Montag, 9. Juli 2018

Die moralische Instanz Greifswalds

Axel Hochschild, als Denunziant greifswaldweit bekannt, geht offenbar immer noch davon aus, dass seine Gefolg- und Anhängerschaft nicht lesen kann (oder will), sondern auf seine Aufbereitung der aktuellen Weltlage wartet. "Was schert uns die Realität?" fragen sie, "Wir haben unsere Gaulands, Söders und Seehofers, unsere Trumps, Orbans, Erdogans, Kaczyńskis und - unseren Axel Hochschild!" Etwas mehr als 70 Jahre hinter der Gegenwart zurückgeblieben, hatte er im letzten Jahr auf dem Markt die Namen derer verlesen, die nicht seiner Meinung sind, und ordentlich Zeit zwischendurch zum Auspfeifen und Buhrufen gelassen. Jetzt ein neuer Fall: Aus eindeutig niederen Beweggründen Aus welchem Grund auch immer hat er nochmals Namen fallen lassen, die jemensch überall sowieso lesen kann, z. B. hier. Da er seiner Gefolg- und Anhängerschaft aber Analphabetismus unterschiebt, meint er, nochmals deutlich werden und "Ross und Reiter" nennen zu müssen:
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Axel Hochschild reagierte prompt mit einer Pressemitteilung. „Es zeigt sich mal wieder deutlich, wessen Geistes Kindes die Grünen und Linken tatsächlich sind“, so der Politiker. Greifswald für alle habe es noch vor einigen Jahren geheißen, nun gehe es nur noch um „Greifswald für alle Linken“. „Dass Herr Kochan und Frau Berger nicht verstanden haben, dass Sachbeschädigung und Angriffe keine Äußerungsformen der Demokratie sind, ist uns ja nicht erst seit den Übergriffen auf den Verbindungstudenten bekannt“, so Hochschild. „Dass jedoch selbst die Bürgermeisterfraktionen von Bündnis 90/Grüne, SPD sowie das Bürgerschaftsmitglied der AL, Dr. Rose, den demokratischen Weg verlassen und die CDU Bürgerschaftsfraktion wegen der Anwendung eines demokratischen Mittels verunglimpfen, ist neu.“ Er habe gehofft, dass es bei allen Meinungsverschiedenheiten in der Greifswalder Bürgerschaft immer noch um das Wohl Greifswalds gehe. „Die Erklärung zum Ikuwo zeigt, dass Grüne, Linke und SPD daran wohl kein Interesse mehr haben.“
Viel Feind, viel Ehr: Besser, mensch wird von Axel gering geschätzt, als zu seinen Freunden gezählt. Dennoch muss man sein Verhalten beim Namen nennen: Öffentliches Diffamieren von Personen zu deren Schaden nennt man schlicht und ergreifend Denunziantentum. Und das Ganze nur, weil er glaubt, seine Gefolg- und Anhängerschaft könne nicht lesen...

Auf der moralisch sicheren Seite hingegen steht der hiesige Vorsteher der JU, Franz Künzel. Dass Moralisieren nicht unbedingt etwas mit Leistungsfähigkeit in anderen Gebieten zu tun haben muss, bewies er schon, als er Unterstellungen witterte, wo es keine gab, weil er nichts verstanden hatte, und -

eine Entschuldigung forderte:
Für Franz Küntzel von der CDU nennt die Aussage eine Entgleisung. Herr Rose solle sich für seinen „Totalausfall“ entschuldigen.
Jetzt ist es wieder so weit; es gab einen weltumstürzenden Vorfall, nach dem Künzel

eine Entschuldigung forderte:
Das IKuWo wäre gut beraten die aktuelle Lage zu entspannen und sich stellvertretend für seine Gäste bei dem Überfallopfer zu entschuldigen.
Wie gut, dass wir die moralische Instanz Künzel haben, sonst wüssten die "Linksradikalen" (im von der CDU offenbar nicht vollständig zitierten Jargon der AfD die "Linksgrünversifften") in der Stadt nicht, wofür sie sich alles entschuldigen müssen. Und gut, dass wir Axel Hochschild haben, der seiner vermeintlich analphabetischen Gefolg- und Anhängerschaft denunzierend die eigentlich wichtigen Personen in Greifswald nennt.

Wir sind den beiden so dankbar dafür!








 


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