Mittwoch, 18. Juli 2018

Der unterschlagene Teil des Interviews

Katharina Degrassi führte ein Interview mit Klaus-Peter Adomeit, dem Geschäftsführer der Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG), einer hundertprozentigen Tochter der UHGW, in dem es unter anderem hieß, dass die WVG jährlich vier Millionen Euro Überschuss (?) an die Stadt Greifswald abführe. Dies sei möglich gewesen, so Adomeit, weil die WVG so gut gewirtschaftet habe.

Dass die Einnahmen der WVG ausschließlich die Mietzahlungen der Bewohner_innen sind, ist für Interviews auf der intellektuellen Höhe, auf der Frau Degrassi sie zu führen pflegt, zu banal und nicht der Erwähnung wert. Das also ein Teil der Greifswalder Einwohnenden den städtischen Haushalt zwangsweise stützen, wurde nicht thematisiert.

Außerdem hat die WVG ja noch den Sozial, Pflege- und Hilsfsdienst "Sophi" gegründet zur Rundumbetreuung ihrer Bewohner_innen. Allerdings fehlte, vermutlich aus Platzgründen in der Printausgabe der OZ, der letzte Teil des Interviews. Dieser ist ziemlich wichtig, da die Betreuung der Bewohner_innen ohne diesen Aspekt eben nicht "rundum" wäre.

Wir bringen hier den kompletten Interview-Text.

Adomeit: Wir waren die Ersten und haben dafür viel Prügel eingesteckt. Ich bin dankbar, dass wir den Weg gegangen sind, auch wenn er steinig war. Vereinsamung der älteren Menschen ist ein großes Thema. Dem können wir mit der Kombination aus Sozial-, Pflege und Hilfsdienst entgegenwirken. Für mich steht die soziale Komponente im Mittelpunkt.
OZ: Wie viele Kunden betreut die Sophi?
Adomeit: Wir haben derzeit 60 Kunden, könnten auch noch weitere annehmen. Aber wir haben uns Zeit genommen, zu wachsen. Es sind acht Mitarbeiter in der Pflege tätig sowie fünf im Sozialen und Administrativen Bereich.
OZ: Dann haben sie ja noch einen weiteren sozialen Dienst in den Ring geworfen. Was hat es damit auf sich?
Adomeit: Das Leben besteht eben nicht nur aus geschwungenen Tanzbeinen und kulinarischen Köstlichkeiten (die OZ berichtete). Letztlich fahren wir alle in die Grube, und dafür muss, in Zeiten des demagogischen Wandels, rechtzeitig vorgesorgt werden. Daher haben wir uns externen Rat besorgt in Gestalt des Bestatterehepaares Grasegger aus Innsbruck, das uns bei der Gründung des "IGEL" (Institut für Grablege und finale Liegeplätze) unterstützte. Wir rechnen in den nächsten 10 Jahren mit Verlusten, können aber danach die "schwarze Null" erreichen, die wir dann mit Zylinder und Havelock feiern werden, ganz stilgerecht. Wir hoffen, dass dieses Serviceangebot auf die Bedürfnisse unserer Mieterinnen und Mieter trifft und gehen von großer Zustimmung aus, vor allem nach Inanspruchnahme vom "IGEL". Nach Gündung des Geburthilfehauses "MV-WH" (Mütter- und Väterwohnheim) haben wir nun eine Rundumbetreuung unserer Mieterinnen und Mieter von der Wiege bis zur Bahre installiert, so dass sie ihre Wohnungen eigentlich nicht mehr verlassen müssten, wenn dadurch nicht unser Fahrdienst "MFAOAOJ" (Mobilität für alle, ob alt oder jung) geschädigt würde.
Degrassi Katharina

Startseite der WVG (https://www.wvg-greifswald.de/)

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