Donnerstag, 9. November 2017

Mogelpackung

Nähe unserer Politik zur Autoindustrie? Oder vielleicht doch eher: Beinahe-Identität mit asymmetrischer Machtstruktur?
Klimaziel verfehlt. So bewerten Umweltschützer die geplanten neuen Abgasregeln der EU-Kommission, die die Behörde am Mittwoch vorgestellt hat. Mit den Vorgaben werde bis 2030 noch nicht einmal die Hälfte der nötigen Minderung beim Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) erreicht, so Jens Hilgenberg vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).
Für Experten besteht kein Zweifel, dass sowohl die 2020er als auch die folgenden Grenzwerte für die Autobauer ohne allzu große Anstrengungen zu erreichen sind. Sie können also bei der Entwicklung der nächsten und der übernächsten Modellgeneration unvermindert auf Verbrennungsmotoren setzen. Zumal bei den CO2-Werten, die abhängig vom Spritverbrauch sind, die offiziellen Werte weiterhin lediglich im Prüfstand gemessen werden sollen. Die Umweltforscherorganisation ICCT hat in einer Studie gerade nachgewiesen, dass die im realen Betrieb gemessenen Werte sich immer weiter von offiziellen Angaben entfernen – bei deutschen Nobelherstellern wie Mercedes und Audi liegt der tatsächliche Verbrauch etwa 50 Prozent höher. Diese Tricksereien sind möglich, weil die Motorsteuerung auf die speziellen Laborbedingungen ausgerichtet ist.
Hinzu kommt, dass die Autobauer zur Ermittlung der Werte speziell präparierte PKW einsetzen, die sich in vieler Hinsicht von Serienautos unterscheiden.
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