Freitag, 31. März 2017

Bitte nicht glauben!

Die heutige OZ titelt:

Theaterstreit: Gewerkschaften zögern Verhandlungen hinaus

Ich weiß nicht genau, worauf dieser balkendicke Satz hinauslaufen soll. Ja, es gibt Tarifverhandlungen. Ja, die Parteien sind sich, wie bei Verhandlungen üblich, nicht sofort einig. Alles im grünen Bereich. Wozu dieser Krawalljournalismus?

1. Es handelt sich nicht um einen "Theaterstreit". Das suggeriert, dass da irgendjemand am Tisch sitzt, und über die Institution Theater streitet, ihre Existenz oder ihre Berechtigung. Dass das im Hintergrund natürlich mitschwingt, ist richtig. Aber für solch einen Titel reicht das nicht aus - es handelt sich um Verhandlungen im Rahmen der Tarifauseinandersetzungen an der Theater Vorpommern GmbH. Dies sollte auch für eine Lokalzeitung gut und richtig, also kein Anlass für skandalisierende Überschriften sein.

2. Die Gewerkschaften zögern nicht die Verhandlungen hinaus, sondern sie haben ein unmoralisches Angebot bekommen und müssen jetzt nach denken und -fragen, ob sie dieses ihren Mitgliedern (und den nicht organisierten Mitgliedern des Ensembles) zumuten können.

Wir haben in Greifswald gerade einen Doppelhaushalt verabschiedet, in dem kein Spielraum für eine angemessene Bezahlung der Ensemblemitglieder eingeräumt ist. Jetzt zu unterstellen, die Gewerkschaften verhinderten eine Einigung, und dass ein höherer Tarifabschluss auf Kosten der freiwilligen Leistungen der UHGW gingen, ist eine Frechheit! Wer hat denn den Greifswalder Haushalt mit seinen Mega-Projekten gemacht? Die Gewerkschaften? Die Ensemblemitglieder? Nein! Sondern diejenigen, die jetzt behaupten, für eine angemessene Bezahlung für geleistete Arbeit sei kein Geld da, und die eine Neid-Debatte unter den "Kulturschaffenden" initiieren!
Eine Insolvenz und damit Schließung der Theaterhäuser wäre für alle Kulturliebhaber in der Region ein Fiasko.
Genau! Zahlt endlich Tarif!


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