Donnerstag, 29. Dezember 2016

"Schluss mit dem Genderwahn!"

Die AfD punktet bei einer gewissen Klientel damit, den "Genderwahn" zu beenden. So, wie sie gegen politische Korrektheit ist und gegen die "Lügenpresse" sowie die Alt- oder "Systemparteien" wettert, ohne Argumente oder Alternativen zu haben.

Ganz in diesem Sinne wird es jetzt endlich den Frauen verboten, mit dem Auto zu fahren (wie in Saudi-Arabien, und selbst da dürfen sie mittlerweile, wenn sie sich nicht am Steuer schminken). Jedenfalls entnehme ich das vorhergehende Verbot dem Artikel, den der Hochleistungsjournalist aus der Greifswalder OZ-Lokalredaktion heute namentlich zeichnen musste:
Betroffen von der Neuregelung sind viele Professoren und Mitarbeiter der Universität, die meist nur in der Woche in Greifswald sind, ihren Hauptwohnsitz aber anderswo haben. Nicht wenige Hochschullehrer wohnen in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen.
Ich bin mir nicht sicher, ob eob weiß, das auch Frauen 1. studieren, 2. promoviert werden und 3. habilitieren dürfen, und dies schon seit geraumer Zeit. Zwar nur weniger als nötig, aber immerhin doch einige Frauen werden dann auch tatsächlich berufen. In dem labilen Verhältnis Stadt/Universität hat man ausgerechnet den Hochleistungsjournalisten zum Berichterstatter erklärt; dass das Verhältnis dadurch nicht besser wird, ist verständlich. Positiv denkend gehe ich davon aus, dass eob verstanden hat, dass es auch weibliche Hochschulangehörige gibt, zumindest hat er die Rektorin schon einmal gesehen.

Also doch: Frauen fahren kein Auto. Auch wenn sie habilitiert sind. Auch die Frauen des Mittelbaus sind keine Autofahrerinnen, vermutlich werden sie von ihren Männern gefahren. Und weil man so schön von der "Feuerzangenbowle" schwärmen kann und von den Tagen in der Greifswalder "Falle", hat laut eob die Universität auch nur "Studenten". Nebenbei kann man dann noch einen kleinen Seitenhieb auf die West-Professoren landen, die uns unseren Arndt wegnehmen wollen, während sie doch gar nicht hier wohnen...

Die Uni selbst weiß es besser, und wenn eob aus deren Protokollen abschreibt, könnten vielleicht auch Frauen betroffen sein:
Zahlreiche Universitätsangehörige hätten Unmut über die neue Regelung geäußert, heißt es im Dezemberbericht des Rektorates an den Senat der Hochschule.
Könnte man dem Hochleistungsjournalisten nicht einen Job in Saudi-Arabien besorgen? Da kämen alle seine Artikel anstandslos durch die Zensur! Oder vielleicht wenigstens als Pressesprecher für Herrn Beatrix von Storch?


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