Mittwoch, 4. November 2015

Die Verantwortung des Lokaljournalismus [Teil I]

Am 21.08.15 schrieb das Bündnis "Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!" mit Blick auf Artikel des hiesigen Nordkuriers in einer Pressemitteilung:
"In den letzten Wochen und Monaten ist viel über die Verantwortung im Umgang mit Asylsuchenden und Flüchtlingen zu lesen. Angesprochen sind PolitikerInnen und JournalistInnen.
Vom „Aufstand der Anständigen“ ist erneut die Rede. Es brauche einen „mutigen, entschlossenen und leidenschaftlichen Journalismus“. Das Bündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ sieht hier gerade die Lokalzeitungen in der Pflicht."
Zuletzt scheint diese Verantwortung auch der Ostsee-Zeitung abhanden gekommen zu sein. Dies sei an zwei Beispielen erläutert.

Teil I [Teil II folgt in einem gesonderten Beitrag]

Zum Einen ist seit Tagen bzw. Wochen im Zusammenhang mit den Kundgebungen bzw. Demonstrationen der rechten Gruppierungen FFDG und "Greifswald wehrt sich" in der OZ häufig beschönigend von "Asylkritikern" die Rede. Wie es um den Hintergrund der Gruppierungen bestellt ist, hat der Fleischervorstadtblogger hier beschrieben. Wes Geistes Kinder da unterwegs sind, war auch schon auf unserem Blog Gegenstand der Beobachtung. Besonders die Verbindung zur dubiosen Gruppe "Greifswald hilft Obdachlosen" lässt nur den Schluss zu, dass keineswegs Asylkritiker (was immer das unter Geltung des Grundgesetzes auch heißen mag) demonstrieren, sondern Rassisten, "besorgte Bürger" und selbsternannte Patrioten im Schulterschluss mit ausgewiesenen Neonazis. Ein (ehemaliger) Admin der Gruppe, eifriger Befürworter von FFDG und "Greifswald wehrt sich" und Redner bei einer Kundgebung der Gruppen fand es angemessen, sich das folgende Titelbild bei Facebook zuzulegen:

                                          Screenshot des Titelbildes seiner FB-Seite

Teile des Titelbildes, die einen Wahlspruch der SS und Hakenkreuze zeigen, wurden vom Verfasser unkenntlich gemacht.

In diesem leicht zu recherchierenden Zusammenhang von "Asylkritikern" zu schreiben, ist leichtfertig und erleichtert es den "besorgten Bürgern", sich als harmlos darzustellen. Ein mutiger, entschlossener und leidenschaftlicher Journalismus mit Haltung sollte in der Lage sein, diese und andere Zusammenhänge aufzuzeigen.

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