Dienstag, 15. Januar 2019

Hochleistungsregionalhistoriker

Tja, bei seinem Artikel über die "Neuland"-App über die Kirche in Levenhagen kam der gute eob mal wieder nicht aus seiner heidnisch-norddeutsch-protestantischen Haut heraus, als er über die mittelalterliche Grundlegung für die Marienverehrung in der Wallfahrtskirche Levenhagen spricht:
Auf jeden Fall wird es je eine Station und vor der Kapelle geben. Sie soll, so heißt es, für ein Hostienwunder gestiftet worden sein. Eine Version: Der Pfarrer verlor die geweihte Hostie, also das für das Abendmahl bestimmte Brot. 
"Wunder", "Wallfahrt" und "Marienverehrung" hätten eob, unseren Hochleistungsregional-, -kirchen- -universitäts- und allgemeinen Historiker schon einmal stutzig machen können - Begriffe, die die katholische Kirche und, in diesem Zusammenhang, die Zeit vor der Reformation betreffen, das so genannte "Mittelalter". Eine kleine Recherche bei Wikipedia (die auch einem Hochleistungsregionalhistoriker etc. zuzumuten ist) hätte z. B. ergeben, dass das "Abendmahl" eine rein protestantische Einrichtung ist. Vorher und bei allen Nichtprotestanten heißt es "Eucharistiefeier" oder "Kommunion". War also nix mit dem für das Abendmahl bestimmten Brot!

Wirklich interessant wird es übrigens neben den liturgischen Unterschieden zwischen Eucharistiefeier, Kommunion und Abendmahl, wenn der Abendmahlstreit in der protestantischen, evangelischen und reformierten Kirche weitergeht mit der auch linguistisch nicht ganz uninteressanten Unterscheidung: "Dies Brot ist der Leib Christi" vs. "Dies Brot sei der Leib Christi".

Aber das nur nebenbei.




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