Freitag, 28. April 2017

Pariser

Ein geschützter Raum für junge Geflüchtete und diskriminierte Jugendliche soll er werden, ein Treffpunkt für alle, die von einer toleranten Gemeinschaft träumen: der frühere Jugendclub „Pariser“ neben der Greifswalder Jacobikirche. In der Ortsteilvertretung Innenstadt stellten Lisbeth Franke (32) und Katrin Heinrich (35) am Mittwochabend diese Idee ihres Vereins „Jugend kann bewegen“ vor – und ernteten neben skeptischen Fragen auch Zustimmung
Auf den Einwand von Nikolaus Kramer (AfD) und Gamal Khalil (CDU), die Flüchtlingsheime böten doch genug Platz, entgegneten sie: „Uns geht es um Menschen, die in Not sind, kurzfristig eine ruhigere, sichere Unterkunft und Hilfe brauchen“. Von Yvonne Görs und Jörn Kasbohm (Linke) kam Anerkennung.
Im Kommentar dazu heißt es:
Wer als Bürger in der Ortsteilvertretung Innenstadt seine Ideen vorstellen will, muss sich warm anziehen. Am Mittwochabend jedenfalls herrschte in diesem Gremium ein raues Klima: Zwei Frauen vom Verein „Jugend kann bewegen“ stellten den Ortsteilvertretern ihre Pläne für eine Jugend- und Flüchtlingsarbeit im Haus „Pariser“ neben der Jacobikirche vor – und ernteten vom Vorsitzenden Gamal Khalil scharfe Nachfragen.
Nichts gegen Fragen. Dass eine Ortsteilvertretung wissen will, ob so ein Verein Erfahrung in der Jugendarbeit hat, wieviele Mitglieder zu ihm gehören und ob er gemeinnützig arbeitet, ist legitim und sogar nötig. Aber muss der Tonfall nach Verhör klingen? [...] Wie zwei Angeklagte wurden die beiden Frauen von ihm mit scharfer Stimme aufgefordert, die Fragen und nur die Fragen zu beantworten, versuchte er, ihnen Widersprüche und Defizite nachzuweisen.
Partizipation geht anders.

In diesem Falle muss man die OZ einmal öffentlich loben: Bericht und Kommentar erschienen in getrennten Beiträgen. Das sollte in der Lokalredaktion Schule machen!


 

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