Montag, 12. Dezember 2016

Kopfschütteln über Brodkorb-Auszeichnung

Manchmal habe ich das Gefühl, dass Preise nur dazu da sind, um eine bestimmte Kaste sich selbst beweihräuchern zu lassen.

Vor allem das Großkreuz und das Bundesverdienstkreuz mit daranhängendem Schnickschnack werden (im Unterschied zum Nur-Bundesverdienstkreuz) dadurch entwertet, dass es Politikern an die Brust geheftet wird, die einfach nur ihren Job machen - die Begründungen hören sich immer so an, dass Menschen, die ihre Arbeit tun, sich um das Wohl der Bundesrepublik verdient machen. Meistens hat jede(r) Zeitungsbotin, die trotz Schnee, Eis, Regen und frühem Morgen (bzw. tiefer Nacht...) die Zeitung bringt, das Bundesverdienstkreuz am Bande mit goldenem Rundumlicht eher verdient als die sowieso schon mit Bergen von Kohle für ihre Tätigkeit entlohnten Vorsitzenden der Ministerkonferenzen oder ähnliche. Politiker verteilen Auszeichnungen an Politiker (und ihre Freunde)...

Genauso unverständlich ist mir der Preis für ein Technologie-Monster an der Ryck-Mündung, das Einblick in und Ausblick aus der Ryck-Einfahrt ebenso verhindert wie das Ein- und Auslaufen von Schiffen, z. B. der Greif. Kriegt aber einen Preis. Warum? Wofür? Für schiere Existenz? Für Auftragserfüllung? Dann müsste jeder grottenhässliche und die Vekehrswege störende Neubau ausgezeichnet werden. Ingenieure verteilen Preise an Ingenieure...

Jetzt neu: Der katastrophalste Bildungs-, Kultur- und Wissenschaftsminister in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns wird preisgekrönt - als "Wissenschaftsminister des Jahres". Vielleicht weil er jetzt Finanzminister ist? Funktionäre verteilen Titel an Funktionäre...

Wir alle sind Bob Dylan.




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