Mittwoch, 4. Juni 2014

Kahlschlag auf dem Wall

Das Thema "Sanierung der Wallanlagen" wird auch die neue Bürgerschaft beschäftigen. In der alten Bürgerschaft unkritisch durchgewunken, wegen des Abrufens der Fördermittel unter unziemlichen Zeitdruck gesetzt und ohne Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wurden und werden die Wallanlagen tiefgreifend verändert.

Wir glauben nicht, dass alle Nutzer_innen der Wallanlagen mit dem Zustand einverstanden sind, der mit den gegenwärtigen Arbeiten erreicht werden soll. Aber es wird durchgeforstet...

Eine Fotodokumentation über die sanierten und die unsanierten Bereiche. Jede(r) möge sich überlegen, welcher Zustand ihr/ihm lieber ist.

Hier zunächst die Übersicht:



Und hier die Fotodokumentation:
(Die Photos unterliegen privatem Copyright.Der Wunsch nach der einen oder andern Aufnahme wird von uns an die Bildautor_in weitergeleitet.)

Credner-Anlagen:






































































Goethegrund:























 Fleischerstraße bis zum Westend:




















Müntergrund:

Kommentare:

  1. Ulrich Möbius5. Juni 2014 um 09:32

    Übrigens: auch eine Entwicklung von Büschen und Bäumen - mag sie auch
    durch „mangelnde Pflege" in den letzten 15 Jahren entstanden sein, darf
    man als einen "gewachsenen Zustand" (im wahrsten Sinne des Wortes)
    betrachten, der das Recht hat, als eine mögliche Gestaltungsvariante
    zumindest diskutiert zu werden. Ich und andere Bürger_innen sind ja
    nicht gegen jegliche Pflege und auch nicht gegen eine behutsame Entnahme
    von Sträuchern und Bäumen. Aber warum denn in allen Wallabschnitten in
    maximaler Weise? Wir haben mit Münter- und Goethegrund jetzt einen
    Bereich, wo man die gesamte ursprüngliche Abfolge von Stadtmauer (in
    Resten), Binnengraben (heute Weg im Müntergrund; er wurde von Beginn an
    als trockener Graben angelegt), Hauptwall (heute dort Kastanienwall
    genannt) und mittlerem Graben (der heutige Stadtgraben) eindrucksvoll
    bewundern kann. Im Mittelalter existierte dort weiter östlich noch ein
    vorgelagertes System von kleineren Wällen und Gräben, die jedoch heute
    überbaut sind (Häuserzeile Goethestraße). Warum muss man denn auch noch
    den Wall zwischen Fleischerstraße und Lutherstraße und zwischen
    Rubenowbrücke und Bahnhof abholzen? Es gäbe in diesen Bereichen dadurch
    keinerlei zusätzlichen Informationsgewinn für den historisch
    interessierten Spaziergänger im Vergleich zu Münter und Goethegrund -
    zumal zwischen Fleischerstraße und Wallaufgang am Bahnhof auch keine
    Reste der mittelalterlichen Stadtmauer mehr existieren. Und diese
    letztgenannten Bereiche können durch eine dichtere Vegetationsstruktur
    einen ganz eigenen Reiz für die Besucher entfalten - ohne damit dem
    Anliegen des Denkmalschutzes in irgendeiner Weise zu schaden.

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  2. Manfred Peters5. Juni 2014 um 10:38

    Ein Kommentar war bei mir zwischenzeitlich verschwunden,
    aber Herr Möbius ist wieder da. ;-)
    Übrigens, ich sehe auf den Bildern immer noch viel Grün. Wenn die ganze Welt so grün wäre, ...!
    Eine hilfreiche Dokumentation für die Verwaltung der UHGW gegen ungerechtfertigte Angriffe der AfD*, sind die Fotos der Schlammdeponie am Teich.
    * Siehe „OZ 04.06.2014 Fischsterben am Ryck: Faulschlamm soll schuld sein
    Die AfD behauptet, dass große Mengen der Masse aus dem Teich an den Credneranlagen in den Fluss abgelassen worden seien."

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    1. Ulrich Möbius5. Juni 2014 um 18:50

      Danke, Herr Peters, dass Sie nochmal an den Offenen Brief erinnern. Die Farbe Grün allein ist allerdings kein gutes Maß für den ökologischen Wert eines Stücks Natur (Fußballrasen, Maisacker...). Leider geben sich viele Menschen damit zufrieden, dass es doch an vielen Orten so "schön grün" aussieht. Würde man genauer hinschauen, wieviele verschiedene (!) Pflanzenarten in einem Gebiet vorkommen, bekäme man einen besseren Eindruck von den ökologischen Verhältnissen. Und wenn eine Pflanzenart (egal ob krautig, Strauch oder Baum) beseitigt wird, verschwinden i.d.R. gleich mehrere Tierarten zusammen mit ihr. Manchmal mit unerwarteten Folgen für uns Menschen.

      Ich möchte nicht über die Ursache(n) des neuerlichen Fischsterbens spekulieren. Das gibt es ja immer mal wieder. Die Ursachenanalyse ist in so einem Fall sehr schwierig. Die bekanntermaßen schlechte Wasserqualität des Ryck begünstigt solche Ereignisse. Allerdings halte ich folgende Hinweise für angebracht:

      Aus den Schwefelverbindungen im Faulschlamm wird bei Sauerstoffmangel durch Bakterien Schwefelwasserstoff (H2S) gebildet und nicht etwa Schwefeldioxid (SO2), wie es in der OZ hieß. H2S verursacht den typischen Geruch nach faulen Eiern und ist ein stark toxisches Gas, das in Wasser sehr leicht löslich ist. Seine Fischtoxizität ist vom pH-Wert des Wassers abhängig. Bei pH 6 bis 7 sind bereits Konzentration zwischen um 0,1 und 0,5 mg/Liter für Fische nach einigen Stunden tödlich. H2S kann auf natürlichem Wege in Vorflutern (Gräben) und auch im Ryck selbst entstehen, wenn die Sauerstoffkonzentration dort eine kritische Grenze unterschreitet und H2S Bildung (zuerst im Sediment) einsetzt.

      Mit dem Verweis auf den deponierten Schlamm allein ist der Vorwurf der AfD rein sachlich nicht vollständig zu entkräften. Ob allerdings ein Zusammenhang zwischen Fischsterben und Einleitung des Teichwassers besteht, hätte nur durch aufwändige Messungen der H2S bzw. Sauerstoff-Konzentrationen geklärt werden können. Ich halte diesen Zusammenhang jedoch für wenig wahrscheinlich, weil durch den Verdünnungseffekt und die Oxidation des H2S in Kontakt mit sauerstoffhaltigem Ryckwasser rasch eine Verminderung der Konzentration eingesetzt hätte.
      Außerdem hätte man dann von der Einleitungsstelle flußaufwärts keine toten Fische finden dürfen. Ob jemand dieser Frage nachgegangen ist, weiß ich nicht.

      Allerdings kann ein mit Schlamm stark getrübtes Teichwasser (organische Substanz!) durchaus eine Sauerstoffzehrung im Einleitungsgebiet fördern oder verstärken. Und neben H2S können sich in (natürlichem!) Faulschlamm auch noch andere lösliche gewässertoxische Verbindungen bilden, wie z.B. Nitrit.

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  3. Hallo Manfred,

    der Kommentar ist, wie Du siehst, nach kleineren Korrekturen wieder da - das mit dem Bearbeiten von Texten in Kommentaren ist und bleibt ein Problem; manchmal hilft nur das Löschen und Wiedereinstellen...

    Ziel ist, dass es auch so grün bleibt, wie es auf den Photos (noch) zu sehen ist!

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