Sonntag, 4. Juni 2017

"Vision Zero"

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Wir wollen, dass die „Vision Zero“ – also Null Verkehrstote auf deutschen Straßen – im Straßenverkehrsrecht verankert wird. Unausgesprochenes Ziel der Straßenverkehrsordnung ist bisher, den Autoverkehr möglichst ungehindert fließen zu lassen. Davon müssen wir weg. Oberste Prämisse muss es sein, Menschen vor Gefahren zu schützen.“
Die Forderungen des ADFC im Überblick:
  1. „Vision Zero“ als Leitprinzip in die Straßenverkehrsordnung
  2. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts
  3. Fahrrad-Infrastruktur dem gestiegenen Bedarf anpassen
  4. Geschützte Radverkehrsinfrastruktur für Hauptstraßen (durch Poller / Betonelemente, geschützte Radfahrstreifen an stark befahrenen Straßen, durch Betoninseln geschützte Kreuzungen)
  5. Intelligente Ampelschaltungen (z.B. Vorrang-Grün für geradeausfahrende Radfahrer vor rechtsabbiegenden Kfz)
  6. Sichtbehinderungen zwischen Kfz- und Radverkehr vor Kreuzungen und Einmündungen beseitigen
  7. Verpflichtende LKW-Abbiegeassistenten
  8. Kontrollen von Schulterblick und Überholabstand
  9. Mehr Kontrollen und stärkere Sanktionierung von zugeparkten Radwegen
  10. Mehr Regelakzeptanz – von allen!
Bedenklicher Trend bei den Unfallzahlen
Jeden Tag stirbt im Durchschnitt in Deutschland ein Radfahrer, alle sieben Minuten wird ein Kind, eine Frau oder ein Mann auf dem Rad verletzt. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer. Im vergangenen Jahr gingen die Unfallzahlen sogar leicht nach oben: 2016 gab es 81.240 verunglückte Radfahrer, davon 392 Getötete – im Vergleich zu 78.175 Verunglückten und 383 Getöteten in 2015.
Stork: „Der Radverkehr wird weiter zunehmen, das ist politisch so gewollt. Damit sich die Unfallrisiken nicht weiter verschärfen, muss dringend gegengesteuert werden. Weil die Gefahren im Verkehrssystem schwerpunktmäßig von den Kraftfahrzeugen ausgehen, müssen Schutzmaßnahmen in erster Linie beim Gefahrenverursacher ansetzen – durch Verkehrsberuhigung, fehlerverzeihende Infrastruktur und intelligente Fahrassistenzsysteme.“

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