Mittwoch, 7. Mai 2014

"Wir sind Vorpommern"

Zur Kommunalwahl am 25. Mai 2014 treten im Kreis Vorpommern-Greifswald zahlreiche Parteien, Listen und Einzelbewerber an. Doch irgendwas schien zu fehlen. Bis vor ein paar Tagen, als kurz vor Toresschluss die Vorpommern-Partei auf der Wahlbühne erschien.
Zumindest in der virtuellen Welt ist sie unter vorpommern-partei.de zu finden, auch wenn sie auf dem Wahlzettel fehlt. Bei den KandidatInnen der Vorpommern-Partei finden sich allerdings viele bekannte Gesichter (z.B. hier, hier oder hier, die Links bitte vorsichtig öffnen und langsam nach unten scrollen).
Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich finde es schlicht anmaßend und vereinnahmend, wenn die CDU unter dem Label "Vorpommern-Partei" meint antreten zu müssen. Obwohl, mit der Vereinnahmung ganzer Bevölkerungsgruppen hat sie ja Erfahrung.
Aber so ist jetzt auch das Wahlprogramm der CDU zur Kommunalwahl zu finden. Ich kann mich zwar aus zeitlichen und Platz-Gründen und aus Rücksicht auf meine Gesundheit nicht mit allen Teilen des Programms auseinandersetzen, aber ein paar Highlights möchte ich gerne zitieren.
Im Kapitel "Sicherheit und Ordnung" findet sich z.B. dies:
"Wer Vandalismus, Graffiti-Schmierereien oder Verwahrlosungen erlebt, fühlt sich unsicher." Mhm, Graffiti, unabhängig vom Inhalt, erzeugen also Unsicherheit? Ich glaube, das spricht für sich, genau wie das nächste Zitat:
"Zur Sicherheit gehört auch der Kampf gegen jede Form von Extremismus. Die CDU tritt dabei jeder Form von politischem Extremismus entgegen. Dies unabhängig davon, ob es sich um Rechts- oder Linksextremismus handelt." Unabhängig davon, dass das sprachlich leider völlig verunglückt ist, schafft es die CDU, in drei Sätzen jeweils nahezu das Gleiche zu sagen. Zudem frage ich mich, wo bleibt da der Extremismus der Mitte? Und es geht weiter:
"Deshalb müssen wir das gesamte Spektrum des politischen Extremismus im Blick behalten. [...] Der Kampf gegen Extremismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe."
Ich finde auch, wir müssen endlich etwas gegen die jede Nacht stattfindenden linksradikalen Demos in Anklam, Wolgast, Pasewalk und Groß-Kiesow unternehmen. Insbesondere gegen den Linksextremismus hat die CDU allerdings ein Mittel:
"Das Pommernlied nimmt eine herausragende Stellung in unserem regionalen Liedgut ein. Um den Fortbestand dieses wichtigen Kulturgutes zu sichern, wollen wir uns dafür einsetzen, dass das Pommernlied in Kindergärten und Schulen im Landkreis im Rahmen des Musikunterrichtes erlernt wird. Weiterhin fordern wir die Beflaggung öffentlicher Gebäude mit der Pommernfahne, die einen wichtigen Bestandteil unserer regionalen Identität darstellt." Wenn da nicht jeder halbwegs aufgeklärte Jugendliche die Flucht ergreift, dann weiß ich auch nicht.
Eines lässt hoffen, liebe CDU: "Wir dürfen auf keinem Auge blind sein." Nun denn...



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