Mittwoch, 30. April 2014

Grund zum Feiern

So wurde die Ostseepipeline Nordstream gegen den Widerstand der Osteuropäer beschlossen, nur Wochen vor Schröders Abwahl, und der konnte sogleich entspannt seinen Posten im Vorstand des Unternehmens antreten. Dass Europa auf unabsehbare Zeit auf russisches Gas angewiesen und so in seiner politischen Handlungsfreiheit eingeschränkt sein wird, ist die Folge dieses Deals. Für Schröder und Putin aber ist er vor allem ein Bombengeschäft. Wenn das kein Grund zum Feiern ist,
schreibt Katja Tichomirowa, Kommentatorin der Frankfurter Rundschau. Aber damit nicht genug, sie räumt ziemlich auf mit dem bigotten Erstaunen über Schröders Einigkeit mit Putin - nicht nur bei Geburtstagsfeiern:
Für die Diplomatie hatten beide noch nie viel übrig. Den gegenseitigen Austausch pflegte man in Gerhard Schröders Zeit als Bundeskanzler vorzugsweise in Hinterzimmern. Wer Kritikwürdiges offen aussprach, galt als außenpolitischer Dilettant und Querulant. Der Dialog unter Männern wurde dem unter Staatsmännern in jedem Fall vorgezogen. Insofern ist das Verhältnis zwischen Putin und Schröder, wie es immer war. Man tut, was man kann, und das zum eigenen Vorteil. 
 Insofern: Tun wir nicht so erstaunt wegen der hemdsärmeligen Verbrüderung von Schröder und Putin - wir hätten's schon wissen können, als das Geburtstagskind noch im Armani-Anzug vor die Kameras trat.


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