Echte Stadtentwicklung statt teurer Träume


Die Stadt Greifswald bietet ihrem Hauptfort­bewegungsmittel Fahrrad bislang nur mittel­mäßige Bedingungen. Obwohl das Stadtpla­nungsamt über das Wissen und die Ideen für Verbesserungen verfügt, werden diese Ideen nur schleppend umgesetzt. Wir wollen den Anteil des umweltfreundlichen Fahrrad­verkehrs weiter ausbauen. Das geht nicht ohne Umschichtungen im Haushalt zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs. Anders kann Greifswald die selbstgesteckten Klima­schutzziele nicht erreichen.

Ein zentrales Element des anzustrebenden Radverkehrsnetzes in Greifswald ist eine durchgehende Fahrradachse von der westli­chen Innenstadt bis nach Eldena, einschließ­lich einer diagonalen Querungsmöglichkeit an der Europakreuzung. Die zügige Realisierung dieser Maßnahme mit positiver Vorbild- und Symbolwirkung ist für uns Voraussetzung, städtischen Haushalten zuzustimmen.

Mit der Durchfahrtsregelung auf der Wiecker Brücke im Zusammenspiel mit diversen Pol­lern, die zudem im städtischen Haushalt jede Menge Geld verbrauchten, hat sich die Stadt Greifswald in den letzten Jahren zum Objekt des Spotts gemacht. Die Alternative Liste legt wenig Wert darauf, Sendungen wie „Extra 3“ weiterhin mit Inhalt zu beliefern. Wir wollen daher die Wiecker Brücke für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, ausgenommen Rettungs­dienste, generell sperren.

In Greifswald beginnt aktuell eine Auseinan­dersetzung um einen neuen Lieblingsinvestor der Stadt, der wie viele andere das Blaue vom Himmel verspricht. Wir sehen das sehr skeptisch und begründen das mit vielen ne­gativen Erfahrungen der jüngeren Vergangen­heit. Die Seriosität von Investor_innen muss künftig stets umfassend geprüft werden.

Die mit viel europäischem Geld begonnene Umgestaltung der Wallanlagen erzeugte bis­lang eine wahrhaftige tabula rasa. Die Aus­führenden der Stadtverwaltung waren sich selbst nicht einig, ob nun 51 oder 130 Bäume und Sträucher gefällt werden „müssen“ – und die Einwohner_innen sehen das Ergebnis mit Grausen. Ohne Bürger_innenbeteiligung wird, um den Hoppla-Hopp-Kriterien der Förderung zu genügen, mit rasender Eile ein Greifswal­der Naherholungsgebiet plattsaniert. Das wol­len wir als Mitglieder von Kreistag und Bürgerschaft zukünftig verhindern.

Wir wollen intensive und frühzeitige Bürger_innenbeteiligung an allen Großpro­jekten der Stadt – ohne hören zu müssen, dass die Projekte dann langwieriger und teu­rer würden. Langwierig und teuer werden sie, wenn es keine Bürger_innenbeteiligung gibt – siehe Greifswalder Rathaus. Es ist dreimal so teuer wie ursprünglich geplant und wird zwei Jahre später fertig. Auch für Greifswald gilt: Die Titanic wurde von Fachleuten gebaut, die Arche von Amateuren.

Wohnraum in Greifswald muss wieder be­zahlbar werden. Dafür ist eine andere Investi­tionspolitik erforderlich. Projekte, die haupt­sächlich überteuerte Segmente bedienen, wie die Inflation privater, „Studentenwohnungen“ genannter Anlagemodelle, dürfen nicht mehr weiterverfolgt werden. Stattdessen ist es Auf­gabe der Stadt, durch eine entsprechende Preispolitik ihrer Wohnungsgesellschaften den Mietspiegel zu dämpfen. Dazu muss die WVG von sachfremden Aufgaben entlastet werden.

1 Kommentar:

  1. Ihre Forderung nach vollständiger Sperrung der Wiecker Brücke halte ich für unsinnig. Die neue Polleranlage funktioniert einwandfrei. Sie spült jährlich ca. 65000,00 € in die Stadtkasse, was bei einer Gesamtnutzungsdauer von 20 Jahren die stattliche Summe von 1,3 Mio € ausmacht. Der Neubau der Brücke kostet ca. 800000,00 €. Dafür, dass unsere Stadtväter und Mütter in der Verwaltung nicht in der Lage sind, ein funktionierendes System zu beschaffen, kann man wohl nicht den wenigen Sondernutzungsberechtigten in Ladebow und Wieck verantwortlich machen. Die Wiecker und Ladebower sind die Einzigen in der Stadt, die für die Nutzung der Brücke bezahlen. Die Schäden an der Brücke entstanden und werden auch weiterhin 1. durch Witterungseinflüsse und zweitens: durch das häufige Öffnen und Schließen der Brücke verursacht. Eine Polleranlage wäre übrigens gar nicht notwendig, wenn nur den Verkehrszeichen mehr Beachtung und Respekt gegeben würde.

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