Montag, 28. August 2017

Helikoptereltern und Elterntaxis

Im Spon können wir lesen:
Als "Katastrophe für die Eigenverantwortung der Kinder" beschreibt der Neusser Erziehungswissenschaftler Albert Wunsch die Folgen der Elterntaxis. Die Verkehrssicherheit sei dabei noch das kleinere Problem. Viel schwerwiegender sei, dass die Eltern ihren Kindern den Schulweg einfach nicht zutrauten: "Damit vermasseln sie Erfahrungen, die die Kinder unbedingt machen sollten."
Der Pädagoge meint: den gemeinsamen Weg in der Gruppe, sich gegenseitig Geschichten zu erzählen, vielleicht auch mal einen kleinen Umweg zu machen, auf diese Weise das Areal zwischen Wohnung und Schule kennenzulernen oder auch mal einen Streich zu spielen. Das alles werde den Kindern vorenthalten - aus Bequemlichkeit und Angst.
Um die Konsequenzen zu verdeutlichen, berichtet Wunsch vom Beispiel einer Hamburger Schule, die den Kindern Hitzefrei geben wollte. Die Umsetzung sei daran gescheitert, dass zu viele Schüler noch nie allein nach Hause gegangen seien und den Weg einfach nicht gekannt hätten.
Dabei, sagt Albert Wunsch, hätten Studien auf dramatische Weise deutlich gemacht, wie überbehütend viele Eltern seien: 60 Prozent der Kinder, die gefahren werden, haben demnach einen Schulweg von weniger als 800 Metern.
Der Artikel ist ein Plädoyer für die Vollsprerrung der betreffenden Straße, an der die Schule liegt, für die Zeit, die die Elternhelikoptertaxis zum Einflug benutzen. Gleichzeitig gibt es einen "Kiss & Fly"-Bereich, der den Schüler_innen wenigstens eine minimale Strecke übrig lässt, um für ein paar Minuten aus den Fängen der Eltern zu greraten, bevor es in die der Lehrer_innen geht. Für die Kollwitz-Schule käme z. B. der Parkplatz Loefflerstraße / Ecke Hansering in Betracht.

Kinder sind Menschen. Keine zu behütenden Einhörner.

Und so etwass Brachiales wie eine Ampel einzurichten, noch ehe es ein Verkehrskonzept gibt, ist einfach Schwachsinn - selbst, wenn man der Meinung ist, dass alles, was das Autofahren unbequem macht, der Innenstadt dient...


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