Region entwickeln statt schrumpfen

Wird in Vorpommern über regionale Entwick­lung gesprochen, so mündet das vielfach in eine Diskussion darüber, wo und was denn nun gestrichen, gekürzt oder geschlossen werden soll. Begründet wird das meist mit ei­nem Verweis auf den sogenannten „demo­graphischen Wandel“. Was sich dahinter ver­birgt, wird meist verschwiegen.

Wir halten das Gerede von einem „demo­graphischen Wandel“ dagegen für ein inter­essengeleitetes Argumentationsmuster, das dem Ziel dient, Infrastruktur abzubauen und die Versorgung zu verschlechtern. Dies soll dann in der Folge dazu führen, dass der prognostizierte Bevölkerungsrückgang erst eintritt.

Es wird dabei oft so getan, als sei eine solche Entwicklung schicksalhaft. Dabei hat Abwan­derung vornehmlich junger und gebildeter Menschen konkrete Ursachen. Wer Abwan­derung nicht will, muss ihren Ursachen entge­genwirken.

Wir wollen den Abbau der öffentlichen Infra­struktur beenden und die vorhandenen Strukturen stattdessen unter Einbeziehung der Einwohner_innen weiterentwickeln. Für die Anziehungskraft einer Region ist vor allem die Infrastruktur in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Kultur, Soziale Dienste und Öffentlicher Verkehr entscheidend.

Das naturräumliche Potential unserer Region trägt entscheidend zu ihrer Attraktivität bei. Deswegen muss dessen Erhalt vorrangiges Ziel sein.

Die Expansion der industriellen Landwirt­schaft hat sich als für die Region nachteiliger Irrweg erwiesen. Durch sie veröden ganze Landstriche, Böden werden ausgelaugt und es wurden und werden zahlreiche Arbeitsplät­ze vernichtet. Fördern wollen wir eine kleintei­lige und ökologische Landwirtschaft, eine gesunde Dorfentwicklung und den Erhalt von Böden (und Landschaft).
Die Regionalplanung darf nicht mehr an ver­alteten Negativprognosen zur Bevölkerungs­entwicklung ausgerichtet werden. Diese haben sich in der Vergangenheit meist als falsch erwiesen. Jüngste Erhebungen zeigen, dass die Abwanderung ohne Zutun der loka­len Politik sogar gestoppt ist.

Unsere Region braucht eine Willkommens­kultur für Neue und für Neues. Wer Zuwan­derung ablehnt, darf sich nicht gleichzeitig über Abwanderung beklagen. Wir müssen, auch mit Blick auf die gesamte Menscheits­geschichte, Migration als Normalität begrei­fen. Deswegen erkennen wir auch in der Zuwanderung aus den unterschiedlichsten Herkunftsorten viele Chancen für Vorpom­mern-Greifswald.

Eine große Chance unserer Region liegt in einer Ausweitung der Zusammenarbeit mit der angrenzenden Region Zachodnio­pomorskie in Polen.

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