Dienstag, 21. Februar 2017

Klare Sache

Alles klar: der Mensch mit Migrationshintergrund bekommt Begleitung aufs Auge gedrückt, nachdem es eine, sagen wir: intensive und für Pubertierende existentielle Auseinandersetzung auf dem Bahnsteig in Mölschow um die Fortsetzung einer Beziehung gegeben hat. Er
bekommt jetzt eine persönliche Aufsicht. Das bestätigte Landkreissprecher Achim Froitzheim auf Nachfrage. Der 17-jährige Flüchtling erhält außerdem auch in der Schule in Karlshagen einen Betreuer an die Seite gestellt. „Das Jugendamt wird danach entscheiden, ob er weiter in der Clearingstelle wohnen darf oder nicht“, sagt Froitzheim. [...] „Der junge Mann wurde zunächst von uns – auf gut Deutsch – ’zur Brust genommen’“
Es wäre ein ganz normales pubertäres Ausprobieren möglicher und unmöglicher Verhaltensweisen gewesen, aber hier spielt noch die Tatsache eine Rolle, dass der männliche Part der streitenden Kiddies ein geflüchteter Mensch ist - also per se schuldig, denn in Mölschow müssen sich die Ausländer unauffällig verhalten, sich nicht ohne Jogginganzug in der Öffentlichkeit sehen lassen und schon gar nicht kämmen "Sie haben gekämmte Haare und gute Kleidung an.". Wer so auffällt wie der Pubertierende muss staatlicherseits "zur Brust genommen werden" und braucht stigmatisierende Begleitung.

Allerdings macht mich der letzte Satz des Artikels stutzig:
Nach Aussagen der Polizei wollte sich die 16-Jährige vor den Zug werfen. „Deshalb drückte der junge Mann das Mädchen offenbar in die Fahrradständer."
Vielleicht war es doch alles noch ein bißchen anders, als das Vorurteil es haben will? Braucht hier wirklich jemand Betreuung, und wenn ja: wer?


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