Dienstag, 15. November 2016

Kurzerhand Kahlschlag

Die OZ vermeldet heute, dass es in Lubmin mal wieder zur Sache gehen soll:
Dafür wären etwa 15 Hektar Kiefernwald zu roden. 
Es geht um eine neue Gas-Anlande-Station in Lubmin für das Projekt "Nord Stream 2" bzw. "Eugal" von BASF und Gazprom (Schröder lässt grüßen!) parallel zur bereits verlegten "Opal".

Das "Seebad" Lubmin verliert immer mehr an Charme und touristischer Attraktion, weil die Unentschiedenheit zwischen Industriestandort (solch ein Wort für MV entbehrt nicht einer gewissen Komik...) und Touristenstandort immer wieder auf die Spitze getrieben wird. Wir haben in MV so viele  Orte, so viel Leerstand, so viel Landstriche, die vor dem "Wüst Fallen" stehen - warum konzentrieren wir eigentlich Tourismus und Industrie in Lubmin?

Aber das ist eine grundsätzliche Frage, die lange schon unbeantwortet ist. Etwas anderes liegt viel weiter im Vordergrund und sollte diskutiert werden:
Auch die Europäische Union hinterfragt den Bedarf für Nord Stream 2.
Zu befürchten ist ein großer Aufwand und Schaden für die Natur für leere Rohre, sofern sich Brüssel mit seinen Vorbehalten durchsetzt:
Der polnische EU-Ratspräsident Donald Tusk kritisierte das Vorhaben scharf. "Aus meiner Sicht trägt das nicht zur Diversifizierung der Energieversorgung bei", sagte Tusk am Freitag nach Abschluss der Beratungen. Nord Stream 2 würde die Abhängigkeit von Russland erhöhen und 80 Prozent der Lieferungen auf einer Route versammeln, so Tusk weiter. Das laufe den festgeschriebenen Zielen der EU-Energiepolitik zuwider. "Wir müssen europäisches Recht verteidigen", so Tusk.
Inwiefern Befindlichkeiten Polens dabei eine Rolle spielen, wird auch noch zu klären sein.

Macht aber keiner.

Lieber roden wir mal eben 15 Hektar Kiefernwald im "Seebad" Lubmin...


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