Montag, 12. Mai 2014

Unser Thema: Regionalentwicklung


Zu den Phänomenen unserer Zeit gehört der Begriff des „demographischen Wandels“ und das Eigenleben, das derselbe in den letzten Jahren entwickelt hat. Häufig wird gar nicht mehr hinterfragt, was eigentlich gemeint ist, wenn die Worte „demographischer Wandel“ im Munde geführt werden.
Diese Ungenauigkeit ist Teil der Strategie. Denn so ist es umso leichter, Kürzungen der sozialen Infrastruktur zu rechtfertigen, denn schließlich gibt es da ja etwas, was diese scheinbar notwendig macht.
Bei genauerem Hinsehen wird dann aber klar, dass das Ganze ein ziemlicher Betrug ist.
Der Greifswalder Sozialgeograph Helmut Klüter hat in den letzten Monaten mehrfach darauf hingewiesen, dass schon der Befund der angeblichen Abwanderung in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr stimmt. Zuzüge und Fortzüge halten sich demnach inzwischen einigermaßen die Waage. Darüberhinaus stellt Klüter fest, dass sich nahezu alle Prognosen der letzten 25 Jahre zur Bevölkerungsentwicklung im Nordosten als falsch, weil zu pessimistisch herausgestellt haben. Es bleibt das Grundproblem der Prognosen: Es ist schwierig mit ihnen, weil sie in die Zukunft gerichtet sind.
Gerne wird Abwanderung auch als schicksalhafte Wendung beschrieben, gleich so, als wären hier transzendente Mächte im Spiel. Wo sich jedoch Politik auf ein Gebiet begibt, das ansonsten doch eher der Religion vorbehalten ist, hat sie ausgedient.
Die Alternative Liste steht dazu, Politik zu machen und Politik gestalten zu wollen.
In der Regionalentwicklung müssen wir vom Negativdenken wegkommen. Wir wollen die Probleme klar benennen, um dann nach Lösungen zu suchen.
Abwanderung junger Menschen kann vermieden werden, wenn in der Region für sie eine gute soziale Infrastruktur in den Bereichen Bildung, Soziales, Öffentlicher Personenverkehr oder Gesundheitsversorgung gegeben ist. Und natürlich im Bereich Kultur. Auf das kulturelle Angebot in einer Region wird von vielen stärker geschaut, als wir denken. Und das ist nicht das Schlechteste. Wenn wir eine positive Regionalentwicklung wollen, müssen wir Menschen mit Ideen und Engagement Bedingungen geben, damit sie zu dieser Entwicklung beitragen. Das geht selbstverständlich nur, wenn wir offen gegenüber Neuem sind und zum Beispiel Zuwanderung als Chance begreifen.
Wie sich das in unserem Programm liest, kann hier nachgesehen werden.

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