Freitag, 27. März 2015

Aufpolieren, aber nicht verändern

Tja, wir haben keine falsche Politik gemacht, wir haben sie nur falsch verkauft - so Helmut Kohl, seinerzeit Bundeskanzler.

Selbstkritik ist das nicht, was Tietböhl äußert: Er ist der festen Überzeugung, dass Massentierhaltung, Überdüngung, genveränderte Nahrungsmittel, verstärkter Anbau von "Energiepflanzen" in Monokultur, EU-Fördermittel nur Großbauern Zukommenlassen und ähnliche Missgriffe, die die Landwirtschaft auf Dauer in den Untergang schicken, richtig sind - nur PR-mäßig falsch verkauft sind sie eben. Zudem will Tietböhl die Lobby-Arbeit verstärken - dazu kein Kommentar...

Die Öffentlichkeit muss noch mehr als bisher hinters Licht geführt werden!

So jedenfalls die Meinung des Bauerngroßfunkltionärs.


Bauerntag in Linstow beschloss, mehr Geld in Öffentlichkeits-Kampagnen und mehr Nähe zur Politik zu stecken.
Tietböhl legte sich auch mit Bürgerinitiativen an. „Wer sind denn die wahren Tierschützer, das sind doch wir als Tierhalter“, meinte er. „Hätten wir sonst diese guten Leistungen?“ Fakt ist: Die Erträge auf den Feldern sind seit 1990 enorm gewachsen.
Einem wissenschaftlichen Gutachten, das die Universität Hohenheim (Baden-Württemberg) zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Nutztierhaltung vorlegte, konnte Tietböhl nichts abgewinnen.Wenn die Bauern die darin gestellten Ziele erfüllen sollten, wären sie „nicht wettbewerbsfähig und ganz schnell weg vom Markt“, befürchtet Tietböhl. „Dann wandert die Tierhaltung ab.“Außerdem bemängelte der Präsident, dass „alle immer nur von Tierschutz reden“. Wie es den Menschen in den Ställen gehe, sei ebenso wichtig. „Wir brauchen moderne Arbeitsplätze.“ Tierobergrenzen lehnte Tietböhl dagegen deutlich ab — außer beim Wolf. Für das unter Naturschutz stehende Raubtier verlangt der Verband eine „Bestandsobergrenze“.
Die Delegierten positionierten sich auch zur neuen Düngeverordnung: Strengere Vorgaben lehnten sie ab. Um ihr Ansehen in der Bevölkerung zu verbessern, setzen die Landwirte auf Image-Kampagnen und mehr Präsenz „in der Nähe der Politik“.


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