Montag, 14. August 2017

Verkehrspolitik

In der Frankfurter Rundschau vom Wochenende stehen einige Stellungnahmen zur Radverkehrspolitik, u. a. vom ideologieunverdächtigen Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann. Einige davon (und von anderen) scheinen für Greifswald geschrieben worden zu sein, vor allem für die seit neuestem "tabulose" Verkehrspolitik:
Die Lage ist für Brockmann oft hausgemacht. Wenn Politik den Radverkehr laut propagiere, dann komme er auch. „Doch die meisten Kommunen sind darauf gar nicht vorbereitet“, bilanziert der Forscher. Infrastrukturplanung fürs Rad sei nicht selten irgendwo in den 70er Jahren stehen geblieben, selbst in Hochburgen wie Münster. Welche deutsche Stadt hat ein modernes, attraktives, sicheres und gut durchdachtes Radwegenetz? Brockmann muss überlegen. [...] Attraktive Radwege auf verbreiterten Bürgersteigen hält Brockmann für sicherer. Auch dafür müssten Autofahrer eine Spur abgeben
Wir müssen auch überlegen, wie Brockmann. In Greifswald jedenfalls "ist noch Luft nach oben", um den Sprech zu gebrauchen, den kommunale Entscheider hoffentlich nicht nur verwenden, sondern auch verstehen.
„Je mehr Menschen auf Bus, Bahn oder Fahrrad umsteigen können und wollen, desto schneller kommen auch die voran, die auf das Auto angewiesen bleiben“, argumentiert Berlins Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos/für Grüne).
Je mehr Menschen mit dem Rad fahren, desto besser können sich auch diejenigen bewegen, die auf das Auto angewiesen sind.

Wenn sie das doch nur einmal begreifen würden!

Und nochmal Greifswald:
Beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat ist klar, dass Veränderungen nicht leise vonstatten gehen. „Es wird in den Kommunen Auseinandersetzungen um den Platz auf der Straße geben“, prognostiziert Hauptgeschäftsführer Christian Kellner. „Konflikte treten bundesweit vor allem dann auf, wenn es Städte lange versäumt haben, eine gute Rad-Infrastruktur zu schaffen.“ [...] Städte müssten auch überlegen, wie sie mit ruhendem Verkehr umgehen, ergänzt Christian Kellner. „Fahrzeuge stehen zu lange nutzlos am Straßenrand, zum Beispiel während der Arbeitszeit“. Es sei gesellschaftlich gewollt und sinnvoll, dass immer mehr Menschen Rad fahren. „Das Auto wird Anteile verlieren. Das heißt, wir werden es intelligenter nutzen müssen“, folgert Kellner. Zum Beispiel durch Carsharing, Parkmöglichkeiten außerhalb der Stadt und einen besser vernetzten Nahverkehr. „So, dass auch Pendler eine Chance haben, zur Arbeit zu kommen - und dafür nicht um vier Uhr morgens aufstehen müssen.“
Also los dann! Und wirklich mal "tabulos"...

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