Freitag, 19. Oktober 2018

Neuerscheinung zur Debatte um den Namen der Universität Greifswald


Die Greifswalder Namensdebatte 2016/2017:
Kontroverse um Demokratie und Deutungshoheit

Eine politikwissenschaftliche Masterarbeit analysiert den öffentlichen Streit um Ernst Moritz Arndt und die Rolle einer Lokalzeitung.

2016 entbrannte in Greifswald nicht zum ersten Mal eine erbitterte Auseinandersetzung darum, ob sich die dortige Ernst-Moritz-Arndt-Universität von ihrem Namenspatron trennen solle – ein Patronat, das 1933 unter den Nationalsozialisten etabliert worden war.

„Pommern“ und „Zugezogene“ stritten in der kleinen ostdeutschen Universitätsstadt monatelang über den Namen der örtlichen Hochschule und offenbarten dabei große Unterschiede in ihrer Auffassung von Mitspracherechten. Im Laufe der Debatte warfen sich beide Lager gegenseitig Populismus und ein mangelhaftes Demokratieverständnis vor.

Der Autor untersucht mittels einer Diskursanalyse anhand von über 200 Leserbriefen die zutage tretenden Argumentationsmuster sowie die herrschende Sicht auf demokratische Normen, Empfindungen regionaler Identität und nicht zuletzt die unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe hinsichtlich des Namensgebers Ernst Moritz Arndt.
Welche Argumente dominierten die Auseinandersetzung? Erreichten Befürworter und Gegner der Uni-Umbenennung eine Verständigung, oder diskutierten sie aneinander vorbei? Und welche Rolle spielte die örtliche Zeitung in der aufgeheizten Debatte?

Neben der Beantwortung dieser Fragen liefert die Arbeit ein Beispiel dafür, wie die Methode der Toposanalyse in der Politischen Theorie nutzbringend angewandt werden kann.



Philipp Bauer: „Die Namensdebatte der Greifswalder Universität 2016/2017 in der medialen politischen Öffentlichkeit“, Steinbecker Verlag Dr. Ulrich Rose, Greifswald 2018.
ISBN: 978-3-931483-39-5


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