Sonntag, 1. Juni 2014

"Frauen und das ganze andere Gedöns" *Update*

Dieses Schröder-Zitat, der 1998 die damalige Ministerin Bergmann als "zuständig für Frauen und das ganze andere Gedöns" bezeichnete, fiel mir beim Lesen des OZ-Artikels "Bürgerschaft: Frauen fordern Quote für Ausschussvorsitze" ein. Der Artikel ist online nur gegen Bezahlung zu lesen.

Berichtet wird von einer fraktionsübergreifend Forderung gewählter Vertreterinnen, einen Stadtfrauenbeirat [zu] gründen, der beratende Funktion in der Bürgerschaft hat, ähnlich dem Seniorenbeirat.
Auch um die Quote geht es in dem Artikel. Die CDU-Vertreterin, die einer solchen Quote skeptisch gegenüber stehen soll, meint demnach: "Was nützt eine Quotierung, wenn den Frauen die Fachkenntnis fehlt. Es ist viel sinnvoller, die Ausschüsse nach Expertise zu besetzen". Weiter heißt über bzw. von ihr: Naturgegeben sei es daher so, dass der Frauenanteil im Bildungsausschuss sehr hoch, im Bauausschuss hingegen sehr gering sei [Hervorhebung von mir].

Nun heißt es, so habe sie das nicht gesagt, dann müsste aber ein deutliches Zeichen von ihr kommen. Wenn sie jedoch diese Ansicht teilt und sie Frauen eher in der Bildungs- statt in der Wirtschaftspolitik sieht, stellt sie sich und ihre Geschlechtsgenossinnen ins Abseits. Und was heißt in diesem Zusammenhang "naturgegeben"? Gedöns eben...

*Update*
Um von schlichten oder böswilligen Gemütern nicht missverstanden zu werden: Wirtschafts- oder Finanzpolitik ist nicht wichtiger als Bildungs- oder Sozialpolitik. Was aber nicht geht, ist, das eine oder das andere "naturgegeben" Männern oder Frauen zuordnen zu wollen.

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