Freitag, 27. November 2015

Theater(kon)fusion

Auch Die Linke hat durchaus etwas gegen die schwerinsche Fusionitis (Redebeitrag aus der letzten Bürgerschaftssitzung):

Frau Präsidentin, Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,
das ist sie also, die Zielvereinbarung, um die es schon über ein Jahr oder länger geht, bei der wir versucht haben, das Beste für unser Theater und unsere Stadt herauszuholen.
Das ist aber nicht das, was wir eigentlich wollten, denn
- Wollten wir, dass das Land Mehrheitsgesellschafter wird?
- Oder wollten wir etwa, dass unsere Künstler mehr Zeit auf der Straße als auf der Bühne verbringen?
- Wollten wir, dass das Orchester einen Haustarifvertrag erhält?
- Oder wollten wir vielleicht, dass die Kilometerbegrenzung aufgehoben und die Betriebsvereinbarungen zur Dienstsitzregelung gekündigt wird?
Wir wollten ein Mitspracherecht und die Prüfung des Stadttheatermodells! Herausgekommen ist, dass „wir benachrichtigt werden über alle Schritte!“ und die von uns gewünschte Alternative Städtetheatermodell –ratz, batz- vom Tisch ist.
Um seine Forderungen durchzusetzen, übt das Land, konkret Minister Brodkorb, finanziellen Druck aus, damit wir uns diesem ganz, ganz faulen Kompromissvorschlag kaum verweigern können, obwohl wir es eigentlich müssten.
Der Intendant, Herr Löschner, äußerte einmal sinngemäß, „jede Fusion hätte (hat) uns bisher vorangebracht.“ Das ist eine reine Augenauswischerei. Denn es ist ernsthaft zu bezweifeln, dass die angestrebten strukturellen Veränderungen der vorpommerschen Theaterlandschaft die erhofften Effekte jemals bringen werden. Wir haben die Befürchtung, dass unsere Künstler zwar irgendwann nach Tarif bezahlt werden, inzwischen aber - nach dem mittelalterlichen Vorbild der Neuberin – zu modernen Wanderdarsteller geworden sind.
Das Ganze wird zwar ein „Kulturabbau auf hohem Niveau“, jedoch es bleibt in erster Linie ein hässlicher und deshalb abzulehnender Kulturabbau. Aber wahrscheinlich passt nach Ansicht des Herrn Brodkorb zu einer der ärmsten Regionen Deutschlands keine niveauvolle Kultur- und Theaterlandschaft.In meinen Augen ist diese Zielvereinbarung eine (infame) Mogelpackung mit deutlich erpresserischen Zügen.
Dem können und werden wir nicht zustimmen.
Danke für Ihren Beifall (nach links)
und Ihre Aufmerksamkeit! (nach rechts)


 

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