Dienstag, 14. Juli 2015

Rassistischer Überfall in Greifswald

So sieht es nach einem Bericht der Ostsee-Zeitung wohl aus.

Es ist gut, dass die Polizei schnell vor Ort war. Weniger gut ist es, dass es an dem Tag/Abend passierte, an dem die NPD mit hetzerischen Anträgen im Kreistag "glänzte" und rund 100 BürgerInnen dagegen demonstrierten.

Dennoch bedarf der Bericht der OZ einer kritischen Anmerkung. So heißt es im Artikel: "Al Najjar erneuerte seine Forderung, dass man sich vermehrt um alle sozial Schwachen im Lande kümmern müsse, um Neiddebatten zu verhindern."

Fremdenfeindlichkeit und Rassismus haben mehr Ursachen als nur Neid. Es wäre eine zumindest unglückliche Verkürzung, dies darauf zu beschränken.

Ich weiß nicht, wer den Begriff "sozial Schwache" tatsächlich benutzte, der Redakteur oder Ibrahim. Ich weiß nur, dass dieser Begriff für Arme und meinetwegen sozial Benachteiligte schlicht falsch ist. Da ich mich nicht dauernd wiederholen will, lasse ich an dieser Stelle die Nationale Armutskonferenz (NAK) zu Wort kommen, die diesen Begriff in eine Reihe mit "Vollkasko-Mentalität" und "Sozialschmarotzer" stellt: "Damit würden Menschen bezeichnet, die über wenige materielle Mittel verfügten und dadurch weitgehend von der kulturellen Teilhabe ausgeschlossen seien. Dies habe aber nichts damit zu tun, ob ein Mensch sozial veranlagt sei oder nicht, erklärte NAK-Sprecher Thomas Beyer. Er forderte, die Verbreitung von Klischees über arme Menschen zu vermeiden."

                                                      Quelle: NAK

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