Donnerstag, 27. März 2014

Doppelmoral, ...

...Scheinheiligkeit und mehr wurde der SPD in Gestalt von Frau Zypries wegen der Nichtbezahlung von PraktikantInnen vorgeworfen. Nun gut, Berlin ist weit weg und geht eine kleine Listengemeinschaft in Vorpommern-Greifswald nichts an, mögen einige denken.
Doch wie sieht´s denn bei uns aus? In Wolgast entsteht ein interkultureller Garten, Trägerverein ist der "Interkultureller Garten - Regenbogenpark e.V." Vereinsvorsitzender ist ein in unserer Region nicht gänzlich unbekannter Linken-Politiker.

So weit, so gut. Nun ist aber seinen Facebook-Einträgen zum Einen zu entnehmen, dass dieser sich sehr um die Gestaltung des Gartens bemüht (lobenswert), zum Anderen aber auch dies: "dann kurz auf dem Gelände Interkulturellen Garten - Regenbogenpark Wolgast e.V. vorbeischauen / MAE-Leute einweisen (ab heute beginnen wir wieder auf dem Vereinsgelände mit Tätigkeiten u.a. Vorbereitung Aufstellung der Hochbeete etc."

"MAE-Leute" ist eine (despektierliche) Umschreibung bzw. Abkürzung für Menschen, die in sogenannten Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung schuften müssen, landläufig gerne "Ein-Euro-Jobs" genannt. Was es damit auf sich hat, ist u.a. hier zu finden. Allein schon die Wortwahl (MAE-Leute einweisen) ist eines Linken-Politikers nicht würdig. Die Tatsache aber, dass in einem Verein mit einem Linken an der Spitze überhaupt Ein-Euro-Jobber knechten müssen, passt hiermit überhaupt nicht zusammen:

"Ein-Euro-Job heißt: Arbeiten ohne Arbeitsvertrag, ohne arbeitsrechtlichen Schutz. Statt Lohn gibt es – in der Regel – eine Aufwandsentschädigung von einem Euro je Stunde. Ein-Euro-Job heißt: Erwerbslose werden nicht als Arbeitnehmer behandelt, sondern als Erziehungs- und Sozialfälle, die für ihre Unterstützung arbeiten müssen. [...]
Bei Ein-Euro-Jobs handelt es sich nicht um reguläre Arbeit, sondern – wie der offizielle Name schon sagt – lediglich um eine „Arbeitsgelegenheit“. Die Beschäftigten sind weitgehend rechtlos. Als Instrument zur Förderung der Arbeitsmarktintegration sind diese Maßnahmen ungeeignet. Zahlreiche Studien zeigen: Ein-Euro-Jobs helfen Erwerbslosen nicht, eine reguläre Arbeit zu finden. [...]
Respekt, Würde und Bürgerrechte, die Grundwerte des Grundgesetzes gelten auch für Erwerbslose. Der Staat hat sie zu achten und zu schützen. Mit den Ein-Euro-Jobs, zu denen Erwerbslose nur bei Strafe der Leistungskürzung und -streichung „Nein“ sagen können, werden Freiheitsrechte von Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, missachtet."

Diese Zitate entstammen einem Positionspapier der Linksfraktion im Deutschen Bundestag...

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