Freitag, 3. Februar 2017

Und sie entblöden sich nicht

... selbst noch Material für die Ablegung des Namens zu liefern. Oder handelt es sich gar um eine verkappte Pro-Ablegungs-Stimme? Ein Leser lässt ein Lied in der OZ abdrucken (was diese auch brav macht), für das er sich in der Jugend begeistert habe. Mal abgesehen vom klappernden Metrum der verzapften Verse und den müsamen Reimen (heraus/Saus*, versank/schwankschwang, Hindurch/BurchBurg) hat der Leser allerdings nichts dazu gesagt, ob er es als Erwachsener immer noch so toll findet, das Lied mit dem Refrain "Jucheirassasa, und die Deutschen sind da, die Deutschen sind lustig, sie rufen: Hurra!" Mal abgesehen davon, dass Kriege niemals lustig sind, weder für Deutsche noch für andere, und dass es Gewaltverherrlichung ist, wenn tötende Menschen mit "Juchheirassa!" ihren Degen in menschliche Körper stecken, so sollte doch mindestens bei dem einen Doppelvers dem Arndt-Namensbefürworter seine Begeisterung im Halse steckenbleiben:
Da schwur er beim Eisen gar zornig und hart, den Welschen zu weisen die deutscheste Art.
Unübertroffen deutlich in seiner Kriegsverherrlichung und Glorifizierung des Mordens ist auch dieser Teil eines Doppelverses:
Da brach er den Franzosen das Glück und die Macht, da lagen sie sicher nach blutigem Fall
Tot ist tot, und im Falle französischer Toter eben "sicher". Aber der Name Ernst Moritz Arndts steht ja für Friede, Freude, Eierkuchen und Völkerverständigung!

Wenn Du geschwiegen hättest, Unheilvoller...




*umgangssprachlich; "Saus" ist ein älteres Wort für "das Sausen" und bezeichnet wie dieses das Geräusch des rauschenden und pfeifenden Windes. Dementsprechend ist "Braus" eine alte Kurzform für "das Brausen der Meereswellen". Schon im Mittelalter werden beide Ausdrücke auf das lärmende und fröhlich schwelgende Wohlleben und auf Zecherei und Trunkenheit bezogen. Aus älteren Paarformeln (wie: "in Saus und Schmaus", "in Saus und Luder") hat sich im 17. Jahrhundert die reimende Doppelform entwickelt, die heute gebräuchlich ist. Siehe auch "eine Sause machen"; siehe auch "angesäuselt sein"

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