Mittwoch, 30. Dezember 2015

Manche Traditionen sollten sich nicht überholen lassen!

Der Zugriff auf den ganzen Menschen durch die Erwerbsarbeit weitet sich immer mehr aus. Die Arbeit dringt tief in das Privatleben ein durch Heimarbeit und ähnliche Konzepte, die Arbeitgeber wollen die Arbeitszeiten immer mehr flexilbilisieren, den Mindestlohn natürlich sowieso, und jetzt soll es auch noch an das Wochenende gehen:

Fast jeder dritte Arbeitnehmer in MV muss sonntags zur Arbeit gehen [...] Die heutige Zeit ist geprägt von Flexibilität, von unkonventionellen Arbeitszeiten. So werden sogar zusätzliche Stellen geschaffen — auch im Einzelhandel. Und für seine Familie sorgen zu können, ist doch genauso wichtig, wie Zeit mit ihr zu verbringen.

Danke, Frau Schröder! Nicht gemerkt haben Sie, glaube ich, dass der neoliberale Zug schon mit der Bankenkrise abgefahren ist. Die Tatsache, dass ein Drittel schon Sonntags arbeiten muss, ist kein Grund, die übrigen zwei Drittel damit auch noch zu schädigen. Sicherlich gibt es Menschen, die gern freiwillig am Wochenende arbeiten, um Wochentags eine Leere Stadt zu erleben - das sollen sie auch tun. Freiwillig.

Aber alle Arbeitnehmenden zu Sonntagsarbeit zu verdonnern, nur weil es schon so viele tun - woher kommt diese Forderung?

So werden sogar zusätzliche Stellen geschaffen — auch im Einzelhandel.

Das ist das Geheimnis: Wenn es den Bonzen gut geht, geht es mir auch gut - so der Irrglaube seit Beginn der Industrialisierung. Das Konzept ist noch nie aufgegangen, jeder Vorteil für die Wirtschaft geht in die Gewinne, nicht in die Schaffung von Arbeitsplätzen. Immer. Überall.

Wie oft müssen sich manche Menschen die Wirklichkeit noch betrachten, bevor man sie an Leitartikel lässt?

Vielleicht sollte sie einmal mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund sprechen:


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