Ausgewogene Berichterstattung

Ein Mensch schreibt einen Leserbrief an die OZ - und spricht von schlimmen Dingen, die "den Pommern" jetzt drohen, wo die Universität wieder so heißt wie mehr als 450 Jahre lang vor den Nazis. Er darf solchen Unsinn schreiben, er ist ein Mensch mit dem Recht, seine Meinung zu äußern wie jeder andere auch. Da der Brief sowieso nur der Selbstdarstellung und nicht dem rationalen Diskurs dient, darf er sich mit ihm auch höchst eigenhändig lächerlich machen - auch wenn er versucht, seiner Meinung ein großes Gewicht zu geben, weil er ein Ex-Bürgermeister ist.

Alles das darf er tun.

Und die OZ? Nicht nur, dass sie den Leserbrief abdruckt. Das soll sie, die meisten Leserbriefe dienen schließlich sowieso eher der Selbstdarstellung als der Diskussion.

Aber sie tut mehr, mehr als ein wirklich journalistisches Medium täte - sie macht den Leserbrief zur wichtigsten Meldung des Tages:

Wie peinlich! Kein redaktioneller Beitrag wird erste Meldung des Tages, ein Leserbrief muss dafür herhalten! Seit langem schon sprechen vernünftig denkende Menschen der OZ-Lokalredaktion jegliche Professionalität und Objektivität ab, sogar das Streben nach diesem eigentlich unerreichbaren Ziel wird nicht mehr gesehen. Hemmunglos macht der Kreis um den Hochleistungsjournalisten eob offenbar selbst Politik, statt über sie Bericht zu erstatten.

Die OZ degradiert sich seit geraumer Zeit zur Postille für die hochbetagten Befürworter eines Namenspatronats Ernst Moritz Arndts für die Universität. Es ist ein immer kleiner Kreis, auf den sich die OZ-Abonnements auf Dauer reduzieren werden. Und mit diesem kleinen Kreis wird auch die OZ als ernstzunehmendes Medium diffundieren...



Kommentare

  1. Och Rose. Du wirst nie Bürgermeister und grün ist abgewählt. Trotziges Kind.

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