Dienstag, 12. Januar 2016

Rebound-Effekt

Wenn moderne Fernsehbildschirme nicht mehr so viel Strom fressen wie die alten Röhrengeräte - aber deswegen gleich mit dem zehn Mal so großen Bildschirm als Flachbildschirm-TV gebaut werden, die sogar noch mehr verbrauchen als die alte Röhre; wenn die Küchengeräte so sparsam werden, dass man sich noch mehr und größere kaufen kann - weil sie ja der A+++-Klasse angehören - dann spricht man von Rebound-Effekt: Energieeinsparungen werden in ihrem Ergebnis dadurch aufgehoben, das wegen der Einsparung am kleinen Einzelgerät durch viele und große Geräte tatsächlich mehr verbraucht wird.

Dasselbe betrifft den Verkehr und seine Begründung: So schön es ist, dass immer weniger Menschen unbedingt und fraglos einen Führerschein haben müssen, so haben wir ein Problem, wenn das Anwachsen der Nutzung des ÖPNV darauf beruht, dass immer mehr Institutionen zentralisiert werden und nurmehr durch weite Fahrten erreicht werden können. Die Ersparnisse der Institutionen werden via Fahrtkosten auf die nutzenden Bürger_innen umgelagert.
Selbst die eigentlich erfreulichen Zahlen des Wachstums beim öffentlichen Verkehr in Deutschland und Europa sind deshalb nicht uneingeschränkt positiv zu sehen: Wenn die Fahrkilometer nur deswegen zunehmen, weil die Menschen, um ihren Alltag zu organisieren, immer weiter fahren müssen, kann das nicht sinnvoll sein.

Ein sehr lesenswerter Diskussionsbeitrag!




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