Dienstag, 5. März 2019

Wir sind die Opfer

Wir haben ein Problem. Nicht mit Nazis oder Rechtsextremen (um allem Streit über Nomenklaturen aus dem Weg zu gehen) - nein, die haben wir schon seit Jahren, da haben wir uns dran gewöhnt, deswegen ist es kein Problem. Wie auch, übrigens, in Sachsen und Thüringen.

Ein Problem haben wir mit der Berichterstattung:
Die Fotos sind richtig schön düster, das ist eine eiserne Regel, wenn man als Magazin oder Zeitung für vornehmlich westdeutsche Leser aus Anklam oder anderen Klischee-Orten in Dunkeldeutschland berichtet, und man muss sagen: Mission erfüllt, Fotos in vielfältigen Schattierungen von grau und schwarz.
Ja, ja, die westliche Lügenpresse: immer will sie uns Ossis kaputtreden! Dabei sollte sie einfach mal
Gelassenheit
walten lassen, wie auch wir im Umgang mit unseren Nazis (oder Rechtsextremen, s. o.). Es ist doch besser, mit denen einen Kaffee am Rande der Kreistagssitzung zu trinken, als sie zu verteufeln und ins unbeobachtbare Abseits zu verschieben, oder?

Die CDU in Anklam benutzt den Standard "Lügenpresse", den sie (spät, aber endlich) von der AfD gelernt hat, und die Beziehungskillersätze wie "Du hast ja auch gestern den Müll nicht runtergebracht!", um sich gegen eigenes Versagen zu schützen:
Neben Kritik an den „sogenannten Journalisten“, besonders der Wochenzeitung „Zeit“, die schon öfter negativ über Anklam geschrieben hätte, und an der Einseitigkeit der Berichterstattung wird auch die Frage aufgeworfen, warum die Journalisten nicht auch über „mafiöse Strukturen in deutschen Großstädten“ oder die Gefahr, die von Linksextremismus ausgeht, schreiben würden. Mit dem Bekenntnis: „Denn wir lieben unsere Heimat, wir alle sind Anklam!“ rufen die CDUler dazu auf, den Machern der Reportagen in Leserbriefen und Internet-Netzwerken die Meinung zu sagen.
In solchen Situationen ruft die Gegenseite immer die "Versachlichung der Diskussion" auf. Hier unser Beitrag dazu:


Fuchs, Christian ; Middelhoff, Paul: Das Netzwerk der Neuen Rechten.Wer sie lenkt, wer sie finanziert und wie sie die Gesellschaft verändern. rororo Taschenbücher 63451. 2019. Sprache: Deutsch.  288 S.   Mit 12 s/w Abb. .   210 mm. Großformatiges Paperback. Klappenbroschur
978-3-499-63451-2
- Rowohlt TB. -
KT        16.99 EUR      
Noch nicht erschienen. Erscheint laut Verlag/Lieferant am 12.03.2019
 




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