Montag, 8. Februar 2016

Halsstarrig kämpfen

Die OZ von heute titelt:

Abgeordneter kämpft für Denkmal

Man könnte auch sagen:

Abgeordneter in einem Parlament des 21. Jahrhunderts will die Stadt mit Denkmalkonzept des 19. Jahhunderts zurückwerfen

Aber unsere Zeitung ist ja "die unabhängige für Mecklenburg-Vorpommern", da kann man schon mal mit Überschriften Politik machen...

Das Konzept von Peter Multhauf ist heftig umstritten. Die Wiederherstellung eines Zustands von vor über hundert Jahren unter Auslassung all dessen, was zwischenzeitlch geschehen ist, bedarf einer besonderen Begründung - es reicht nicht aus, der einzig Aufrechte unter lauter Verrätern zu sein. Dafür darf man Greifswald nicht mit einem verstaubten Relikt vergangener Zeiten bestrafen.

Es ist ja nicht so, dass es keine Alternativen gäbe:

Ein Denkmal, das berücksichtigt,

- dass Eisenbahnanschluss der Fortschritt - Fortschritt als solcher aber noch nicht denkmalwürdig ist (siehe Atomkraftwerke und Genforschung);
- dass der damalige Fortschritt durch die Aufhübschung der Bahn zur Börsenprostituierten zerstört worden ist;
- dass die Eisenbahn für die Industrialisierung steht, die an MV komplett vorbegedampft ist;
- dass die gute, alte Eisenbahn unter der Konkurrenz von Auto und Fernbussen leise in sich zusammensackt;
- dass die Büste, die jetzt nicht mehr dort steht, zu Kriegszwecken eingeschmolzen worden ist;
- dass im 3. Jahrtausend Gedächtniskultur mit anderen Mitteln als mit bearbeiteten Bronzekullern arbeitet;
-dass Greifswald eine MODERNE Universitätsstadt ist.

Konkreter Gegenvorschlag: Statt einer Brionzekugel auf einem Postament halbjährlich wechselnde Installationen in Zusammenarbeit mit dem CDF-Institut.

Nur zum Beispiel.


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