Mittwoch, 31. Dezember 2014

Der SPD-Jungstar und der Nordkurier

Ich bin wahrlich kein Freund der SPD in ihrer jetzigen Verfassung, ausgenommen die Arbeitsgemeinschaft "Sozialdemokraten in der SPD", deren zwei Mitglieder ich letztens traf. Was aber den Nordkurier (NK) leitet, völlig belanglose, alberne und vordergründig belastende Artikel über Patrick Dahlemann zu bringen, erschließt sich mir nicht.

Ein Artikel vor ca. zwei Wochen (hier zu finden) raunte etwas über "pikante Foto-Veröffentlichungen", die für Wirbel sorgen würden. Dem NK sei ein Foto "zugespielt" worden, dass Patrick Dahlemann, den "vermeintlichen Vorkämpfer gegen Rechts in lächelnder Pose vor einem Hakenkreuz" zeigen könnte. Auch von Facebook-Freunden, die "nicht zwingend echte Freunde sein müssen" ist die Rede. Albern und lächerlich, wie ich finde. Denn im Artikel selber folgt noch die Auflösung, "das Symbol auf dem Elefanten [sei] eine Swastika, in der hinduistisch-indischen Darstellung ein 'Symbol für Glück'", wird Dahlemann zitiert. Warum dann aber diese nach Skandal riechende Einleitung?

Gestern nun (hier zu finden) fragte der NK seine LeserInnen, ob "Dahlemann von den illegalen Luftbildern gewusst" habe, die in seinem Büro ausgestellt wurden. Nur nebenbei: Natürlich hat Dahlemann von den Luftbildern gewusst, schließlich hingen sie in seinem Büro. Was der NK wohl meinte, ist, ob Dahlemann von der illegalen Herstellung der Bilder mittels Drohnen wusste, da der Photograph keine Aufstiegsgenehmigung für die Drohne von der Luftfahrtbehörde Mecklenburg-Vorpommerns hatte. Auch hier wird gleich der Skandal herbei geschrieben und gemutmaßt, "Dahlemann [gerate] erneut ins Visier der Staatsanwaltschaft". Erstens ist auch das durch keinerlei Fakten belegt und zweitens hanebüchen. Wie sich aus dem Artikel ergibt, hat der Photograph eine Geldbuße (und nicht Geldstrafe, wie der NK schreibt) von der für diese Ordnungswidrigkeit zuständigen Behörde (Verkehrsministerium Mecklenburg-Vorpommern) erhalten. Die Staatanwaltschaft hat damit nun rein gar nichts zu tun. Wenn überhaupt, "droht" Dahlemann eine Geldbuße. Das ist allerdings sehr unwahrscheinlich, da ihm nachgewiesen werden müsste, dass er über die Aktionen des Photographen vollständing informiert war.

Was also soll die Skandalisierung von Nichtnachrichten? Oder müssen wir das unter "Any publicity is good publicity" verbuchen?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen