Dienstag, 9. Mai 2017

Ungleichbehandlung

Die Ungleichbehandlung der Landesteile hört nicht auf. Jetzt geht das Archäologische Landesmuseum nach Rostock, u. a. mit der Begründung der bisherigen Ungleichbehandlung: Alle hätten schon ein Stück vom Kuchen großer Museen bekommen, nur Rostock nicht. Und das war für den Rostocker Brodkorb genug, um seine landesherrlichen Beziehungen spielen zu lassen, auf dass dem gutsherrlichen Willen Genüge getan und das Museum in Rostock errichtet werde.

Widerstand gab es nicht.

Immer hieß es, ein entscheidender Punkt für die Lokalisierung des Landesmuseums in Rostock sei das Gebäude des Schifffahrtsmuseums, das, ergänzt um einen Anbau, die allerbeste Voraussetzung für die Ansiedlung in Rostock sei.

Das stimmt nun nicht mehr:
Nach OZ-Informationen wollen Stadt und Land einen alternativen Standort für den Neubau prüfen – am Stadthafen. Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) und Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) reagieren damit auf die Kritik aus Reihen von Archäologen und Historikern. Die hatten offenbar Bedenken gegen eine Nutzung des alten Schifffahrtsmuseums am Steintor und einen Ergänzungsbau im Rosengarten angemeldet. Brodkorb bestätigte der OZ, dass der Standort innerhalb der Stadt wieder ein Thema sei: „Aus meiner Sicht macht es Sinn, nochmals ganz rational über den besten möglichen Ort für das Landesmuseum zu sprechen.“ Für das Land käme allerdings nur ein Standort in Frage: „Das ist der Stadthafen.“
Für eine Debatte um einen alternativen Standort sprechen sich auch die Macher des Museums aus: „Es lohnt sich, nochmals nachzudenken, ob die Societät wirklich der beste Ort ist“, sagt Hans-Jörg Karlsen, der künftige Leiter des Landesmuseums und Rostocker Professor für Ur- und Frühgeschichte. Ja, mit dem Standort Rosengarten hätten er und auch die Archäologen „gewisse Bauchschmerzen“. Karlsen wäre ein Standort mit etwas mehr „Freiraum“ lieber.

"Ein Gutachten hat die verschiedenen Standorte im Land untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass das Landesmuseum in Rostock die besten Voraussetzungen findet“, so Hesse. Freude über die Entscheidung herrscht auch bei Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD): Hesses Amtsvorgänger hatte sich stets für die Hansestadt stark gemacht. Brodkorb, der seinen Wahlkreis in Rostock hat, sagte: „Ich freue mich, dass ich mein wichtigstes Wahl-Versprechen einlösen kann."

Tja, GroKo halt.


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