Montag, 13. Juli 2015

Unverhältnismäßiger und bedrohlicher Polizeieinsatz gegen friedliches Sommerfest

Eine Gegendarstellung zur Pressemitteilung der Polizei Nr. 3069300 - 12.07.2015 - PP NB - Polizeipräsidium Neubrandenburg

Am Samstagnachmittag, dem 11.07., fand in unserer Wohngemeinschaft in der Stralsunder Straße das jährliche Sommerfest mit FreundInnen statt. Es handelte sich dabei um ein privates Sommerfest mit Theatervorstellung, Live-Musik, Buffet, Lagerfeuer und Tanz in friedlicher und gelassener Atmosphäre. Gäste aus ganz Deutschland  reisten zum Fest an, um ihre in Greifswald lebenden FreundInnen zu besuchen. Das Sommerfest steht in langer Tradition und wir, die GastgeberInnen, suchen zu den Nachbarn im Vorfeld stets das Gespräch.

Bereits kurz nach 20 Uhr wurden wir das erste Mal von der Polizei aufgefordert die Lautstärke zu reduzieren. Wir waren überrascht von dem schon zu diesem Zeitpunkt unfreundlichen und harschen Ton. Die erste Band beendete ihr Konzert und es folgte eine Theatervorstellung.

Beim zweiten Auftreten der Polizei um ca. 22.30 Uhr hörte die letzte Band sofort auf zu spielen. Musik wurde in einen Innenraum verlegt und in der Lautstärke erheblich reduziert. Die Veranstaltung wurde dennoch sofort als „aufgelöst“ bezeichnet. Ohne Anlass und rechtliche Handhabe versuchten die Beamten zu diesem Zeitpunkt bereits aktiv unsere Gäste am Betreten des privaten Geländes zu hindern. Unser Kooperationswille und die Gesprächsbereitschaft wurden von der Polizei zunächst abgewiesen. Nur mit vielen guten Worten und dem Appell an den gesunden Menschenverstand der Beamten wurde eine friedliche und damit der Veranstaltung angemessene Gesprächsebene gefunden. Der Wille zur Kooperation mit der Polizei für einen ruhigen Verlauf des Abends wurde erneut bekräftigt. Der gemeinsame Kompromiss erlaubte eine Fortführung des Sommerfestes im bestehenden Rahmen.

Darüber hinaus wurden von unserer Seite der Polizei ein telefonischer Kontakt angeboten, um bei weiteren Beschwerden unkompliziert und schnell die Lautstärke noch weiter zu verringern. Leider nutzte die Polizei dieses Angebot der Kooperation im weiteren Verlauf des Abends nicht. Stattdessen führte ihr Verhalten beim erneuten Erscheinen gegen 1:30  in unverhältnismäßiger und unnötiger Weise zu einer weiteren Zuspitzung der Situation. Die Beamten wiesen jegliche Kommunikationsversuche ab. Unmittelbar danach verschafften sie sich gewalttätig Zugang zum privaten Bereich.



Die Verhältnismäßigkeit der Mittel missachteten die BeamtInnen von Beginn an. Die friedlichen Gäste wurden umgeschubst, fielen über Bänke, andere wurden gegen Wände gestoßen. Auch der Hinweis, dass viele Kinder in dem privaten Bereich bereits schlafen, hinderte die Polizei nicht am gewaltsamen Eindringen. Das aggressive Verhalten führte zu einer angespannten Situation die leicht hätte eskalieren können.

Dem wiederum begegneten wir mit Kompromissbereitschaft. Ungeachtet dessen wurden auf dem privaten Gelände rechtlich fragwürdige Platzverweise an Gäste und Übernachtende ausgesprochen. Angereisten Gästen, die schlafen gehen wollten, wurde mit Gewalt der Zutritt zu ihren Unterkünften verwehrt. Auch der Zugang zum Gelände wurde unseren Gästen durch die Polizei verwehrt.

Insbesondere vor dem Hintergrund eines durchweg friedlichen Sommerfestes und seiner Gäste und unserem Kooperationswillen, wurde durch die Anwesenheit von mehr als 40 BeamtInnen, Polizeihunden und der Mobilen Aufklärungseinheit Extremismus des polizeilichen Staatsschutzes die unverhältnismäßige Überreaktion der Polizei mehr als deutlich.

Zum Zeitpunkt der versuchten Räumung wurde keine Musik mehr gespielt und Gäste unterhielten sich in Gesprächslautstärke auf dem Hof. Nach fast zwei Stunden wurde wahrscheinlich auch der Einsatzleitung die Fragwürdigkeit der Maßnahme bewusst. Die Einsatzleitung und KollegInnen verließen gegen 3:30 das Gelände ohne die Veranstaltung zu beenden.

Der indirekte Vorwurf von Seiten der Polizei, dass durch das Zusammenziehen von Einsatzkräften auf Grund des Sommerfests die Sicherheit in der gesamten Region gefährdet gewesen sei, muss im Zusammenhang des Erlebten zurückgewiesen werden. Die Polizeileitung verhielt sich durch ihre Fehleinschätzung der Lage unprofessionell und unverhältnismäßig. Besonders in der  Gewaltanwendung der BeamtInnen sehen wir eine bewusste Missachtung der Sicherheit unserer Gäste.


Kommentare:

  1. 1. War die Veranstaltung angemeldet?
    2. Anscheinend waren die Anwohner nicht begeistert und konnten wohl nicht schlafen, ich kann das selbst sehr nachvollziehen. Ständig wird man von irgendwo in Greifswald beschallt.
    3. Wenn ihr unbedingt laut sein wollt, geht irgendwo hin, wo euch keiner hört. Aber seine Nachbarn zu belästigen ist totaler Mist. Wenn jeder das reihum mal macht, hat man den ganzen Sommer am Wochenende keine Ruhe. So ist das nunmal in einer Stadt, wo die Menschen auf engem Raum versuchen, zusammen zu leben.


    Meine Meinung: Ich finde es total scheiße, seine Nachbarn mit lauter Musik, Grillen oder was auch immer zu belästigen und finde, die Polizei sollte viel öfter deutlich härter durchgreifen, um Leute wie euch mal zur Vernunft zu bringen. Es ist total ätzend, ständig mit Ohropax schlafen zu müssen, nur weil jedes Wochenende irgendjemand Geburtstag hat oder irgendwelche Feiern stattfinden.
    Das Argument mit den Kindern scheint mir vorgeschoben und die Mitleidstour zieht bei mir null. Ich glaube kaum, dass die Kinder vor dem Eintreffen der Polizei schlafen konnten, wenn die Lautstärke doch so laut war, dass sogar die Nachbarn nicht schlafen konnten.

    Das erinnert mich alles an Nachbarschaftserfahrungen, RosaWG usw. in Greifswald. Ständig ist was los. Werdet mal erwachsen, geht arbeiten und kümmert euch verantwortungsvoll um eure Kinder. Und denkt an die Menschen in eurem Umfeld, anstatt auf "Ist ja nur einmal" oder auf irgendwelche Rechte zu pochen. Leute wie ihr lassen mich diese Stadt hassen.

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  2. "Leute wie ihr lassen mich diese Stadt hassen." Dann bist du wohl in der falschen Stadt, denn Greifswald ist eine Universitätsstadt mit jeder Menge junder StudentInnen.Und das wird so lange so bleiben, bis die Uni schließt. Also: Bye,Bye Mr Anonym!!!

    Es sei noch hinzugefügt:
    Der Polizeieinsatz fand statt als die Musik aus war!!!!!! Und als sogar Kinder bei dem "Lärm" schliefen.
    Das man auf Nachbarn Rücksicht nehmen sollte,keine Frage. Auf jeden Fall. Aber bei ABGESTELLTER Musik mit dem Extrem-Einsatz und schwer bewaffnet anzurücken, ist UNSINN!
    (Deine persönliche Einschätzung der Arbeits- und Erziehungsmoral dir unbekannter Menschen kannste auch stecken lassen.)

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  3. Bevor Hass endsteht ist es besser Möbelwagen zupacken es gibt sicher Ortschaften wo es weniger Junge Menschen gibt.!

    Tschüs!

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