Montag, 24. April 2017

Die Alternative Wirklichkeit der Greifswalder Lokalredaktion der OZ

Man stelle sich vor, an einer windigen und zugigen Ecke irgendwo in Greifswald träfen sich drei Leute mit hochgeklappten Mantelkragen. Einer dieser Menschen murmelte "Wir wollen unseren Ernst behalten", und zufällig ginge die Society-Reporterin der OZ-Lokalredaktion oder ihr geistiger Bruder, der Hochleistungsjournalist, daran vorbei. Am nächsten Morgen stünde in der Greifswalder Lokalzeitung auf Seite eins: "Menschenmassen demonstrierten für die Beibehaltung des Namens der Universität. Der größte Teil der Greifswalder Bürger ist gegen die Namensablegung". Die übliche Meinungsmache der OZ eben.

Am Samstag waren 450 Menschen auf dem Greifswalder Marktplatz, um gegen Fake News und für Wissenschaft zu demonstrieren. Im Lokalteil der OZ findet sich darüber NICHT EIN EINZIGES WORT.

Wieder ein Grund, das Abo zu kündigen.

Auch die Schreihälse und Krakeeler, die Andersdenkende anprangern, diffamieren, auspfeifen und ausbuhen; die immer wieder betonen, wie wichtig ihnen die Universität sei, und wie sehr diese zu ihrer Identität gehöre:

WO WAREN DIE DENN?

Kritisches Denken und fundiertes Urteilen setzt voraus, dass es verlässliche Kriterien gibt, die es erlauben, die Wertigkeit von Informationen einzuordnen. Die gründliche Erforschung unserer Welt und die anschließende Einordnung der Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, ist die Aufgabe von Wissenschaft. Wenn jedoch wissenschaftlich fundierte Tatsachen geleugnet, relativiert oder lediglich „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden, um daraus politisches Kapital zu schlagen, wird jedem konstruktiven Dialog die Basis entzogen. Da aber der konstruktive Dialog eine elementare Grundlage unserer Demokratie ist, betrifft eine solche Entwicklung nicht nur Wissenschaftler/innen, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes.
Am 22. April 2017 werden deshalb weltweit Menschen auf die Straße gehen, um dafür zu demonstrieren, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses nicht verhandelbar sind.
Alle, denen die deutliche Unterscheidung von gesichertem Wissen und persönlicher Meinung nicht gleichgültig ist, sind eingeladen, sich an dieser weltweiten Demonstration für den Wert von Forschung und Wissenschaft zu beteiligen – nicht nur Wissenschaftler/innen!

Foto: Arne Wellnitz



Ich nenne hier diejenigen, die nicht für die Freiheit der Wissenschaft sind, und gebe sie zum Auspfeifen und Ausbuhen frei:

Nee, mache ich natürlich nicht. Ich heiße ja nicht Axel Hochschild...


Hier unten sind noch ein paar Fotos, die Arne Wellnitz dankenswerter Weise geschickt hat:














... und noch ein paar von mir:





















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