITUNG verbreite über ihn nur Lügen, begründete er dies [das Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit], ohne konkret zu werden. Die Vertreter der Bürgerinitiative widersprachen Webers Vorbehalten nach Ausschluss der Öffentlichkeit nicht." Die AfD als Opfer, nun ja...

                                                       Screenshot OZ E-Paper 22.10.16

Entweder ist die BI komplett im Lager der besorgniserregenden Bürger angelangt oder sie handelt nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund", was nicht minder gefährlich ist.

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