Freitag, 28. November 2014

Atomklo

Dem Kommentar von Elke Ehlers (s. unten) aus der heutigen OZ ist nichts hinzuzufügen. Oder doch, eines vielleicht noch: Überall anders auf der Welt würde sich Widerstand gegen ein Atomklo mitten im Touristengebiet bemerkbar machen. In der Stadt des "KKW Bruno Leuschner" dagegen findet man die Entwicklung gemeinhin wahrscheinlich sogar gut...

Die Zusage in der Nachwendezeit war eindeutig: Das Zwischenlager Lubmin sollte nur für Atommüll aus DDR-Kernkraftwerken bestimmt sein. Schon damals hegten Bürgerbewegte die Befürchtung, das kleine Lubmin könne als gesamtdeutsches „Atomklo“ missbraucht werden.
Noch ist das nicht so, doch das gestrige Urteil des Greifswalder Verwaltungsgerichtes öffnet das Tor für fremden Atommüll ein weiteres Stück. Schon seit längerem wird das alte Versprechen scheibchenweise aufgeweicht. Die Salami-Taktik greift: Abfall aus bundeseigener Kernforschung findet längst den Weg an den Bodden, schwach- und mittelstark strahlender Fremdabfall darf nun wohl unbefristet dort lagern. Zwar prüft die Landesregierung noch, ob sie das Urteil anficht. Doch der Atomlager-Betreiber EWN ist entschlossen, alle Register zu ziehen. Die bundeseigene Firma will ihre Geschäfte ausweiten. Der nächste Antrag auf Erweiterung des Lagers kommt bestimmt. Gerade erst teilte der Bund mit, dass Deutschland eine Atommüll-Schwemme droht.
Die Atomklo-Schwarzmaler könnten recht bekommen.

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