Vielfältige Bildung

In unserer Gesellschaft haben wir die Zeiten, in denen Landwirtschaft, industrielle Produktion oder Dienstleistungen im Vordergrund standen, schon lange hinter uns gelassen; heute leben wir in einer Informations- und Wissensgesellschaft. Entsprechend hat sich der Wert gerade der schulischen Bildung verschoben: Sie ist heute – sehr zu recht – im Bewusstsein der Erwachsenen ein hohes Gut, das jedem Kind zuteil werden soll. Als Schattenseite lebt jedoch bei vielen Eltern gleichzeitig die Angst, dass es dem eigenen Kind womöglich nicht gelingen könnte, im heutigen Wettbewerb (der häufig genug auch als ein finanzieller und materieller gesehen wird) mitzuhalten und den eigenen Platz im Leben erfolgreich zu finden.

Wir unterstützen Bildungskonzepte und Bildungseinrichtungen, die Kinder und Jugendliche befähigen, sich zu echten Persönlichkeiten zu entwickeln und all ihre Möglichkeiten zu verwirklichen.

Wir plädieren ausdrücklich für eine Vielfalt des pädagogischen Angebots. Neben den kommunalen Kindergärten und staatlichen Schulen müssen Eltern sich frei für solche Kindergärten und Schulen in freier Trägerschaft entscheiden können, deren pädagogisches Konzept sie besonders überzeugt.

Derzeit besucht jedes zehnte Kind, jede/r zehnte Jugendliche eine Schule in freier Trägerschaft (im Jahr 2002 waren es 2,6%). Angesichts dieser Entwicklung ist die neue Privatschulverordnung des Landes (vom August 2013), die insbesondere kleine Schulen in freier Trägerschaft in ihrer Existenz bedroht, ein deutlicher Missgriff.

Gute Schulen macht man nicht nur mit guter Ausstattung, sondern insbesondere mit guten Lehrerinnen und Lehrern. Wir setzen uns dafür ein, dass die Schulen bei uns in der Region engagierten PädagogInnen genug gute Gründe bieten, um zu kommen und zu bleiben.

Die jungen Menschen, die heute Schulen besuchen, sollen ihr Leben bald ganz allein in die Hand nehmen: Eben darum sollten Schulen ihren SchülerInnen vielfältige Möglichkeiten bieten, Schule auch mitzugestalten.

Im Jahr 2011 haben 14% der SchulabgängerInnen im Land die Schule ohne Abschluss verlassen. Wir brauchen gut geschulte Berater und individuell zugeschnittene Angebote, damit diese jungen Menschen neue Wege hin zu ihren Zielen finden und beschreiten können.

Das Besondere am Anderen zu schätzen und zu respektieren – das sollte immer und überall Grundsatz sein. Heterogenität im Klassenraum ist ausdrücklich wünschenswert! Insofern ist die Inklusion von jungen Menschen mit Behinderungen eine Selbstverständlichkeit (das mehrgliedrige Schulsystem dagegen nicht).

In unserem Flächenland sind die Wege für die SchülerInnen oft weit. Die gesetzliche garantierte freie Schulwahl darf nicht dem Busfahrplan zum Opfer fallen. Freie Schulen müssen in Bezug auf die SchülerInnenbeförderung gleichgestellt werden.

Damit die Welt den jungen Menschen auch tatsächlich offensteht, befürworten wir vielfältige internationale Begegnungsmöglichkeiten ein – darunter deutsch-polnische Bildungsgänge sowie schulische Projekte und Austauschzeiten in Zusammenarbeit mit unseren europäischen Nachbarn.

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