Donnerstag, 19. März 2015

Bestens informierter Minister

Wenn es um Partizipation geht, ist unser Kultusminister, Herr Brodkorb, ganz in seinem Element. Seinen Aussagen nach sind immer alle Beteiligten gefragt und in die Entwicklung der Vorhaben seines Ministeriums einbezogen.

Nur komisch, dass die Beteiligten und angeblich immer Gefragten nie etwas davon wissen.

Dies kennen wir schon aus der gegenwärtigen Diskussion um die Theater- und Orchesterlandschaft MV, die keinem einzigen demokratischen und repressionsfreien Verfahren entspricht, sondern von kultusministeriellen Erpressungen und Desinformationen bestimmt ist sowie dem Ausschluss des größten am Verfahren Beteiligten: des Publikums.

Aber dieses ministerielle Vorgehen hat offenbar Methode: Zur Rettung der meckelnburgischen Traditionen hat der Minister jetzt zu einer landesweiten (!) Konferenz zur Rettung der Heimatpflege eingeladen. Allerdings nur mecklenburgische Vereine und Institutionen. Was wunderts, wenn sonst keiner kommt? Partizipation à la Brodkorb:

„Die Historische Kommission für Pommern war nicht eingeladen“, sagt deren Mitglied, der Vorsitzende der David-Mevius-Gesellschaft, Dr. Nils Jörn. „Auch nicht der Pommersche Greif als Verein für Familien- und Ortsnamenforschung, die Interessengemeinschaft Gutshäuser, Vertreter der Zeitschrift Pommern oder die Stadtarchive“. Die Liste ließe sich fortsetzen, sagt Jörn. „Wir hatten auch keine Einladung“, ergänzt der Vorsitzende der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst, Dr. Ludwig Biewer.

Das sind die bekanntesten Institutionen pommerscher Heimatpflege (wiewohl mich dieser Begriff ebenso schütteln macht wie der Name des US-amerikanischen Ministeriums für innere Sicherheit: Heimatschutz) - das müsste auch im Kultusministerium bekannt sein.

Ist es wohl auch, aber um seine Pläne durchzusetzen, ist Herrn Minister Brodkorb alles recht. Sein Zweck heiligt alle Mittel.




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