Montag, 7. April 2014

Fundstück

Die taz schreibt heute über einen Kochkurs für Arme, den ein pensionierter (Sterne)koch mit dem Jobcenter im niedersächsischen Landkreis Rotenburg anbietet.
So weit, so ganz schlecht. Nicht bekannt ist, ob die ALG II-Berechtigten (und nicht "Hartz IV-Bezieher", wie auch die taz meint, sie titulieren zu müssen) unter Androhung von Sanktionen daran teilnehmen müssen. Am Ende des Artikels wird auch etwas Kritik laut. Etwas lauter hätte diese schon ausfallen dürfen, haben diese Kurse doch lediglich den Zweck, den Leuten zu vermitteln, dass der Regelsatz natürlich zum Leben reicht.
Ich bin aber aus einem anderen Grund über diesen Artikel gestolpert. Ich wusste nämlich noch nicht, dass lediglich der Service und nicht die Zutaten die Spitzengastronomie so teuer macht. Auch die kocht à la minute, günstig und frisch.“ Teuer sei die Spitzengastronomie vor allem des Service wegen, der dreisprachig sein und die Weine kennen müsse. „Und weil da noch Blumen auf dem Tisch stehen, so unser Sternekoch laut taz.                
Mhm, darüber müssen sich die ALG II-Berechtigten ohnehin keine Gedanken machen. Restaurantbesuche sind bei der Berechnung des Regelsatze gestrichen worden. Und zu Hause ein Gastronomie-Feeling entstehen zu lassen, ist auch nicht drin. Denn Schnittblumen wurden bei der Berechnung ebenfalls gestrichen. Die Elendspute aus der Massentierhaltung kommt aber sowohl in armen Haushalten als auch in der Spitzengastronomie auf den Tisch. Für wie blöd halten die KochkursmacherInnen eigentlich die Leute?

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